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Zwei Köche verderben nicht den Brei

21.07.2004

Was Renate Künast, deutsche Landwirtschaftsministerin, und Josef Pröll, österreichischer "Lebensminister" für Umwelt und Landwirtschaft, "ausgekocht" haben.

ja © Oekonews
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Gemeinsame Strategien für biologische Landwirtschaft, Gentechnik, nachwachsende Rohstoffe sowie Erneuerbare Energie waren die Themen eines Arbeitsbesuches in Wien.
Die biologische Landwirtschaft ist eine wichtige Zukunftsperspektive in Europa und muss weiter forciert werden; insbesondere auch im neuen Programm zur ländlichen Entwicklung 2007 – 2013, das diese Woche in Brüssel diskutiert wurde. Umweltleistungen und eine nachhaltige Entwicklung rücken auch hier immer mehr in den Vordergrund. „Das ist begrüßenswert!„ sind sich die beiden Minister einig.
Konsumenteninformation soll von der EU mitfinanziert werden. Förderungsmaßnahmen im Rahmen der ländlichen Entwicklung sollen zu großen Anteilen den Biobauern zugute kommen. In Österreich fließen derzeit bereits 23% der Mittel aus dem Umweltprogramm ÖPUL und 15% aus der Investitionsförderung an Biobauern. Der Anteil an Biobauern beträgt jedoch etwa 10%. Der Anteil der biologisch wirtschaftenden Betriebe ist auch in Deutschland gestiegen.
Kontrollen und klare Regeln für den Biosektor in Europa sollen gemeinsam erarbeitet werden. „ Für die Konsument/innen ist es genauso wichtig, die regionale Herkunft von Lebensmitteln zu erkennen. Aus diesem Grund muss das geplante EU–Bio–Logo auch einen regionalen Bezug zulassen„, so Minister Pröll. Auch Deutschland will sein Aktionsprogramm für Biobauern entspechend weiterentwickeln. Ministerin Künast erzählte von Biobauern, die als Hauptabnehmer für ihre Produkte die regionalen Universitätsmensen haben. Das ist für sie ein richtiger Weg.

Gentechnikfreiheit muss sicher sein

Der Umgang mit Gentechnik ist eine weitere Schlüsselfrage für die Landwirtschaft. Es muss gewährleistet sein, dass Bauern hier auch in Zukunft frei entscheiden können. In Österreich sind sowohl die Konsumenten als auch Bäuerinnen und Bauern gentechnikskeptisch. Bauern, die auf Gentechnik verzichten wollen, müssen entsprechende Rahmenbedingungen vorfinden. „Voraussetzungen sind nicht nur entsprechendes Saatgut, sondern auch sowie klare Haftungs– und Koexistenzregelungen.„, so Pröll.
„In Österreich sind wir in den letzten Jahren einen klaren Weg der Extensivierung und der Qualitätsbetonung in der Produktion gegangen. Den wollen wir weiter absichern, weil auch die österreichischen Konsumenten sich das wünschen„, sagt Pröll.

Erneuerbare Energieträger sind zweites Standbein für ländlichen Raum

Einig waren sich die Minister bei der Frage der erneuerbaren Energieträger. „Die Renewables in Bonn waren ein voller Erfolg! Die Möglichkeiten betreffen im Kern auch die Landwirtschaft. Nachwachsende Rohstoffe können außerdem auch als Dämmstoffe eingesetzt werden. Auch in der Autoindustrie sind sie ein Thema. Im Erneuerbaren Energiebereich sind in Deutschland noch etwa 100.000 neue Arbeitsplätze möglich.„ meint Künast.
„Österreich ist hier in manchen Bereichen in der Technologieentwicklung führend, beispielsweise im Bereich der Biomasse. Das Ökostromgesetz hat hier Wirksamkeit bewiesen, es muss Grundlage für die Erreichung unserer Ziele bleiben!„ sagt dazu Pröll.
Das Ziel in Österreich ist die Erreichung von 4% Strom aus Biomasse, Biogas, Wind, Geothermie und Photovoltaik sowie 9% Strom aus Kleinwasserkraftwerken bis zum Jahr 2008. Bei der Diskussion um eine Reform des Ökostromgesetzes darf die Substanz nicht angetastet werden, so Pröll weiters.
Künast sieht ein wesentliches Problem darin, dass nach wie vor die tatsächlichen Kosten fossiler Energien und der Atomkraft, beispielsweise auch der Atomendlagerung, in der Kostenfrage der Erneuerbaren Energien nicht berücksichtigt werden.

Nachwachsende Rohstoffe fördern Unabhängigkeit

Nachwachsende Rohstoffe fördern nicht nur die Unabhängigkeit von Erdöl, sondern sind auch ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung des Kyoto–Ziels und gegen den Klimawandel. Auch die Forcierung des Einsatzes von Biokraftstoffen ist sinnvoll und ein gemeinsames Ziel sind sich die Minister einig. „Das ist ein wesentlicher Beitrag zu einer besseren CO2–Bilanz.„ so Künast.
Am Ende des Arbeitsbesuches kochten die beiden Minister gemeinsam in Toni Mörwalds Schauküche im Ambassador in Wien – natürlich mit österreichischen, biologischen, gentechnikfreien Lebensmitteln.
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21.07.2004 | Autor*in: holler
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