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Wildnis in Deutschland erleben

26.05.2026

Wildnis ist wichtig für biologische Vielfalt | Wildnis-Karte der Initiative Wildnis in Deutschland mit Steckbriefen

Hohe Schrecke.jpg
Hohe Schrecke © Thomas Stephan
Berlin -Noch keine Pläne für   kommende Wochenenden? Durch unberührte Wälder wandern, Seeadler beobachten, die Ufer wilder Flussauen entdecken – um Wildnis zu erleben, ist keine Reise in tropische Regenwälder, die Arktis oder die Savannen Afrikas notwendig. Die Ruhe, Lebendigkeit und Ursprünglichkeit von echter Wildnis sind auch hierzulande zu erfahren, und zwar in den 85 Wildnisgebieten Deutschlands.
 

Ob in Naturwäldern, in ehemaligen Tagebauen und Truppenübungsplätzen, an Küsten, in den Bergen oder in Moor- und Auenlandschaften: Wildnisgebiete sind bedeutende Rückzugsräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Gleichzeitig bietet echte Wildnis uns Menschen einen willkommenen Ausgleich zur stark genutzten Kulturlandschaft. Körper und Seele kommen zur Ruhe, besondere Naturerlebnisse sind hier in vielen Facetten möglich. Wildnis ist voller Überraschungen, es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Oftmals lassen sich sich Wildtiere hier besser beobachten, weil nicht gejagt wird.

Eine Karte mit allen 85 Wildnis- und Wildnisentwicklungs-Gebieten vom hohen Norden bis in die Alpen hat die Initiative Wildnis in Deutschland erstellt. Auf der Karte sind neben der geografischen Lage der Flächen jeweils Steckbriefe, Links zu Angeboten wie Führungen oder Erlebnis-Camps sowie zur umweltverträglichen Anreise abrufbar.
 

Goitzsche in Sachsen-Anhalt: Natur erobert sich einstigen Tagebau zurück
 

Ein eindrucksvolles Wildnisgebiet des BUND ist die GOITZSCHE in Sachsen-Anhalt. Dort hat der BUND im Jahr 2000 rund 1300 Hektar ehemalige Tagebauflächen erworben. Seitdem darf sich die Natur hier ungehindert entfalten und hat die einstige Mondlandschaft Stück für Stück zurück erobert. Ein buntes Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen wie Seen, Trockenrasen, Birken- und Kiefernwäldern ist entstanden. See- und Fischadler sowie Flussseeschwalben lassen sich beobachten, die Rohrdommel ist zu hören, Biber-Burgen sind zu sehen und der Fischotter ist ebenfalls heimisch. Ein Rudel Wölfe hat das Gebiet besiedelt und knapp 50 oft schillernd bunte Libellenarten schwirren durch die Luft.

Ralf Meyer, Bundesvorstandsmitglied und Projektleiter der BUND-Wildnis in der Goitzsche: „Gerade jetzt im Frühjahr explodiert hier das Leben. Unzählige Vogelstimmen, Rufe von Fröschen und Kröten, das zarte Grün der Birken, das klare Wasser der Seen – ich kann allen empfehlen, einen Ausflug in die Goitzsche zu unternehmen, es ist ein ganz besonderes Erlebnis.“
Auf Besuchende warten dort beispielsweise Junior-Ranger-Treffen, Angebote für Schulklassen und Wildnis-Wanderungen.
 

Laubwald Hohe Schrecke: Waldwildnis erkunden auf Themenwegen
 

Ein Wildnisgebiet ganz anderer Art ist die Hohe Schrecke in Thüringen. Auch hier hat sich der BUND engagiert. In diesem artenreichen, urwüchsigen Laubwald säumen riesige jahrhundertealte Buchen und Eichen die Wege, viele seltene Pflanzen und Tiere leben hier. Naturliebende können die Hohe Schrecke am besten zu Fuß auf thematischen Wegen oder per Rad entdecken. Ein besonderes Wanderziel ist die neue Hängeseilbrücke, die mit 180 Metern das Bärental überspannt. Von hier aus lässt sich die Waldwildnis der Hohen Schrecke weiter erkunden.

Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik: „Im alten Laubwald Hohe Schrecke kann sich dank unseres Einsatzes auf über 3000 Hektar echte Waldwildnis entwickeln. Hier befindet sich auf 8000 Hektar eines der größten unzerschnittenen Laubwaldgebiete Deutschlands. In der Hohen Schrecke geht es vor allem um den Schutz alter Buchenwälder, die für die biologische Vielfalt hierzulande eine herausragende Bedeutung haben. Für Buchenwälder trägt Deutschland internationale Verantwortung.“
 

Wattenmeer: einzigartige Landschaft mit Tier- und Pflanzenvielfalt

Die BUND-Nationalparkhäuser und Naturschutzzentren bieten eine Vielzahl von Erlebnissen und Informationen: etwa über die Wattenmeer-Natur. In Nationalparkhäusern können die Gäste die Lebensräume des Wattenmeers erkunden und spannende Exkursionen und Vorträge besuchen. Die Wattenmeer-Nationalparke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen bieten eine einzigartige Landschaft mit einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Daneben gibt es zahleiche weitere Häuser in verschiedenen Regionen Deutschlands.

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Hohe Schrecke © Thomas Stephan