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Wien warnt vor Small Modular Reactors: „EU geht mit Atomkraft in die falsche Richtung“ 

07.12.2025

Cities for a Nuclear Free Europe kritisiert SMR-Strategie der EU-Kommission: Sicherheitsrisiken hoch, Realisierung unrealistisch

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Atomkraft ist nicht wirtschaftlich © OpenClipart-Vectors pixabay.com

Wien  - Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Strategie für Small Modular Reactors (SMR), die 2026 vorgestellt werden soll. Wien und die Initiative Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE), deren Vorsitzender Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ist, haben sich kritisch in den Prozess eingebracht.

„Seit Jahrzehnten werden kleine Reaktoren als vermeintliche Lösung der Atomindustrie präsentiert. Es gibt jedoch keine kommerziell genutzte Anlage, und bisherige Versuche mussten aufgrund technischer und wirtschaftlicher Probleme eingestellt werden“, erklärt Czernohorszky.
 

Atomkraft kein Mittel gegen Klimawandel 

Die EU sieht in SMR eine Möglichkeit, die CO₂-Ziele bis 2050 zu erreichen. Laut Experten ist dies jedoch unrealistisch. Neue Reaktorkonzepte müssen aufwendig von Atomaufsichtsbehörden geprüft werden, und eine flächendeckende Produktion wäre erst nach jahrelangem Testbetrieb möglich.

„Gegen den Klimawandel müssen wir Maßnahmen setzen, die schnell greifen“, so Czernohorszky. „In Wien setzen wir daher auf erneuerbare Energieträger, die umsetzbar und deutlich günstiger sind als alle Atomkraftideen.“
 

Sicherheitsrisiken durch kleine Reaktoren 

Eine Analyse der Wiener Umweltanwaltschaft zeigt, dass die Etablierung eines SMR-Sektors erhebliche Sicherheitsrisiken birgt. Norbert Hörmayer, Stellvertreter der Umweltanwältin, warnt:
„Um wirtschaftlich rentabel zu sein, müssten Hunderte SMR-Anlagen in Europa errichtet werden, viele in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten – das stellt ein immenses Sicherheitsrisiko dar.“

 

Erneuerbare Energien als sichere Alternative

Erneuerbare Energieträger gewinnen rasant an Bedeutung. Im Jahr 2024 wurden in der EU rund 80 GW an installierter Leistung im erneuerbaren Bereich errichtet, insgesamt sind es bereits 850 GW. Zum Vergleich: der gesamte Nuklearbereich der EU umfasst etwa 100 GW.

„Die Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien sollte weiter gefördert werden“, so Czernohorszky. „Investitionen in Atomkraft binden finanzielle Mittel, die dringend für die Umsetzung der Energiewende benötigt werden.“

Die Botschaft aus Wien ist klar: SMR sind weder klimafreundlich noch zeitnah realisierbar – erneuerbare Energien sind der Schlüssel zu Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

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