Windbranche fordert mehr Investitionssicherheit für Österreichs Energiezukunft
Wien - Bei der 23. Branchenplattform Windenergie im Raiffeisenhaus in Wien betonten Vertreter der Branche, dass insbesondere die Windkraft eine zentrale Rolle für eine sichere und unabhängige Energieversorgung spielt.
Obwohl laut E-Control derzeit keine akute Energiekrise besteht, sorgen internationale Konflikte – etwa im Nahen Osten – bereits für steigende Preise und wachsende Unsicherheit bei der Energieversorgung im kommenden Winter. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erweise sich damit erneut als Schwachstelle.
Für Josef Plank, Präsident der IG Windkraft, ist klar: „Jede Kilowattstunde heimischer Windenergie macht Österreich unabhängiger und widerstandsfähiger.“ Derzeit stehen rund 3.500 Megawatt Windkraftleistung bereit, um sauberen Strom im Inland zu erzeugen.
Auch die Finanzierungsseite sei vorbereitet. Gastgeber Reinhard Karl von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien unterstrich, dass Banken bereitstehen, entsprechende Projekte zu unterstützen. Voraussetzung dafür seien jedoch stabile politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.
Windenergie ist längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Rund 180 Unternehmen mit mehr als 8.000 Beschäftigten sind in Österreich in diesem Bereich tätig. In den kommenden vier Jahren könnte die Branche etwa sechs Milliarden Euro investieren – ein wichtiger Impuls für Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
Auch auf europäischer Ebene wird die Abkehr von fossilen Energien als strategisch notwendig gesehen. Robert Lange von der European Renewable Energies Federation warnte, dass Gasabhängigkeit zunehmend politischen und wirtschaftlichen Druck erzeugt.
Der Tenor der Veranstaltung ist eindeutig: Der Ausbau der Windkraft kann Österreich nicht nur klimafreundlicher machen, sondern auch als „Schutzschirm“ gegen internationale Energiekrisen dienen – vorausgesetzt, die politischen Weichen werden rechtzeitig gestellt.