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Wien-Mariahilf ist erster Bezirk mit über 50 Prozent E-Autos bei Neuzulassungen

18.02.2026

Erstmals in Österreich hat ein Bezirk die 50-Prozent-Marke bei Elektroautos geknackt

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Nur Laden allein ist zuwenig © Ecoflow

In Wien-Mariahilf waren im Jahr 2025 bereits 52,4 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Elektrofahrzeuge. Das zeigt eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria. Die Mobilitätsorganisation fordert nun ein stärkeres Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur – vor allem in Garagen und auf großen Parkplätzen.

 E-Boom nimmt weiter Fahrt auf 

Österreichweit wurden im Vorjahr 60.651 Elektroautos neu zugelassen – ein Plus von rund einem Drittel gegenüber 2024. Damit hat sich die Zahl der Neuzulassungen seit 2020 vervierfacht, im Vergleich zu 2015 sogar versechsunddreißigfacht. Insgesamt lag der E-Pkw-Anteil an allen Neuwagen 2025 bei 21 Prozent.
 

„Die Energiewende im Verkehr nimmt Fahrt auf. Das Angebot an Modellen wächst stetig – und mit ihm die Nachfrage“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
 

Dass die Entwicklung regional sehr unterschiedlich verläuft, zeigt der Blick auf die Bezirke: Während Wien-Mariahilf mit 52,4 Prozent österreichweit an der Spitze liegt, folgen weitere Wiener Bezirke mit ebenfalls hohen Anteilen – darunter Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus (45,8 Prozent), Innere Stadt (43,4 Prozent), Leopoldstadt (39,9 Prozent) und Neubau (39,0 Prozent).
 

Auch am Land hohe Anteile 

Doch nicht nur urbane Gebiete schneiden gut ab. Außerhalb Wiens weist der Bezirk Steyr-Land mit 34,3 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil auf. Dahinter folgen weitere oberösterreichische Bezirke wie Rohrbach (33,0 Prozent) und Kirchdorf an der Krems (29,3 Prozent).
 

„Diese Zahlen zeigen, dass sich Elektroautos sowohl in der Stadt als auch am Land bewähren“, betont Schwendinger. Gegenüber Verbrenner-Pkw sei ihr Energieverbrauch im Schnitt um zwei Drittel niedriger, zudem verursachten sie beim Fahren keine schädlichen Abgase und deutlich weniger Lärm im Ortsgebiet.
 

Ein zusätzlicher Vorteil: Haushalte und Betriebe mit Photovoltaikanlagen können den Strom fürs Autofahren selbst erzeugen. Das senkt die Betriebskosten und reduziert  die Abhängigkeit von Erdölimporten, die Österreich jährlich Milliarden kosten.
 

Firmen als Schlüsselakteure 

Ein zentraler Hebel für die weitere Elektrifizierung liegt laut VCÖ bei Unternehmen. Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sind es sogar fast 80 Prozent. Auch bei Elektroautos liegt der Anteil der Firmenzulassungen bei rund 70 Prozent.
 

„Wenn Betriebe stärker auf Elektroautos setzen, kommen mehr Fahrzeuge auf den für private Haushalte wichtigen Gebrauchtwagenmarkt“, so Schwendinger. Der VCÖ fordert daher eine Reform der Firmenwagenbesteuerung: Steuerliche Begünstigungen für Diesel- und Benzinfahrzeuge sollten abgeschafft werden.
 

Mehr Ladepunkte in Garagen und auf Supermarktparkplätzen 

Mit der steigenden Zahl an E-Pkw wächst auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Der VCÖ sieht insbesondere in bestehenden Großgaragen Nachholbedarf. Zusätzlich sollten in Städten Anreize geschaffen werden, damit Anrainerinnen und Anrainer ohne eigene Garage sowie kleinere Betriebe Ladepunkte auf den Parkplätzen von Supermärkten oder Baumärkten – etwa nachts – mitnutzen können.
 

