© Sapphire C / pixabay.com
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Kärnten: Neue Pflanzenschutzmittel-Verordnung untersagt Verwendung von Glyphosat

LR Holub: Öffentliche Flächen werden mit neuer Verordnung Glyphosatfrei - Helmut Burtscher von GLOBAL 2000: „Mehr als ein Schritt in die richtige Richtung“

Klagenfurt - Mit einer neuen Pflanzenschutzmittel-Verordnung untersagt das Land Kärnten künftig die Verwendung von Pestiziden wie Glyphosat auf öffentlichen Flächen. Diesen wichtigen Schritt in der Diskussion um die Verwendung des Pestizids teilte heute, Freitag, Umweltreferent Rolf Holub im Rahmen einer Pressekonferenz mit Helmut Burtscher von GLOBAL 2000 der Öffentlichkeit mit.

„Mit der neuen Verordnung beschränken wir die Verwendung von giftigen Pflanzenschutzmitteln und fördern nicht chemische Methoden zur Beseitigung von Unkraut. Die Verordnung ist ein umweltpolitischer Meilenstein und macht Kärnten zum Vorreiter der Anti-Glyphosat-Bewegung“, teilte Holub mit. Die EU schreibe vor, dass die Mitgliedsstaaten sicherzustellen haben, dass die Verwendung von Pestiziden so weit wie möglich minimiert bzw. verboten werden. Auf diese EU-Forderung bezieht sich die neue Verordnung: „Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln mit geringem Risiko sowie biologische Bekämpfungsmaßnahmen stehen in Kärnten in Zukunft im Mittelpunkt“, so Holub.

Von der Verordnung und somit vom Verbot eingeschlossen seien sensible öffentliche Flächen, die von der Bevölkerung genutzt werden: „Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindergärten, Horte, Kinderspielplätze, öffentliche Park- und Gartenanlagen sowie Sport- und Freizeitplätze werden mit dieser Verordnung Glyphosatfrei“, informiert Holub. Die Verordnung werden in der Regierungssitzung am 31. Jänner eingebracht.

GLOBAL-2000-Experte Helmut Burtscher, der sich seit 15 Jahren mit dem Thema Pestizide beschäftigt, bezeichnete die geplante Verordnung als „mehr als einen Schritt in die richtige Richtung“. Die Kärntner Initiative habe mit dieser Verordnung Leuchtturm-Charakter: „Kärnten ist der Vorreiter der Gegenbewegung in Sachen Glyphosat. Die neue Verordnung hat einen ganzheitlichen Charakter und konzentriert sich nicht nur auf Glyphosat. Wenn die Verordnung in Kraft tritt, werden Kärntens Parks anders aussehen und anders riechen“, so Burtscher. Am Beispiel der Stadt Gent könne man beobachten, dass ein Verzicht auf Glyphosat und Co. das Wohlfühlerlebnis für Menschen merkbar steigere. Die Politik in Kärnten übernehme hier die Verantwortung für die Gesundheit der Menschen, so Burtscher. „Kärnten wird durch diese Verordnung noch ein Stück schöner und gesünder“, so der Umweltreferent.


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