Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz(current)2
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Umweltschutz

Willkommen bei der schmutzigsten WM der Geschichte

15.06.2026

Die Fußball-WM 2026 wird zum Symbol einer Klimakrise, die sie selbst mit anheizt

AIGenFußball.png
© AI generated oekonews
Zuallerst zur Klarstellung: Viele von uns lieben Fußball, sie sehen gerne bei der WM zu, zahlreiche Fans sind auch gern dabei. Die FIFA spricht von Nachhaltigkeit. Von Verantwortung. Von klimabezogenen Maßnahmen und einer besseren Zukunft für den Weltfußball.

Doch während der Weltfußballverband seine grüne Rhetorik pflegt, könnte die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 als das Gegenteil in die Geschichte eingehen: als die umweltschädlichste WM aller Zeiten, wie  WE DON´T HAVE TIME aufzeigt. 

Ausgerechnet das größte Sportereignis der Welt entwickelt sich zu einem Sinnbild jener Widersprüche, die die globale Klimapolitik seit Jahren lähmen.

Ein Turnier der Superlative - LEIDER auch beim CO₂-Ausstoß

 

Mit 48 Mannschaften statt bisher 32, 104 Spielen statt 64 und Austragungsorten in den USA, Kanada und Mexiko sprengt die WM 2026 alle bisherigen Dimensionen.

Nicht nur die Zahl der Spiele wächst massiv; auch die Entfernungen explodieren. Fans und Teams müssen quer über einen ganzen Kontinent reisen. Wer beispielsweise Bosnien und Herzegowina durch die Gruppenphase begleiten möchte, reist von Toronto nach Los Angeles und weiter nach Seattle – mehr als 5.000 Kilometer.

Der überwiegende Teil dieser Strecken wird per Flugzeug zurückgelegt.

Was die FIFA als globale Feier des Sports verkauft, bedeutet in der Praxis Millionen zusätzlicher Flugkilometer und einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck. 

Die bittere Ironie: Der Klimawandel spielt bereits mit
 

Während die Weltmeisterschaft die Emissionen weiter in die Höhe treibt, wird sie gleichzeitig selbst zum Opfer der Klimakrise.

Forscher der Queen's University Belfast warnen, dass 14 der 16 Austragungsorte kritische Grenzwerte für extreme Hitze, Starkregen oder Überschwemmungen überschreiten könnten. Für Spieler, Schiedsrichter und Fans entstehen damit reale Gesundheitsrisiken.

Climate Central prognostiziert etwa für die Begegnung Japan gegen Schweden in Dallas eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit leistungsbeeinträchtigender Hitze.

Die Bilder könnten zum Sinnbild unserer Zeit werden: Weltklassefußball unter Bedingungen, die der Klimawandel selbst immer wahrscheinlicher macht. 

Nachhaltigkeit   wird gepredigt -  Ölkonzerne finanzieren

Noch deutlicher wird der Widerspruch beim Blick auf die Sponsoren.

2024 schloss die FIFA einen milliardenschweren Vierjahresvertrag mit Saudi Aramco, einem der größten Ölunternehmen der Welt und zugleich einem der bedeutendsten Verursacher von Treibhausgasemissionen.

Nur wenige Wochen zuvor hatte Aramco-Chef Amin Nasser erklärt, die Energiewende sei gescheitert und die Welt solle die Vorstellung eines Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen aufgeben.

Forscher von Scientists for Global Responsibility schätzen, dass allein diese Partnerschaft im Jahr 2026 zusätzliche 30 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen könnte.

Klimaschützer sprechen deshalb offen von Sportswashing: Der weltweite Glanz des Fußballs werde genutzt, um das Image einer Industrie aufzupolieren, die maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt.

Der Politikwissenschaftler Dr. Oscar Berglund von der Universität Bristol formulierte es drastisch: „Die FIFA hat den Spitzenfußball der Männer zum Hauptziel des Petrostate-Sportwashings gemacht.“
 

Trump, Saudi-Arabien und die neue Fußballpolitik

 

Auch geopolitisch wirkt die Entwicklung paradox.

