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40 Jahre nach Chornobyl: Greenpeace-Report dokumentiert Folgen des russischen Drohnenangriffs auf AKW

15.04.2026

Umweltschutzorganisation fordert Unterstützung bei Wiederaufbau der zerstörten Schutzhülle sowie Ausweitung der Sanktionen gegen Russland

Chornobyl.jpg
© Pavlo Siromenko / Greenpeace

Chornobyl/Ukraine – Anlässlich des anstehenden 40. Jahrestags der Atomkatastrophe von Chornobyl beleuchtet ein neuer  Greenpeace-Report die komplexen Folgen des russischen Drohnenangriffs 2025 auf das AKW Chornobyl. Der Bericht wurde vom Ingenieur Eric Schmieman verfasst, der viele Jahre lang in Chornobyl an der Planung und dem Bau der Schutzhülle für den beschädigten Reaktor 4 mitgewirkt hat. Der Bericht zeigt, dass ohne dringende Reparaturen an der äußeren Schutzhülle die Einsturzgefahr für den darunterliegenden Sarkophag steigt. Die EU muss die Ukraine unterstützen, damit schon bald die dringend notwendigen Reparaturen an der äußeren Schutzhülle erfolgen können, so Greenpeace. Zudem muss die EU die Sanktionen gegenüber Russland und insbesondere dem russischen Atomkonzern Rosatom ausweiten.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Österreich: “Vierzig Jahre nach der Katastrophe zeigt sich: Atomkraft ist und bleibt ein unkalkulierbares Risiko. Der russische Drohnenangriff auf das AKW Chornobyl hat das Risiko einer erneuten Verstrahlung massiv erhöht. Die Schutzhülle muss dringend repariert werden, damit die hochradioaktive Reaktorruine sowie die Tonnen giftigen Nuklearabfalls weiterhin sicher verwahrt bleiben. Doch unter der anhaltenden Gefahr weiterer russischer Angriffe sind Reparaturen nur schwer möglich.”

Nach dem Reaktorunglück 1986 wurde der beschädigte Reaktor mit einer ersten Schutzhülle, dem sogenannten Sarkophag, ummantelt. Über diesen wurde eine weitere Schutzhülle errichtet, das New Safe Confinement (NSC). Durch einen russischen Drohnenangriff 2025 wurde die äußere Hülle, das NSC, durchschlagen. Ein Feuer zerstörte rund 50 Prozent der Isolierschicht. Da diese für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit innerhalb der Schutzhülle nötig ist, stellt Kondenswasser seitdem ein wachsendes Problem dar und destabilisiert den darunter liegenden Sarkophag mit der Reaktorruine. Nur wenn die Schutzhülle für 100 Jahre intakt bleibt, kann sie die hohe Strahlenbelastung effektiv reduzieren. 

Ingenieur Eric Schmieman: „Es ist fast unmöglich, das Ausmaß der lebensbedrohlichen Bedingungen im Inneren des Sarkophags zu begreifen: Dort liegen Tonnen von hochradioaktivem Kernbrennstoff, Staub und Trümmern. Meine Kollegen und ich haben Jahre damit verbracht, die Ruinen des Reaktors 4 in Chornobyl zu untersuchen. Wir haben die neue Sicherheitshülle entworfen und gebaut, um die Umwelt und die Menschen in der Ukraine und in Europa zu schützen. Jetzt muss sie dringend repariert werden, damit sie nicht vollkommen einstürzt.” 

Russische Drohnenangriffe auf zentrale Kraftwerke, Stromleitungen und Umspannwerke unterbrechen immer wieder die Energieversorgung für Chornobyl. Damit verbunden sind Ausfälle bei Anlagen, die die Sicherheit des Komplexes gewährleisten sollen. Diese Probleme wollen die staatlichen Betreiber jetzt mit einem Solarkraftwerk lösen, das direkt auf dem ehemaligen Werksgelände errichtet wird. Das Ziel ist es dabei, durch eine dezentrale Energieversorgung unabhängig vom ukrainischen Stromnetz zu werden. “Unabhängig, kostengünstig und sicher - auch für den langfristigen Schutz der Atomruine von Chornobyl sind erneuerbare Energien die beste Lösung”, so Dengler.

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