© ÖBB/Philipp Horak / Cityjet & Railjet
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Bahnnutzung in Österreich hat seit 2010 um rund 20 Prozent zugelegt

VCÖ fordert Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild

Wien - In Österreich wird immer mehr Bahn gefahren. Im Vorjahr wurden bereits fast 13 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn zurückgelegt. Seit dem Jahr 2010 sind die mit der Bahn gefahrenen Kilometer um rund 20 Prozent gestiegen. Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, ist der Anteil der Bahn aber noch massiv zu erhöhen. Der VCÖ fordert eine Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild. Vor allem in den Ballungsräumen und in den Regionen braucht es mehr Verbindungen.

Im Vorjahr wurde in Österreich erneut mehr Bahn gefahren. Zum achten Mal in Folge sind die mit der Bahn gefahrenen Kilometer gestiegen. Mit rund 12,9 Milliarden Personenkilometern wurden um über zwei Milliarden Kilometer mehr mit der Bahn gefahren als noch im Jahr 2010, das ist ein Anstieg um rund 20 Prozent.

"Die Entwicklung ist erfreulich. Aber im Vergleich zur Schweiz hat Österreich noch einiges aufzuholen", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Während in Österreich pro Kopf rund 1.435 Kilometer pro Jahr mit der Bahn gefahren werden, sind es in der Schweiz mit rund 2.470 Kilometer um über 70 Prozent mehr.

Österreich kann seine Klimaziele im Verkehr nur erreichen, wenn weniger mit dem Auto und stattdessen mehr mit der Bahn gefahren wird. Laut Umweltbundesamt ist der CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen Pkw mit Verbrennungsmotor 15 Mal so hoch wie jener der Bahn. Wer 1.000 Kilometer mit der Bahn statt mit dem Auto fährt, vermeidet rund 200 Kilogramm CO2. E-Pkw verursachen in der Gesamtbilanz sechs Mal so viel klimaschädliches CO2 wie die Bahn.

In Österreich ist vor allem in den Ballungsräumen und in den Regionen das Bahnangebot auszubauen. "Während fast jede Almhütte mit dem Auto erreichbar ist, ist nicht einmal jedes regionale Zentrum an das Bahnnetz angeschlossen. Das gilt es rasch zu ändern", betont Gansterer. So soll jedes der 124 regionalen Zentren gut mit der Bahn erreichbar sein. Zudem braucht es aufgrund der zunehmend flexibleren Arbeitszeiten auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen.

Der VCÖ fordert für Österreich eine Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild. Ein österreichweiter Taktfahrplan mit optimalen Anschlüssen an regionale Busverbindungen ist rasch umzusetzen. Darüber hinaus ist die autofreie Erreichbarkeit der Bahnhöfe und Haltestellen zu verbessern. Das beginnt bei guten und sicheren Geh- und Radverbindungen zu den Bahnhöfen. Wichtig sind in Kleinstädten und Regionen auch Anrufsammeltaxis, Gemeindebusse und Carsharing-Angebote für die Fahrt vom Bahnhof zum Zielort.

VCÖ: Seit 2010 hat Bahnverkehr in Österreich um rund 20 Prozent zugelegt
(Mit Bahn gefahrene Personenkilometer in Österreich)

Jahr 2018 (Abschätzung VCÖ): 12,9 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2017: 12,7 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2016: 12,6 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2015: 12,2 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2014: 12,1 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2013: 11,9 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2012: 11,3 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2011: 10,9 Milliarden Personenkilometer

Jahr 2010: 10,7 Milliarden Personenkilometer

Quelle: Umweltbundesamt (Jahre 2010 bis 2017), VCÖ 2019


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