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60 Millionen Euro für die industrielle Transformation: 34 Innovationsprojekte starten

27.08.2026

Elektrifizierung, Energieeffizienz,  Kreislaufwirtschaft  und mehr  im Fokus: Die dritte Ausschreibung der FTI-Initiative „Transformation der Industrie“ bringt 34 Projekte in die Umsetzung. Erstmals wird auch die Fertigungsvorbereitung von Netto-Null-Technologien unterstützt.

Österreichs Industrie steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Energieintensive Produktionsprozesse müssen klimafit werden, gleichzeitig soll der Industriestandort international wettbewerbsfähig bleiben. Mit der dritten Ausschreibung der FTI-Initiative für die Transformation der Industrie werden nun 34 Innovationsprojekte mit insgesamt rund 60 Millionen Euro gefördert.

Die Mittel kommen aus dem Klima- und Energiefonds, der dafür vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) dotiert wird. Ziel ist es, klimaneutrale Produktion in Österreich nicht nur zu erforschen, sondern möglichst rasch in die industrielle Praxis zu bringen.

Mehr als drei Viertel der Fördersumme fließen direkt an Unternehmen, rund 20 Prozent gehen an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten.

„Wir bringen Innovationen aus Österreich rascher zur Marktreife und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz unseres Industriestandorts nachhaltig“, erklärt Innovationsminister Peter Hanke.


Von der Forschung direkt in die Produktion

Ein wesentliches Merkmal der Initiative ist die enge Verbindung von Forschung und praktischer Erprobung. Gefördert werden sechs reine Forschungs- und Entwicklungsprojekte, sieben reine Pilot- und Demonstrationsanlagen sowie acht kombinierte Projekte. Hinzu kommt ein Qualifizierungsnetzwerk.

Gerade die kombinierten Projekte sollen dafür sorgen, dass neue Technologien nicht jahrelang im Labor bleiben. Forschungsfragen werden direkt mit Pilot- oder Demonstrationsanlagen im realen industriellen Umfeld verbunden.

Damit können Unternehmen neue Technologien unter tatsächlichen Betriebsbedingungen testen und gleichzeitig technische und wirtschaftliche Erfahrungen für eine spätere Skalierung sammeln.

Der Klima- und Energiefonds sieht darin einen wichtigen Vorteil für den Wirtschaftsstandort: Forschungsergebnisse sollen schneller in marktfähige Lösungen und letztlich in neue industrielle Anwendungen überführt werden. 


Erstmals auch Netto-Null-Technologien im Fokus

Eine Neuerung der aktuellen Ausschreibung ist die Förderung der Entwicklung und Fertigungsvorbereitung von Netto-Null-Technologien.

Damit geht die Initiative über die reine Dekarbonisierung bestehender Produktionsprozesse hinaus. Unterstützt werden können beispielsweise Vorhaben, die den Aufbau künftiger Produktionslinien oder die Fertigung von Komponenten für Technologien zur erneuerbaren Energieerzeugung vorbereiten.

Der Hintergrund ist auch industriepolitisch relevant: Europa will die Produktion strategisch wichtiger Netto-Null-Technologien stärker auf dem eigenen Kontinent ansiedeln und damit Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten reduzieren.

Die österreichische Förderung kann dabei einen ersten Schritt darstellen – von der Entwicklung über die Fertigungsvorbereitung bis hin zu späteren Investitionen und einer möglichen Markteinführung. 


Elektrifizierung führt das Feld an

Die geförderten Projekte kommen aus allen österreichischen Bundesländern und decken unterschiedliche Branchen und technologische Ansätze ab.

Den größten Anteil stellen Projekte aus den Bereichen Elektrifizierung und Energieeffizienz., vertreten sind auch Projekte zu  CO₂-neutrale Gasen ,  Wasserstoff  und  Kreislaufwirtschaft.

Flexibilisierung und Digitalisierung spielen in vielen der Vorhaben ebenfalls eine wichtige Rolle. Damit zeigt sich, dass industrielle Dekarbonisierung zunehmend nicht nur über einzelne neue Technologien funktioniert, sondern über das Zusammenspiel von Energieversorgung, Produktion, Digitalisierung und effizienter Ressourcennutzung. 


Nachfrage größer als das Förderbudget

Die Nachfrage in diesem Bereich ist laut Klima- und Energiefonds hoch. Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, betont, dass längst nicht alle eingereichten Projekte gefördert werden konnten.

Das zeigt zugleich den erheblichen Transformationsdruck in der österreichischen Industrie. Unternehmen investieren zunehmend in neue Technologien, benötigen für deren Entwicklung und erstmalige industrielle Anwendung aber Unterstützung bei den hohen Anfangskosten und technologischen Risiken.

Begleitet wird die Initiative vom Innovationslabor NEFI – New Energy for Industry, das Projekte bei Vernetzung, Information und Entwicklung unterstützt.

Dass mehrere nicht zum Zug gekommene Projekte bereits für die nächste Ausschreibung vorbereitet werden, deutet auf eine anhaltend hohe Nachfrage hin. 


Mehr als Klimaschutz

Die 60 Millionen Euro sind damit nicht nur als Klimaschutzförderung zu verstehen. Es geht auch um die Frage, welche Technologien künftig in Österreich entwickelt und produziert werden – und ob österreichische Unternehmen vom weltweiten Wachstum der Netto-Null-Technologien profitieren können.

Die Kombination aus Forschung, Pilotanlagen, Qualifizierung und Fertigungsvorbereitung setzt genau an dieser Schnittstelle an.

Denn für die Industrie der Zukunft reicht es nicht, CO₂-Emissionen zu reduzieren. Österreich muss gleichzeitig jene Technologien entwickeln und produzieren, die für eine klimaneutrale Wirtschaft gebraucht werden. Die neue Förderoffensive versucht, beide Ziele miteinander zu verbinden.

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