Wo bleibt die Bahn rund um Wien? So gehts weiter..
Während rund um Wien sieben neue Autobahntrassen in Planung sind, gibt es im Schienennetz gravierende Mängel. Diese sollten dringend behoben werden, wenn nicht noch mehr Personen– und Güterverkehr auf die Straße abwandern soll.
Elektrifizierung Gänserndorf–Marchegg
Als rasch durchführbare Zwischenlösung wurde zuweilen vorgeschlagen, die eingleisige Strecke von Gänserndorf (Hauptast Nordbahn) über Marchegg in die Slowakei zu elektrifizieren, da diese Strecke kürzer ist und alles billiger und schneller geht. Es wird sich zeigen, welche Prioritätenreihung die neue Regierung setzt, die Verbindung Gänserndorf–Marchegg darf jedoch keinesfalls ein Ersatz für die Verbindung Wien/Stadlau–Marchegg–Bratislava sein.
Schnellbahnlinie S80: Ein Beispiel, wie eine Schnellbahnlinie kaputt gemacht wird
Eine innerstädtische Schnellbahnverbindung ins Zentrum kann die parallelen Autobahnen nur dann entlasten, wenn sie attraktiv gestaltet ist. Statt einem 10–Minuten–Intervall gibt es hier zwei Züge pro Stunde, was teilweise am Nadelöhr der Stadlauer Brücke liegt, teilweise an der Argumentation der ÖBB, dass zuwenig Fahrgäste mit dieser Linie fahren wollen – hier beisst sich die Katze in den Schwanz, die Strecke ist unattraktiv, wenig Leute fahren, daher besteht angeblich kein Bedarf, die Strecke bleibt unattraktiv.
Fazit: Nötig ist 1. ein attraktives Intervall, 10 bis 15 Minuten, oder häufiger. 2. Eine Verlängerung über den Zentralbahnhof Richtung Westen (ist geplant). 3. Eine 4–gleisige Ostbahnbrücke (ist derzeit nicht geplant). 4. eventuell eine Umsteigestation zur S7–Flughafenschnellbahn (wurde angedacht, ist derzeit aber nicht geplant) 5. Attraktive Haltestellen mit Warteraum, Sitzgelegenheiten, vor allem bei längerer Wartezeit, 6. gute Verknüpfung mit Bus, Tram und U–Bahn, 7. Verknüpfung der S80 mit der S45 beim Praterkai (angedacht, aber keine Finanzmittel) 8. Die U2 ist kein Ersatz für die S80, da die U2 in den Norden des Stadtzentrums fährt, die S80 jedoch zukünftig in den Süden der Stadt, 8. Die Station Lobau darf im Jahr 2011 nicht aufgelassen werden*.
*)Tatsächlich teilte mir eine hochrangige Person im Planungsbereich der ÖBB inoffiziell mit, es sei sozusagen schon ziemlich fix, dass die Schnellbahnhaltestelle Lobau aufgelassen wird, sobald die U2 nach Aspern fährt (2011). Für Personen aus dem Süden Wiens verschlechtert sich damit die Erreichbarkeit von Neuer Donau und Lobau massiv, ebenso sind zahlreiche Anrainer betroffen.
Fazit: Nötig ist 1. ein attraktives Intervall, 10 bis 15 Minuten, oder häufiger. 2. Eine Verlängerung über den Zentralbahnhof Richtung Westen (ist geplant). 3. Eine 4–gleisige Ostbahnbrücke (ist derzeit nicht geplant). 4. eventuell eine Umsteigestation zur S7–Flughafenschnellbahn (wurde angedacht, ist derzeit aber nicht geplant) 5. Attraktive Haltestellen mit Warteraum, Sitzgelegenheiten, vor allem bei längerer Wartezeit, 6. gute Verknüpfung mit Bus, Tram und U–Bahn, 7. Verknüpfung der S80 mit der S45 beim Praterkai (angedacht, aber keine Finanzmittel) 8. Die U2 ist kein Ersatz für die S80, da die U2 in den Norden des Stadtzentrums fährt, die S80 jedoch zukünftig in den Süden der Stadt, 8. Die Station Lobau darf im Jahr 2011 nicht aufgelassen werden*.