Salzburg führt bei Bundesländern 

Im Bundesländervergleich liegt Salzburg mit einem E-Pkw-Anteil von 25 Prozent an den Neuzulassungen vorne, knapp vor Oberösterreich (24,7 Prozent) und dem Burgenland (23,1 Prozent). Auch die jeweiligen Landeshauptstädte führen das Ranking an: Salzburg (27,2 Prozent), Linz (26,9 Prozent) und Eisenstadt (25,2 Prozent).
 

Ein Blick ins Ausland zeigt das Potenzial: In der EU verzeichnete Dänemark mit 67 Prozent den höchsten E-Neuwagenanteil, europaweit liegt Norwegen mit 96 Prozent deutlich voran.
 

Der Trend ist klar:  Elektromobilität gewinnt weiter an Bedeutung. Damit sie sich flächendeckend durchsetzt, braucht es jedoch neben attraktiven Fahrzeugen vor allem eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur – und klare politische Rahmenbedingungen.

VCÖ: Wien-Mariahilf Österreichs erster Bezirk mit E-Auto-Anteil von mehr als 50 Prozent
(TOP 30 Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025, in Klammer Anzahl neuzugelassene E-Pkw)

1. Wien-Mariahilf: 52,4 Prozent (272 E-Pkw)
2. Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus: 45,8 Prozent (421 E-Pkw)
3. Wien-Innere Stadt: 43,4 Prozent (683 E-Pkw)
4. Wien-Leopoldstadt: 39,9 Prozent (851 E-Pkw)
5. Wien-Neubau: 39,0 Prozent (144 E-Pkw)
6. Bezirk Steyr Land: 34,3 Prozent (510 E-Pkw)
7. Bezirk Rohrbach: 33,0 Prozent (390 E-Pkw)
8. Wien-Josefstadt: 31,7 Prozent (77 E-Pkw)
9. Bezirk Kirchdorf: 29,3 Prozent (398 E-Pkw)
10. Wien-Hernals: 28,9 Prozent (124 E-Pkw)
11. Wien-Alsergrund: 28,6 Prozent (132 E-Pkw)
      Bezirk Wels-Land: 28,6 Prozent (614 E-Pkw)
13. Bezirk Graz-Umgebung: 27,8 Prozent (977 E-Pkw)
      Bezirk Urfahr-Umgebung: 27,8 Prozent (583 E-Pkw)
15. Bezirk Salzburg-Umgebung: 27,7 Prozent (1.690 E-Pkw)
      Bezirk Eisenstadt-Umgebung: 27,7 Prozent (225 E-Pkw)
17. Wien-Donaustadt: 27,5 Prozent (1.465 E-Pkw)
18. Wien-Brigittenau: 27,4 Prozent (256 E-Pkw)
19. Stadt Salzburg: 27,2 Prozent (2.587 E-Pkw)
20. Wien-Landstraße: 27,0 Prozent (921 E-Pkw)
21. Linz: 26,9 Prozent (1.636 E-Pkw)
22. Bezirk Linz Land: 26,8 Prozent (1.412 E-Pkw)
23. Wien-Floridsdorf: 26,5 Prozent (823 E-Pkw)
24. Bezirk Grieskirchen: 26,4 Prozent (469 E-Pkw)
25. Bezirk Korneuburg: 26,2 Prozent (713 E-Pkw)
26. Steyr: 25,8 Prozent (389 E-Pkw)
27. Bezirk Vöcklabruck: 25,8 Prozent (920 E-Pkw)
28. Bezirk Mistelbach: 25,5 Prozent (445 E-Pkw)
29. Wien-Wieden: 25,4 Prozent (144 E-Pkw)
30. Eisenstadt (inkl. Rust): 25,2 Prozent (354 E-Pkw)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

 

E-Pkw-Anteil an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025 von weiteren Bezirken in Österreich:


