Anas Schakfeh Preis 2026 im Wiener Rathaus verliehen
Ausgezeichnet wurden Dr. Michael Häupl, Dr.in Maria Katharina Moser und MMag.a Maria Mayrhofer. Ein Sonderpreis für das Lebenswerk ging posthum an den 2025 verstorbenen Journalisten und Brückenbauer Prof. Heinz Nußbaumer.
Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und erinnert an das Wirken des langjährigen Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Anas Schakfeh. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, die sich für Menschenrechte, Demokratie, Gleichheit und ein friedliches Zusammenleben einsetzen.
In der Kategorie „Verdienste um den Islam und die Partizipation von Musliminnen und Muslimen in Österreich und Europa“ ging die Auszeichnung an den ehemaligen Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl.
Die Laudatio hielt Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Omar Al-Rawi. Er würdigte insbesondere Häupls jahrzehntelanges Engagement für die muslimische Community in Wien. Dazu zählen unter anderem die Unterstützung bei der Einrichtung eines islamischen Friedhofs sowie die Öffnung des Wiener Rathauses für interreligiösen Dialog.
Häupl betonte in seiner Dankesrede die Bedeutung des Zusammenlebens in einer vielfältigen Stadt: „Wien war immer eine Stadt der Brücken, nicht der Mauern. Der Islam ist längst ein Teil dieser Stadt, so wie der Stephansdom, die Donau und der Wiener Schmäh.“
Der Preis in der Kategorie „Verdienste um Frauenförderung und deren Beteiligung an der Gesellschaft“ wurde an Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, verliehen.
Die Laudatio hielt Nina Horaczek, Chefreporterin des FALTER. Eine besondere Überraschung war eine Videobotschaft von Doris Schmidauer, die Moser und den Gästen aus New York gratulierte.
Moser will das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld nicht für sich behalten, sondern an ein Projekt des Diakonie Flüchtlingsdienstes weitergeben, das sich an Frauen mit Migrations- und Armutserfahrung richtet.
Für ihre Arbeit in den Bereichen Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wurde Maria Mayrhofer, Gründerin und Co-Geschäftsführerin der zivilgesellschaftlichen Kampagnenorganisation #aufstehn, ausgezeichnet.
Die Laudatio hielt Anne Wiederhold, Mitgründerin der Brunnenpassage Wien. Sie verwies dabei auf die Bedeutung gesellschaftlicher Beteiligung: „Demokratie ist mehr als Wahlen. Und was wir bis dahin tun, entscheidet über unsere Zukunft. Demokratie sind wir alle.“
Mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk erinnerte die Stiftung an den 2025 verstorbenen Journalisten Heinz Nußbaumer (1943–2025). Nußbaumer war über Jahrzehnte journalistisch tätig und setzte sich besonders für den Dialog zwischen Religionen ein. Er war auch Mitinitiator der Plattform Christen und Muslime.
Der Theologe Paul Michael Zulehner würdigte in seiner Begründung Nußbaumers Beitrag zum Brückenbau zwischen den Religionen. Die Dankesrede hielt Carla Amina Baghajati, Leiterin des Schulamtes der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.
Das Preisgeld des Sonderpreises kommt der Initiativgruppe Alpbach Wien zugute.
In seiner Eröffnungsrede unterstrich Prof. Harald Meixner, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der GPAS, die anhaltende Bedeutung des Wirkens von Anas Schakfeh für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich.
Auch Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident und Innenminister a. D. sowie Schirmherr der ersten Preisverleihung 2024, gratulierte den Ausgezeichneten. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung sei es wichtig, den Dialog aufrechtzuerhalten, Wissenschaft zu stärken und Begegnungen zwischen Menschen zu ermöglichen, die sonst kaum miteinander in Kontakt kämen.
Die Preisverleihung im Wiener Rathaus versammelte zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur. Der Anas Schakfeh Preis versteht sich dabei nicht nur als Würdigung einzelner Persönlichkeiten, sondern auch als Signal für die Bedeutung von Dialog, Beteiligung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.