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AMooRe: So schützen wir unsere Feuchtgebiete!

02.02.2024

Start des Projekts "AMooRe" und appelliert: Feuchtgebiete sind Klimaretter und müssen unbedingt geschützt werden

© 652234 auf pixabay / Moor
© 652234 auf pixabay / Moor
Anlässlich des Internationalen Tages der Feuchtgebiete am 2. Februar startete das EU-LIFE-Projekt "AMooRe - Austrian Moor Restoration", das der Umsetzung der Moorstrategie 2030+ dient und gemeinschaftlich von BMK, BML, allen neun Bundesländern sowie der Uni Wien und der Uni Kiel getragen wird. Damit sollen in einem Zeitraum von zehn Jahren über 44 Millionen Euro in den Schutz, die Revitalisierung und das Monitoring von Mooren fließen.
Moore sind wahre Alleskönner in den Bereichen Klima, Wasser und Natur: Sie speichern große Mengen an Kohlenstoff und sind damit klare Klimaschützer. Sie können enorme Mengen Wasser aufnehmen und dadurch Hochwässer abmildern. Sie tragen zur Filterung und Reinigung des Wassers sowie zur Anreicherung des Grundwassers bei und sind damit kompetente Schützer unseres Trinkwassers. Und schließlich: Sie sind wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Österreich ist zwar reich an Mooren: Ihre Gesamtfläche wird auf rund 30.000 Hektar geschätzt und die der Torfböden auf mindestens 50.000 Hektar. Doch: Der Zustand der österreichischen Moore ist äußerst kritisch. Laut einer Studie des Umweltbundesamts weisen mehr als 90 Prozent der heimischen Moore einen Sanierungsbedarf auf.
Das muss sich ändern – auch mithilfe des LIFE-Projekts „AMooRe“. Klares Projektziel: Die Umsetzung der Moorstrategie Österreich 2030+. Die 13 ProjektpartnerInnen haben insgesamt 13 Arbeitspakete geschnürt: von der Umsetzung von Renaturierungsprojekten, über Wissensaufbau und Sensibilisierungsmaßnahmen bis hin zum intensiven Austausch mit allen relevanten Stakeholdern in allen Fachbereichen wie Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Klimapolitik sowie Raumplanung und Tourismus.
Die Zeit läuft: Wenn Moore entwässert werden, setzen sie stetig Treibhausgase (CO2, Methan und Lachgas) frei und können ihrer Funktion als Wasserspeicher nicht mehr nachkommen. Eine Wiedervernässung hilft, dass die Treibhausgasfreisetzung gestoppt wird und die Moorflächen ihre Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher wiederaufnehmen können. Wo noch möglich, sollen daher, im Einvernehmen mit GrundeigentümerInnen, diese Flächen im Laufe des Projekts verbessert werden.
Gemeinsame Verantwortung im Moorschutz
Der kritische Erhaltungszustand der Moore macht substanzielle Veränderungen notwendig. Mit der von der UN und der EU bereits im Jahr 2021 eingeleiteten Dekade zur Wiederherstellung unserer Ökosysteme sind die Mitgliedstaaten nun aufgefordert, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und Moore zu renaturieren.
Der Moor- und Torfbodenschutz soll der gesellschaftlichen Relevanz folgend verstärkt berücksichtigt und das Bewusstsein dafür auch gestärkt werden. Da der Schwerpunkt bislang bei der Wiedervernässung von Hochmooren lag, bestehen weiterhin Wissensdefizite (etwa bei Niedermooren), die gezielt aufgearbeitet werden müssen. Durch die Bündelung und den Austausch von Fachwissen und anhand der zahlreichen, fachlich breit ausgerichteten Good-Practice-Projekten soll der angewandte Moorschutz in Österreich weiter professionalisiert werden.
Ein Fokus liegt neben den Umsetzungsprojekten auch auf der breiten Zusammenarbeit im Moorschutz. Gemeinsam mit VertreterInnen aus Land-und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Erwerbsgartenbau und Klimapolitik werden Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen zu konkreten sektorübergreifenden Fragestellungen im Moorschutz erarbeitet werden.
