Alte fossile Infrastruktur als Rohstofflager für die Energiewende
Das Ergebnis: Vor allem Stahl und Kupfer könnten künftig eine wichtige Rolle spielen. Laut der im Rahmen des EU-Projekts „CircEUlar“ entstandenen Studie könnte das Recycling der fossilen Infrastruktur theoretisch den gesamten für die Energiewende benötigten Stahlbedarf und rund ein Drittel des Kupferbedarfs decken.
Die Wiederverwertung wäre zudem deutlich umweltfreundlicher als die Gewinnung neuer Rohstoffe. Nach Berechnungen der Forschenden könnten bis 2050 bis zu zwei Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. Gleichzeitig ließen sich durch vermiedene Umwelt- und Gesundheitsschäden bis zu vier bis elf Billionen US-Dollar an Folgekosten einsparen.
Der recycelte Stahl und das Kupfer könnten etwa für Solaranlagen, Windkraftwerke, Stromleitungen oder Elektrolyseure eingesetzt werden. Bei Solar- und Windenergieanlagen könnte die Verwendung von recyceltem Stahl den CO₂-Fußabdruck laut Studie jeweils um rund ein Drittel reduzieren.
Eine zentrale Herausforderung sind derzeit allerdings fehlende wirtschaftliche Anreize. Damit wertvolle Materialien aus der fossilen Infrastruktur tatsächlich für die Energiewende zurückgewonnen werden können, müsse der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas mit dem gezielten Recycling der bestehenden Anlagen verbunden werden. Die alte Energieinfrastruktur könnte damit nicht nur abgebaut, sondern zum Rohstofflager für das neue Energiesystem werden.