Das wichtigste Gastgeberland, die USA, verfolgt unter Donald Trump erneut einen Kurs, der den Ausbau fossiler Energien fördert und internationale Klimaschutzbemühungen zurückdrängt.

Nach der WM in Katar wird die Weltmeisterschaft 2034 zudem in Saudi-Arabien stattfinden – einem Staat, der international regelmäßig für die Blockade ambitionierter Klimapolitik kritisiert wird und gleichzeitig seine Ölproduktion weiter ausbaut.

Die Nähe zwischen FIFA und den Interessen der fossilen Industrie erscheint längst nicht mehr zufällig, sondern strukturell. 

Der Fußball schießt sich ins eigene Knie
 

Besonders tragisch ist dabei: Der Fußball gehört selbst zu den ersten Opfern des Klimawandels.

In Großbritannien werden bereits heute immer häufiger Amateur- und Ligaspiele wegen Überschwemmungen abgesagt. Wetterextreme nehmen zu, Plätze stehen unter Wasser, Hitzewellen gefährden Spieler und Zuschauer.

Meteorologen erwarten, dass Winter in Teilen Europas künftig deutlich feuchter und Extremereignisse häufiger werden.

Der Sport, der Milliarden Menschen verbindet, wird zunehmend von genau jener Krise bedroht, zu deren Verschärfung seine größten Veranstaltungen beitragen.
 

Die größte verpasste Chance des Weltfußballs

 

Die FIFA verfügt über eine Macht, von der viele Regierungen nur träumen können. 211 Mitgliedsverbände, Milliarden Zuschauer und Einnahmen von rund 13 Milliarden US-Dollar im Zyklus 2023 bis 2026 verschaffen ihr enormen Einfluss.

Sie könnte klimafreundliche Standards setzen. Nachhaltige Mobilitätskonzepte entwickeln. Fossile Sponsoren ablehnen. Internationale Signalwirkung entfalten.

Stattdessen entsteht das Bild einer Organisation, die Nachhaltigkeit kommuniziert, während sie gleichzeitig Turnierformate, Geschäftsmodelle und Partnerschaften fördert, die in die entgegengesetzte Richtung weisen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnte deshalb nicht nur sportlich Geschichte schreiben.

Sie könnte als das Turnier in Erinnerung bleiben, das deutlicher als jedes andere zuvor zeigte, wie weit Anspruch und Wirklichkeit im globalen Spitzensport inzwischen auseinanderliegen. Das ist einfach schade! 

Links

  • Studie: Football and Climate Change - University of Manchester
  • Study: Extreme heat risk and the potential implications for the scheduling of football matches at the 2026 FIFA World Cup
  • Drucken
  • Empfehlen
15.06.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Weniger Mist: Irrtümer rund ums Mindesthaltbarkeitsdatum kommen teuer

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

3.000 Rinder, 1,8 Millionen Euro und kein Verantwortlicher: Der Fall „Spiridon II“ erschüttert den internationalen Tierhandel

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Mittwoch, 15. Juli 2026, 69.650 Artikel Online

Weitere Themen

  • EU veröffentlicht Leitlinien für nachhaltigen Tourismus in Natura-2000-Gebieten
  • Frankreich: Breites Bündnis klagt gegen Lockerung des Umweltrechts
  • Greenpeace-Recherchen:  Deutschlands Bundesministerien finanzieren trotz “vorsorglicher Pause” Technik für umstrittenen Tiefseebergbau
  • Klimahilfen sind nur auf dem Papier groß
  • Streit um Wiener Welterbe: Kritik an Unterstützung der Regierung für Heumarkt-Projekt
  • Greenpeace fordert zum Start des ISA-Meetings ein endgültiges Aus für den Tiefsee-Bergbau
  • Kahlschlag beim Doppelbudget lässt Mensch und Umwelt im Stich
  • Rechenzentrum Kronstorf: GLOBAL 2000 kritisiert massive Umweltauswirkungen
  • Fraunhofer-Projekt GREEN: Rezyklate machen Geotextilien fit für die Kreislaufwirtschaft
  • Historisches Erbe trifft moderne Nachhaltigkeit
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
15.487 Artikel | Seite 1 von 1.549

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
AIGenFußball.png

© AI generated oekonews