*)Tatsächlich teilte mir eine hochrangige Person im Planungsbereich der ÖBB inoffiziell mit, es sei sozusagen schon ziemlich fix, dass die Schnellbahnhaltestelle Lobau aufgelassen wird, sobald die U2 nach Aspern fährt (2011). Für Personen aus dem Süden Wiens verschlechtert sich damit die Erreichbarkeit von Neuer Donau und Lobau massiv, ebenso sind zahlreiche Anrainer betroffen.
Grenzübergang Laa/Thaya – Hevlin: Das Gleis fehlt!
Der wichtigste Schienenstrang von Wien nach Norden führt über Hohenau nach Brünn. Eine eingleisige Strecke führt jedoch auch über Wolkersdorf, Mistelbach und Laa nach Nikolsburg (Mikulov). (Früher war diese Strecke übrigens zweigleisig, wie an zahlreichen viel zu breiten Brücken noch heute deutlich sichtbar ist. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das zweite Gleis weggerissen, da dort „hinten„ ohnedies „nur„ der Eiserne Vorhang lag. Die Brücke über die Thaya wurde im Krieg zerstört. Der Teil von Wien nach Mistelbach wurde schon in den 80er Jahren elektrifiziert, ein stündlicher Schnellbahntakt wurde eingerichtet und führte zu einem dramatischen, höchst erfreulichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Noch heute fahren auf dieser Nordstrecke prozentmäßig mehr Pendler mit der Bahn als auf vielen anderen Pendlerrouten. Ein Bahnplaner sagte mir inoffiziell, sobald die Nordautobahn eröffnet wird, werden die Fahrgastzahlen auf dieser Strecke wieder massiv einbrechen.
Im Dezember 2006 wurde endlich, mit etwa zehn Jahren Verspätung, die Elektrifizierung bis Laa fertiggestellt. Die im Krieg zerstörte Verbindung von Laa nach Hevlin (Tschechien) ist jedoch auch heute, 17 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, noch immer unterbrochen. Dabei fehlen nur wenige hundert Meter Gleis und eine Brücke. Immerhin gibt es vage Pläne zur Verbindung der Gleise, was für den regionalen Verkehr nach Nikolsburg und für den Güterverkehr auf der Schiene sinnvoll wäre.
Während die Bahnplaner im Tiefschlaf liegen oder auf die Hochgeschwindigkeits– Hauptstrecken fokussiert sind, plant die ASFINAG emsig an der unweit gelegenen Autobahntrasse über Drasenhofen nach Tschechien.
Fazit: Auch wenn die Schienen–Verbindung Laa–Hevlin nur regionale Bedeutung hat, ist dieser Lückenschluss unbedingt nötig und sollte schnellstens errichtet werden.
Lesen Sie morgen mehr!!
Im Dezember 2006 wurde endlich, mit etwa zehn Jahren Verspätung, die Elektrifizierung bis Laa fertiggestellt. Die im Krieg zerstörte Verbindung von Laa nach Hevlin (Tschechien) ist jedoch auch heute, 17 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, noch immer unterbrochen. Dabei fehlen nur wenige hundert Meter Gleis und eine Brücke. Immerhin gibt es vage Pläne zur Verbindung der Gleise, was für den regionalen Verkehr nach Nikolsburg und für den Güterverkehr auf der Schiene sinnvoll wäre.
Während die Bahnplaner im Tiefschlaf liegen oder auf die Hochgeschwindigkeits– Hauptstrecken fokussiert sind, plant die ASFINAG emsig an der unweit gelegenen Autobahntrasse über Drasenhofen nach Tschechien.
Fazit: Auch wenn die Schienen–Verbindung Laa–Hevlin nur regionale Bedeutung hat, ist dieser Lückenschluss unbedingt nötig und sollte schnellstens errichtet werden.
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