© Sandra Singh / Greenpeace / Flutmöbel vor der CSU-Parteizentrale
© Sandra Singh / Greenpeace / Flutmöbel vor der CSU-Parteizentrale

Flutschäden vor CSU-Parteizentrale

Verfehlte Klimapolitik: Greenpeace-Aktive präsentieren zerstörte Möbel aus Flutgebieten

München - Mit einem Zimmer voller zerstörter Möbel aus den bayerischen Flutgebieten protestierten Aktive von Greenpeace vor der CSU-Zentrale in München gegen die verfehlte Klima- und Hochwasserschutzpolitik der Partei. Stühle, ein Tisch, Regale und Kinderspielzeug aus den überfluteten Orten Allershausen, Fahrenzhausen und Hohenkammer zeigen beispielhaft die Folgen der Katastrophe. Auf einem Banner stand: “Klimakrise zerstört unsere Heimat!”. Rund um Allershausen im Landkreis Freising kämpfen die Einsatzkräfte inzwischen gegen 80.000 Liter ölverschmutztes Wasser. Aufschwimmende und geplatzte Heizungstanks sind die Ursache. „Die CSU hat viel zu wenig getan, um die deutschen Verpflichtungen zum Klimaschutz zu erfüllen”, sagt Thilo Maack von Greenpeace. “Sie klammert sich zu lange an fossile Energien und baut die Windenergie in Bayern viel zu langsam aus. Jedes Gramm CO2, das in die Luft geblasen wird, befeuert die Erderhitzung. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter-Ereignissen wie diesem. Mit dieser Flut war zu rechnen, Herr Söder!”


Um ihr Ziel der Klimaneutralität 2040 zu erreichen, müsste die Landesregierung jährlich über 100 Windräder installieren, 2023 waren es nur sieben. Bayern hat seine Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2021 nur um 18 Prozent reduziert, im gleichen Zeitraum reduzierte Deutschland um 39 Prozent. Im Verkehrsbereich sind die bayerischen Emissionen heute sogar höher als 1990, Tendenz weiter steigend. Beim Hochwasserschutz setzte die CSU-geführte Landesregierung den geplanten Bau wichtiger Rückhaltebecken nicht um. Außerdem erhöhen der zunehmende Flächenfraß und die schleppende Renaturierung der Flüsse die Hochwassergefahr.

Umweltschützer:innen testen Kinderspielplätze auf giftige Rückstände der Flut

Mit sinkenden Pegeln lagern sich nach einer Flut giftige Stoffe ab, die die Wassermassen mit sich gebracht haben. Aktive von Greenpeace haben deshalb zwei Bodenproben auf einem Spiel- und einem Bocciaplatz in Allershausen genommen. Die Proben werden jetzt in einem staatlich anerkannten Labor auf Rückstände von Mineralöl-Kohlenwasserstoff, Pestizide, Schwermetalle, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Erste Ergebnisse sollen in rund zwei Wochen vorliegen.

Welche Auswirkungen Klimaschäden durch Fluten inzwischen in ganz Europa haben, zeigt eine Ausstellung im Klimahaus in Bremerhaven. Zu sehen sind verschlammte Musikinstrumente und andere persönliche Gegenstände von betroffenen Menschen aus der italienischen Emilia Romagna und dem deutschen Ahrtal. Zusammen mit anderen Möbeln bilden die Objekte die sogenannte “Flutwohnung”, die Greenpeace in Kooperation mit dem Klimahaus auf der Havenplaza vom 12. Juni bis in den Oktober 2024 hinein zeigt.



Verwandte Artikel:


_____
Weitere Infos: Greenpeace Deutschland

Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /