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Zwei Große wollen gemeinsam "E–Mobility Provider" gründen

11.04.2012

Gemeinsames Unternehmen als Türöffner für Elektromobilität in Österreich geplant

© Verbund– "E–Mobility Provider" Pressekonferenz  mit Wolfgang Anzengruber (VERBUND AG) und Wolfgang Hesoun (Siemens Österreich)
© Verbund– "E–Mobility Provider" Pressekonferenz mit Wolfgang Anzengruber (VERBUND AG) und Wolfgang Hesoun (Siemens Österreich)
Siemens Österreich und Verbund setzen auf ein gänzlich neues Geschäftsfeld. Mit der Gründung eines gemeinsamen Unternehmens soll E–Mobilität in Österreich nach mehreren Jahren Forschung und Entwicklung nun konkret anwendbar werden: Der "E–Mobility Provider Austria" plant in den nächsten Jahren ein dichtes Ladenetz aufzubauen sowie ein neuartiges pauschales E–Mobilitätspaket für Firmen– und Privatkunden anzubieten.
"Der Klimawandel erfordert ein neues Energiesystem. Mobilität ist ein wesentlicher Teil davon. In diesem technologischen Umbruch liegen ungeahnte Chancen für den Wirtschafts– und Technologiestandort Österreich. Gemeinsam mit unserem Partner Siemens bringen wir Strom aus 100 % Erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren auf die Straße", so Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender VERBUND.
"Megatrends wie Klimawandel, Urbanisierung und Globalisierung machen ein Umdenken auch im Bereich der Mobilität nötig. Durch umweltfreundliche Technologien, innovative Produkte und gesamtheitliche Lösungen ist es möglich, individuelle Mobilität auch klimafreundlich, effizient und ressourcenschonend zu gestalten. Nach unseren bisherigen gemeinsamen F&E–Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität ist der E–Mobilitäts–Provider nun der nächste logische Schritt in der Partnerschaft mit Verbund. Durch die Schaffung einer ersten gesamthaften, überregionalen Lösung in Österreich nehmen Siemens und Verbund nun eine Vorreiterrolle ein, die eine Antwort auf die bisherige elektromobile Zersplitterung in Modellregionen gibt", so Wolfgang Hesoun, Generaldirektor von Siemens Österreich.
Firmengründung und operativer Start des "E–Mobility Provider" sind für Sommer 2012 geplant (vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung). In weiterer Folge ist die Einbindung weiterer Partner aus den Bereichen Energie, Infrastruktur und Informationstechnologie vorgesehen.
Die ersten operativen Schritte umfassen den Aufbau der Infrastruktur sowie Angebote für Business– Kunden (Firmen–Flotten). Bereits im Jahr 2013 wird es ein Gesamtpaket für Endkunden geben. Bis 2020 beabsichtigt der E–Mobility Provider in Österreich unter anderem ein Netz von rund 4.500 (semi–)öffentlichen Ladestationen, etwa an Tankstellen, und Schnelladestationen zu errichten.
Ziel ist, den täglichen Ladevorgang so einfach wie möglich und ohne Zusatzbelastung zu gestalten, die begrenzte Reichweite der E–Fahrzeuge auszuweiten, die derzeit noch hohen Anschaffungskosten zu reduzieren und den Benutzern die deutlich geringeren Betriebs– und Instandhaltungskosten bewusster zu machen. Außerdem muss den E–Mobilitätsnutzern Sicherheit über die saubere Erzeugungsweise des eingesetzten Stroms gegeben werden.
Die zentralen Services für Elektromobilität bestehen daher aus der Energieversorgung des Fahrzeugs, der Bereitstellung der Infrastruktur für das Laden – insbesondere zur Verlängerung der Reichweite – sowie Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen.
Elektroautos können im Energiemix der Zukunft als Stromspeicher dienen, indem sie Stromschwankungen von Wind– und Solarenergie ausgleichen. In dieser Funktion als Ausgleichsmedium erleichtern sie auch die Integration erneuerbarer Energie in die intelligenten Stromnetze der Zukunft.
Mobilität Re–Loaded – Lösung aus einer Hand
Der Lösungsansatz dazu heißt für Siemens und Verbund "E–Mobility Provider": Ähnlich wie ein Mobilfunk–Provider wird er alle für den Betrieb von Elektrofahrzeugen notwendigen Services bündeln und Kunden ein einheitliches Leistungspaket zum maßgeschneiderten Paketpreis anbieten. Der E–Mobility Provider errichtet ein dichtes Netz an Ladestationen und stellt Infrastruktur sowie ein Routing– und Informationssystem zur Verfügung.
Noch Fahrzeug oder schon "Smart Device"?
Das E–Fahrzeug wird mithilfe der Leistungen des Providers zur mobilen "Smart Device": Das Angebotspaket beinhaltet die Errichtung einer Ladestation am Wohnort des Kunden, den Zugang zu (semi–)öffentlicher Ladeinfrastruktur sowie zu einem österreichweiten Netz an Schnell–Ladestationen. Dazu kommt ein breites integriertes Informations– und Serviceangebot, das etwa den Abruf des Ladezustandes über Smartphones, Informationen über freie Ladesäulen mit Reservierungsmöglichkeit von unterwegs sowie andere kundenorientierte Mobilitätsdienstleistungen wie Routenplanung, Pannenhilfe und Service–Hotlines beinhaltet. Alle Services stehen unabhängig von der Marke des gewählten E–Fahrzeugs zur Verfügung.
Langfristiges Ziel: Umgestaltung des Verkehrssystems
Mit ihren Aktivitäten wollen die beiden big Player ihren Beitrag dazu leisten, dass bis 2020 mindestens 240.000 Elektrofahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs sein können. Mit dem E–Mobility Provider stellen die Unternehmen die Weichen für die Revolution des Verkehrswesens – auf Basis von Strom aus 100% erneuerbaren Quellen.
Die offene Plattform "Austrian Mobile Power" beschäftigt sich seit 2009 mit den Rahmenbedingungen für E–Mobilität in und um Österreich. Das Leuchtturmprojekt EMPORA (Projektlaufzeit 2010–2014) umfasst zwei Forschungsprojekte mit einem Gesamtprojektvolumen von 26 Millionen Euro und ist damit das größte F&E–Projekt in Österreich. 21 österreichische Projektpartner – darunter auch Verbund und Siemens Österreich – beschäftigen sich mit Fragen der Fahrzeugtechnologie, der Infrastruktur aber auch der Anwendbarkeit von E–Mobilität. Das Projekt wird vom Klima– und Energiefonds der Bundesregierung mit insgesamt 12 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, E–Mobilität – vom Fahrzeug bis hin zu den Mobilitätsangeboten für Kunden – zu entwickeln und anwendbar zu machen.

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11.04.2012 | Autor*in: holler
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