Zehn Jahre Pariser Klima-Abkommen: Oberösterreich laut Klima-Allianz nicht auf Kurs
Zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Klima-Abkommens zieht die Klima-Allianz Oberösterreich eine kritische Bilanz: Das Bundesland sei weiterhin weit davon entfernt, die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. Trotz des offiziellen Bekenntnisses zur Klimaneutralität bis 2040 fehlten wirksame Maßnahmen – in zentralen Bereichen gehe die Politik sogar in die entgegengesetzte Richtung.
Besonders kritisch sieht die Klima-Allianz den schleppenden Ausbau erneuerbarer Energien. Anstatt Vorrangzonen für Windkraft auszuweisen, würden zunehmend Ausschlusszonen definiert. Das bremse den Ausbau einer verlässlichen und kostengünstigen Stromversorgung – gerade im Winter – und belaste zusätzlich den Wirtschaftsstandort Oberösterreich durch hohe Energiepreise.
Auch bei der Mobilitätswende ortet das Bündnis massive Fehlentwicklungen. Die angekündigte Preiserhöhung des Klimatickets Oberösterreich um fast 20 Prozent sende ein falsches Signal, während Treibstoffpreise zuletzt gesunken seien. Gleichzeitig investiere das Land Milliarden in neue Straßenprojekte wie die A26 oder eine Linzer Ostumfahrung, anstatt konsequent den öffentlichen Verkehr sowie den Rad- und Fußverkehr auszubauen.
Die Klima-Allianz Oberösterreich fordert daher einen klaren Kurswechsel: einen rechtswirksamen Klimaschutzplan, den Stopp neuer Autobahnprojekte, eine Rücknahme der Klimaticket-Preiserhöhung sowie klare Vorrangzonen für Windkraftanlagen. Zehn Jahre nach Paris sei klar, so das Fazit, dass die Klimakrise nichts an Dringlichkeit verloren habe – nun sei die Landespolitik gefordert, Ankündigungen endlich in wirksames Handeln zu übersetzen.