Anbau unter Solarmodulen: Startschuss für Agrophotovoltaik in Tschechien
Agrophotovoltaik ermöglicht es, Strom zu erzeugen und landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig weiter zu bewirtschaften. Die betroffenen Grundstücke bleiben im landwirtschaftlichen Bodenfonds und müssen nicht umgewidmet werden. Solaranlagen können dabei z.B. über Obstgärten, Weinbergen, Hopfenfeldern oder Gemüseäckern errichtet werden.
Die Vorteile sind vielfältig: Die Anlagen schützen Kulturen vor Extremwetter, verbessern das Mikroklima und erhöhen die Gesamtproduktivität der Flächen. Gleichzeitig gewinnen Landwirte mehr Energieunabhängigkeit und senken langfristig ihre Kosten. Zudem wird der Druck reduziert, große Solarparks auf freien oder ökologisch sensiblen Flächen zu errichten.
Für den Förderaufruf stehen 300 Millionen Kronen zur Verfügung, weitere 200 Millionen Kronen sind als Reserve vorgesehen. Gefördert werden neue Agrophotovoltaikanlagen inklusive Batteriespeichern, mit einer Mindestleistung von 10 kWp und einer Förderquote von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Rechtliche Grundlage ist eine Novelle der Verordnung Nr. 463/2025. Anträge können vom 15. Januar 2026 bis 30. Oktober 2027 beim Staatlichen Umweltfonds eingereicht werden.
Bisher existieren in Tschechien nur wenige Pilotprojekte. Mit dem neuen Förderprogramm wird eine schnelle Entwicklung erwartet. Agrophotovoltaik gilt als wichtiger Schritt, um erneuerbare Energieerzeugung und moderne Landwirtschaft miteinander zu verbinden und die Widerstandsfähigkeit des Sektors gegenüber Klima- und Marktrisiken zu stärken.