75 Jahre HBLFA Schönbrunn: Gartenbau zwischen Tradition und Klimawandel
„Die HBLFA für Gartenbau in Schönbrunn steht nicht nur für gärtnerisches Fachwissen, Innovationskraft und die Leidenschaft für Natur und Garten“, betonte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Als Kompetenzzentrum für Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsgestaltung verbinde die Einrichtung Theorie und praktische Anwendung auf besondere Weise.
Die HBLFA Schönbrunn ist Österreichs einzige berufsbildende höhere Schule, die sich auf Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsgestaltung konzentriert. Die Ausbildung schließt mit Matura ab und vermittelt neben theoretischen Grundlagen auch umfangreiche praktische Kenntnisse.
In den vergangenen 75 Jahren haben mehr als 4.000 Absolventinnen und Absolventen die Schule besucht. Viele von ihnen sind heute in Gartenbau, Landschaftsplanung, Produktion, Beratung, Forschung oder verwandten Bereichen tätig und haben die österreichische Gartenlandschaft mitgeprägt.
Die Herausforderungen haben sich dabei deutlich verändert. Wo früher vor allem klassische Produktions- und Gestaltungstechniken im Mittelpunkt standen, gewinnen heute Klimawandel, Ressourcenschonung und nachhaltige Gestaltung urbaner Räume zunehmend an Bedeutung.
Die Forschungsaktivitäten in Schönbrunn beschäftigen sich daher unter anderem mit der Frage, wie Grünräume an heißere und trockenere Bedingungen angepasst werden können. Gerade Städte stehen dabei vor großen Herausforderungen: Begrünte Flächen sollen Hitze reduzieren, Wasser speichern und gleichzeitig widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels sein.
Ein besonderes Forschungsfeld ist der heizungsfreie Anbau von Wintergemüse. Die HBLFA Schönbrunn arbeitet daran, Gemüse auch in der kalten Jahreszeit möglichst energiearm zu produzieren.
Angesichts hoher Energiekosten und des notwendigen Ausstiegs aus fossilen Energieträgern gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Produktionsmethoden, die mit möglichst wenig zusätzlicher Wärme auskommen, könnten dazu beitragen, den heimischen Gemüsebau nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen.
Direktor Gerd Koch sieht das Jubiläum daher nicht nur als Anlass zum Rückblick: Die 75 Jahre seien vielmehr ein Ansporn, Ausbildung und Forschung auch künftig auf hohem Niveau weiterzuführen und die Entwicklung der grünen Branche in Österreich aktiv mitzugestalten.
Die Schule ist damit ein Beispiel für einen Wandel, der den gesamten Gartenbau betrifft: Aus klassischem Gartenbau wir immer mehr angewandte Klimaforschung, mit direkten Auswirkungen auf Ernährung, Wohlfühlräume in Städten und damit auch Lebensqualität.