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler : „Intakte Moore sind auch die Heimat hochspezialisierter, also ganz besonderer Tiere und Pflanzen, von denen viele leider ernsthaft bedroht sind. Das vom Klimaschutzministerium mitgetragene und unterstützte Projekt ‚LIFE AMooRe‘ wird in Zusammenarbeit mit den Grundbesitzerinnen und -besitzern auf rund 1.400 Hektar das ökologische Gleichgewicht wiederherstellen. Davon werden sowohl der Klimaschutz als auch die Biodiversität in Form von mehr als zehn Lebensraumtypen und fast 40 besonderen Arten profitieren.“
Wasserminister Norbert Totschnig: „Intakte Moore sind ein Schlüsselfaktor für den Klimaschutz. Zudem können sie die Auswirkungen von Hochwässern abmildern, indem sie in der Lage sind, große Mengen Wasser aufzunehmen. Sie spielen eine wichtige Rolle in Wasserkreisläufen und tragen zur Sicherung unseres Trinkwassers bei. Unser Ziel ist es, Feuchtgebiete zu schützen und wo es möglich ist, sie wiederherzustellen. Entscheidend dafür ist die Mitarbeit und Einbindung aller Bevölkerungsgruppen, um mehr Bewusstsein zu schaffen. Es freut mich, dass sich das Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) an dem Projekt LIFE AMooRe zur Umsetzung der durch das BML initiierten Moorstrategie Österreich 2030+ finanziell und mit Know-how beteiligt und anlässlich des Weltfeuchtgebietstags der Startschuss gegeben wird.“
Auch die Vertreter und Vertreterinnen der Bundesländer äußern sich positiv zum Projekt.
"Moore und andere Feuchtgebiete können etwa zehnmal mehr Kohlendioxid (CO2) speichern als Wälder. Vor allem aber sind sie einzigartige Lebensräume für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren. Doch diese Ökosysteme sind stark bedroht: 90 Prozent der natürlichen Moorflächen Österreichs sind bereits verschwunden, weil sie Weide-, Verkehrs- und Siedlungsflächen weichen mussten. Trockene Moore geben CO2 ab, statt es zu speichern", so Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.
Daher ist es notwendig, durch Umsetzung der Österreichischen Moorstrategie, des Nature Restoration Law, aber auch der immer noch ausständigen Bodenschutzstrategie diese wichtigen Naturflächen zu schützen und damit die Klima- und Biodiversitätskrise einzudämmen. "Nicht zuletzt um die österreichischen Klimaziele zu erreichen, müssen die politisch Verantwortlichen den Bodenschutz endlich ernsthaft angehen und das Netto-Null-Ziel ab dem Jahr 2030 verbindlich verankern. Das heißt, dass zu diesem Zeitpunkt weiterer Flächenverbrauch nur dann möglich ist, wenn gleichzeitig Flächen im selben Ausmaß renaturiert und entsiegelt werden", appelliert Maier.
Infobox - LIFE AMooRe - Austrian Moor Restoration
LIFE AMooRe - Austrian Moor Restoration - Strategisches Projekt zur Umsetzung der Moorstrategie Österreich 2030+
EU-Förderprogramm: LIFE, Teilprogramm Natur und Biodiversität
Projekt-Typ: SNaP – Strategic Nature Project (Strategisches Natur Projekt)
Dauer: 10 Jahre (1.1.2024 - 31.12.2033)
Budget: ca 44,23 Mio. Euro; davon 60 Prozent EU-Förderung (ca 26,5 Mio Euro)
Projektleitung (Lead): Land Vorarlberg, Abteilung Umwelt- und Klimaschutz
Projektpartner: insgesamt 13 o BML (Abt. I/6 Hochwasserrisikomanagement), BMK (Abt. V/10 Nationalparks, Natur- und Artenschutz), Naturschutzabteilungen der Länder Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich, Tirol, Steiermark und Salzburg, Universität Wien, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel o 3 Assoziierte Partner: Länder Wien, Burgenland und Kärnten
Ziel: Umsetzung der Moorstrategie 2030+ einerseits durch direkte Maßnahmensetzung innerhalb des Projekts und andererseits durch die Erarbeitung der notwendigen Grundlagen sowie Handlungs- und Entscheidungsmechanismen für die weitere Umsetzung nach Projektende bis 2050
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02.02.2024 | Autor*in: holler
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