© Matija Tunjic auf pixabay.com / Bahn
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Klares Zeichen für öffentlichen Verkehr

Der Ausbau der Öffis schafft Arbeitsplätze und hilft gegen die Klimakrise - 300 Mio. zusätzlich für öffentlichen Verkehr.

"Jeder Euro, der in den Ausbau der Öffis investiert wird, ist doppelt gut angelegt: Der Öffi-Ausbau bringt uns weiter im Kampf gegen die Klimakrise und schafft und sichert Arbeitsplätze", sagt die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr, Sylvia Leodolter. "Die von der Bundesregierung angekündigten vorgezogenen Investitionen in die Bahn dürfen dabei nur der Startschuss sein. Die AK fordert insgesamt mindestens 10 Milliarden Euro an Investitionen in den nächsten zehn Jahren für den Klimaschutz, davon rund 5,5 Milliarden für den Bahnausbau. "Hier ist der Finanzminister am Zug: Er muss dafür sorgen, dass im Rahmenplan die Investitionen in den Klimaschutz in den nächsten Jahren den gebührenden Platz bekommen."

Weratschnig: Investitionen in den Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven

"Die Stärkung des öffentlichen Verkehrs mit zusätzlichen Mitteln von 300 Mio. Euro unterstreicht die grüne Handschrift im Konjunkturprogramm der Regierung und stellt die Weichen für eine nachhaltige, klimaneutrale Mobilität", begrüßt Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Grünen im Parlament, die präsentierte Maßnahme von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Mit diesen zusätzlichen Mitteln wird es ermöglicht, die Taktlücken für Pendler*innen zu schließen sowie das Attraktiveren des öffentlichen Verkehrs an Randzeiten und Wochenenden zu steigern. Außerdem wird damit das Tourismusangebot, sei es Ski- oder Wandertourismus, für die breite Bevölkerung in Österreich zugänglicher gestaltet.

Zusätzlich leisten die Investitionen in Höhe von 250 Mio. Euro in den kommenden zwei Jahren in den Umbau, inklusive Ausbau der Barrierefreiheit, der Bahnhöfe nicht nur einen Beitrag zur Inklusion, sondern schaffen auch Arbeitsplätze. "Diese Perspektive ist vor allem jetzt in der Corona-Krise immens wichtig. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs stellt ein großes Potential dar, klimafreundliche Jobs zu generieren. Hier wird der Klimaschutz als Wirtschaftsmotor einmal mehr deutlich", unterstreicht Weratschnig die Synergie zwischen Klima und Wirtschaft.

WKÖ: Starker öffentlicher Verkehr sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Österreich

Das vorgestellte Konjunkturprogramm für den öffentlichen Verkehr (ÖV) wird auch von der Wirtschaftskammer Österreich in vollem Umfang unterstützt: "Der Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs ist sowohl für die Erreichung der Klimaziele, als auch zur Ankurbelung der heimischen Volkswirtschaft eine ganz entscheidende Maßnahme, die auch Arbeitsplätze sichert. Wir freuen uns, hier gemeinsam mit der Gewerkschaft vida ein Maßnahmenpaket erreicht zu haben", sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ.

Ganz ähnlich sieht Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen, in den heute angekündigten Maßnahmen eine "ganz wichtige Zukunftsinvestition". Mit dem nun vorliegenden Konjunkturprogramm - vor allem mit den Investitionen zum Ausbau der Regionalbahnen - werden langjährige Forderungen des Fachverbandes umgesetzt. "Die Regionalbahnen sind wichtige Arbeitgeber und Wirtschaftsmotoren direkt in den Regionen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krisensituation müssen wir diese Wirtschaftsleistung und Arbeitsplätze unbedingt aufrechterhalten und ausbauen", meint Scheiber.

Dafür sprechen auch jene Zahlen, die vom Fachverband erhoben wurden: "Zehn Euro, die im laufenden Betrieb von den privaten Regionalbahnen erwirtschaftet werden, generieren weitere acht Euro an Wertschöpfung in der Region. Zehn Arbeitsplätze bei den privaten Regionalbahnen schaffen weitere neun Arbeitsplätze, also fast eine Verdoppelung."

Weitere Schritte im städtischen Nahverkehr müssen folgen

Der öffentliche Personennahverkehr ist in Österreichs Städten unverzichtbar und auch erfolgreich: Die heimischen Verkehrsunternehmen erwirtschaften eine Bruttowertschöpfung von über einer Milliarde Euro. Während der Corona-Krise haben die Öffis - vorher mit österreichweit 1,3 Milliarden Fahrgästen pro Jahr, eine absolute Spitzenposition in Europa - jedoch Fahrgasteinbußen von bis zu 90 Prozent. "Im städtischen Nahverkehr müssen wir gegensteuern und brauchen ebenfalls verstärkt Investitionen", fordert Scheiber.

Bundesspartenobmann Klacska betont, dass dem Investitionspaket für den öffentlichen Verkehr auch ein "Standortpaket Mobilität" für die Bereiche Personen- und Güterverkehr folgen müsse - allen voran für die von der Covid-19-Krise besonders stark bedrohten Mobilitätssektoren wie Bus- und Taxibetriebe.

Ein klimafreundliiches Konjunkturprogramm sollte hier jedoch den Umstieg auf E-Mobilität vorantreiben, meinen dazu mehrere Umwelt-NGOs.


Artikel Online geschalten von: / Doris Holler /