© Pexels - pixabay.com / Es wird immer heißer
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Klimawandel und Gesundheit: Bundesregierung muss handeln

EU-Ratspräsidentschaft nützen, um Kohlesubventionen zu beenden und CO2-Emissionen von Fahrzeugen zu reduzieren.

Heute wird der APCC Special Report zu Gesundheit, Demographie und Klimawandel präsentiert. "Die Lösung der globalen Klimakrise braucht höchste politische Priorität. Während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft fällt die Entscheidung, ob Milliardensubventionen für Kohlekraftwerke europaweit einfach weiter bezahlt werden und wie stark Hersteller von Fahrzeugen klimaschädliche Emissionen senken müssen. Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Verkehrsminister Norbert Hofer sind am Zug, sich für eine ambitionierte EU-Gesetzgebung stark zu machen und die Gesundheit der Bevölkerung vor die Profitinteressen der Konzerne zu stellen", fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Schon jetzt gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote. 2017 starben 586 Menschen an Hitze bedingten Gesundheitsfolgen, im selben Jahr gab es 413 Verkehrstote. Kommenden Dienstag werden die EU-Energieminister in Linz diskutieren, wie das EU-Strommarktdesign in Zukunft aussehen wird. Dabei steht auch zur Diskussion, ob es Milliardengelder an Subventionen für Kohlekraftwerke in der EU weiter geben wird. Gleichzeitig soll in den nächsten Monaten beschlossen werden, wie stark Hersteller von Fahrzeugen die CO2-Emissionen reduzieren müssen. Kohlekraftwerke und der Verkehr sind wesentliche Emittenten von klimaschädlichen Gasen und anderen gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen. Wahlmüller dazu: "Wir brauchen in ganz Europa ein Ende der Subventionen für Kohlekraftwerke und in Österreich einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2020. Weiters müssen die Hersteller von Fahrzeugen klimaschädliche Emissionen um mindestens 70 Prozent reduzieren. Das ist die Voraussetzung für den langfristig angepeilten Ausstieg aus fossiler Energie im Verkehr."

Neben den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zeigt sich GLOBAL 2000 auch über die Auswirkungen von Feinstaub, welche mit zunehmendem Wissensstand immer gravierender eingeschätzt werden, besorgt. Erst letzte Woche wurde eine Studie unter Federführung der kanadischen Gesundheitsbehörde präsentiert, die errechnete, dass es weltweit 8,9 Mio. Todesfälle durch Feinstaubbelastung gibt. Das ist deutlich mehr als bisher angenommen. Für Österreich schätzt die Europäische Umweltagentur etwa 5.500 vorzeitige Todesfälle nur durch die Folgen von Feinstaub. "Wir fordern einen sofortigen Stopp der Tempo 140-Teststrecken, weil das die Emissionen gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe stark erhöht. Gegenüber Tempo 130 ist der Feinstaubausstoß bei Tempo 140 schon um 18 Prozent höher, das ist nicht hinnehmbar. Wir benötigen wirksame Maßnahmen zur Reduktion gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe statt Rennstrecken auf unseren Straßen. Wenn Ihnen, Herr Verkehrsminister Norbert Hofer, die Gesundheit der Bevölkerung ein Anliegen ist, dann beenden Sie bitte dieses sinnlose Experiment", appelliert Wahlmüller.


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