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WWF und Bundesforste: Moorrenaturierung im Endspurt!

29.12.2004

Sechs Moore im Steirischen Salzkammergut 2004 wieder belebt

Moore gehören zu den bedrohtesten Lebensräumen. Seit vier Jahren engagieren sich die Bundesforste und der WWF gemeinsam für den Schutz dieser urtümlichen Landschaften – auch im steirischen Salzkammergut. 250 Dämme haben Mitarbeiter der Bundesforste im letzten Jahr errichtet, um alte Entwässerungsgräben zu verschließen. Sechs einzigartige Moore konnten so wiedervernässt und vor dem Austrocknen bewahrt werden. "Für Sonnentau, Libelle & Co bleiben so wichtige Lebensräume erhalten", freut sich Gerhard Egger Moorexperte des WWF. "Das regionale Naturraummanagement der Bundesforste hat sein erstes großes Projekt hervorragend abgewickelt", wie Bundesforste Forstmeister Wittek mit Stolz vermerkte.
Das Steirische Salzkammergut und die Bad Mitterndorfer Passlandschaft sind reich an beeindruckenden Feuchtgebieten. Neben den Quellflüssen der Traun und zahlreichen Seen sind vor allem die Moore wichtige Refugien für gefährdete Tier– und Pflanzenarten. In der Vergangenheit wurden jedoch viele der Moore vor allem durch Torfabbau, Entwässerung, Aufforstung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtigt. In acht Mooren bestand laut Untersuchungen der Universität Wien akuter Handlungsbedarf. Denn durch Entwässerungsgräben drohte das Austrocknen und die Bewaldung dieser einzigartigen Naturjuwele. Deshalb engagierten sich das regionale Naturraummanagement der Bundesforste, das Institut für Ökologie und Naturschutzforschung der Uni Wien und der WWF gemeinsam für diese einzigartigen Lebensräume. "Durch diese Partnerschaft werden unsere Erfahrungen mit nachhaltiger Naturbetreuung um die hoch entwickelten ökologischen Standards und Methoden des WWF bereichert," so Kurt Wittek, Leiter des Forstbetriebs Inneres Salzkammergut der Bundesforste.

Die Moore im Detail

Im Moor am Ödensee, dem Naglmoos und dem Obersdorfer Moor sowie in drei weiteren bedeutenden Feuchtgebieten wurden 2004 über 250 Dämme aus Lärchenholzpfosten errichtet. Vier Zentimeter starke Balken mit einer Länge von bis zu 2,5 Metern wurden meist mit Hilfe eines Baggers lückenlos nebeneinander in alte Entwässerungsgräben eingesenkt. Das Wasser verbleibt so in den Mooren. Hochspezialisierte Tier– und Pflanzenarten wie der Sonnentau, Torfmoose aber auch Schmetterlinge wie der Goldene Scheckenfalter, Libellen und Amphibien finden wieder optimale Bedienungen vor.

Sichtbare Erfolge und Moor erleben

Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar: in den ehemaligen Entwässerungsgräben steht das Wasser hoch, wird von Fieberklee und Seggen bewachsen und von Libellenarten als Lebensraum angenommen. In Summe renaturieren die Bundesforste acht bedeutende Moore der Region mit einer Gesamtfläche von 60 Hektar. Ein Vorzeigebeispiel für nachhaltige Naturbewirtschaftung. Seit Herbst kann sich jeder selbst ein Bild von diesem Vorzeigebeispiel nachhaltiger Naturbewirtschaftung machen. Am Rande des Oberstorfer Moores bei Bad Mitterndorf führt ein neuer beschilderter Wanderweg entlang.

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29.12.2004 | Autor*in: pawek
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