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Windhundrennen um Tarifförderung für Photovoltaik?

02.01.2013

Ein Leserbrief (leider einer von vielen zum Thema)

ja © oekonews
ja © oekonews
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wieder einmal fand das Windhundrennen um die bundesweite Tarifförderung für Photovoltaikanlagen statt.
Für zwei Marchfelder Landwirte hatte ich insgesamt drei Photovoltaikanlagen mit in Summe 110 kWp Leistung als Projekte für die Förderung vorbereitet.
Die Landwirte sind sehr engagiert und wollen nicht nur am Feld Früchte ernten, sondern auch Energie von den brachliegenden Welleternitdächern ihrer Lagerhallen.
Also Bauanzeige, Zählpunktnummer, Ökostrombescheid, alles 2012 erledigt.
Dann Registrierung bei der ÖMAG kurz vor Mitternacht und
am 1.1.2013 um 0 Uhr 0 Minuten 0 Sekunden der Tastendruck auf die Eingabetaste zum Abschicken der drei Anträge.
Da war aber die ÖMAG Seite schon längst überfordert und es gab keine Verbindung mehr, also auch keine gültig abgegebenen Ökostromförderanträge.
Wir arbeiteten an drei Computern mit einer normalen Internetverbindung, die für einen landwirtschaftlichen Betrieb ausreicht.
Vielleicht hätten wir die Förderanträge von einem Rechenzentrum mit Hochleistungsinternet abschicken sollen.
Erst gegen 6 Uhr früh war es möglich, die Anträge ordnungsgemäß abzugeben.
Dazu waren viele Versuche erforderlich, da beim Weiterschalten von einen ausgefüllten Formular zum nächsten falsche Formulare angezeigt wurden, oder ähnlich einer Endlosschleife zurückgesprungen wurde auf das Formular Energieart:
also nochmal Photovoltaik auswählen und das Folgeformular nochmal ausfüllen.
Kurz gesagt: die ÖMAG Homepage gleicht einer Schülerarbeit im Informatikunterricht, ist aber nicht tauglich ein Windhundrennen zu veranstalten, weil gar nicht alle "Windhunde" an den Start gelassen werden.
Also ein sehr fraglicher Umgang bei der Verteilung von Fördermillionen.
Es wäre einfacher gewesen das Fördergeld zu verlosen, und die Losnummern auf der ÖMAG Homepage zu vergeben.
Um 6 Uhr früh bekamen wir endlich ordnungsgemäße Bestätigungen von der ÖMAG mit 32.000 Nummern, weil unser Förderantrag um 0:00 Uhr ja leider nicht geklappt hat.
Man kann eine Silvesternacht sicher anders verbringen als stundenlang zu hoffen, dass die ÖMAG Homepage funktioniert.
FAX war natürlich auch hoffnungslos überlastet.
Kein Internetauktionshaus könnte sich solche Pannen lange leisten.
Was wäre, wenn man die Familienbeihilfe auf die gleiche Weise beantragen müßte?
Für alle im Jahr 2012 geborenen kann ab 1.1.2013 0:00 Uhr um Familienbeihilfe angesucht werden.
Fördertopf ist begrenzt, Vertragslaufzeit 18 Jahre
Wer nichts bekommt, kann es ja im folgenden Jahr wieder versuchen.
Niemand würde auf die Idee kommen,so etwas den Familien und auch Wählern zuzumuten.
In der Welt der Ökostromförderung ist die gleiche Vorgangsweise kein Problem.
Mit freundlichen Grüßen
und den besten Wünschen für 2013
EIN OEKONEWS-LESER

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02.01.2013 | Autor*in: holler
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