Bezirk St. Pölten Land: 24,8 Prozent  
Bezirk Güssing: 24,8 Prozent
Bezirk Eferding: 24,6 Prozent
Innsbruck: 24,5 Prozent
Bezirk Amstetten: 24,3 Prozent
Bezirk Landeck: 24,2 Prozent
Bezirk Innsbruck Land: 24,0 Prozent
Klosterneuburg: 23,9 Prozent
Bezirk Perg: 23,7 Prozent
Bezirk Oberwart: 23,7 Prozent
Bezirk Mattersburg: 23,5 Prozent
Bezirk Freistadt: 23,5 Prozent
Bezirk Braunau: 23,3 Prozent
Bezirk Horn: 23,2 Prozent
Bezirk Bregenz: 23,0 Prozent
Bezirk Wr. Neustadt Land: 22,9 Prozent
Bezirk Hallein: 22,7 Prozent
Bezirk Baden: 22,7 Prozent
Wien-Favoriten: 22,6 Prozent
Bezirk Bruck an der Leitha: 22,3 Prozent
St. Pölten Stadt: 22,1 Prozent  
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 22,0 Prozent
Wien-Hietzing: 22,0 Prozent
Wien-Penzing: 21,9 Prozent
Bezirk Neusiedl am See: 21,9 Prozent
Wien-Margareten: 21,7 Prozent
Bezirk Schärding: 21,7 Prozent
Bezirk Melk: 21,7 Prozent
Bezirk Kufstein: 21,5 Prozent
Bezirk Tulln: 21,5 Prozent
Bezirk Gänserndorf: 21,5 Prozent  
Wien-Ottakring: 21,4 Prozent
Bezirk Feldkirch: 21,3 Prozent
Graz: 21,1 Prozent
Bezirk St. Veit an der Glan: 21,0 Prozent
Bezirk Lilienfeld: 21,0 Prozent  
Bezirk Hollabrunn: 20,9 Prozent  
Bezirk Scheibbs: 20,8 Prozent
Bezirk Krems Land: 20,1 Prozent
Bezirk Schwaz: 20,0 Prozent
Bezirk Leibnitz: 19,9 Prozent
Bezirk Zell am See: 19,9 Prozent
Bezirk Imst: 19,9 Prozent
Bezirk Ried: 19,8 Prozent
Bezirk Südoststeiermark: 19,7 Prozent
Bezirk Völkermarkt: 19,7 Prozent
Klagenfurt: 19,4 Prozent
Wien-Währing: 19,4 Prozent
Bezirk Weiz: 19,4 Prozent
Bezirk Feldkirchen: 19,4 Prozent
Bezirk Lienz: 19,4 Prozent
Bezirk Kitzbühel: 19,3 Prozent
Bezirk Hermagor: 19,3 Prozent
Bezirk Villach Land: 19,2 Prozent
Bezirk St. Johann im Pongau: 19,2 Prozent
Bezirk Zwettl: 19,2 Prozent
Bezirk Gmunden: 19,1 Prozent
Wien-Meidling: 19,0 Prozent
Bezirk Spittal an der Drau: 19,0 Prozent
Bezirk Klagenfurt Land: 19,0 Prozent
Bezirk Gmünd: 19,0 Prozent  
Wien-Döbling: 18,7 Prozent
Bezirk Neunkirchen: 18,4 Prozent  
Bezirk Jennersdorf: 18,2 Prozent
Bezirk Dornbirn: 17,9 Prozent
Wr. Neustadt Stadt: 17,9 Prozent
Pol. Exp. Gröbming: 17,9 Prozent
Bezirk Deutschlandsberg: 17,8 Prozent
Bezirk Oberpullendorf: 17,8 Prozent
Krems Stadt: 17,2 Prozent
Bezirk Bludenz: 17,0 Prozent (434 E-Pkw)
Stadt Wels: 17,0 Prozent (742 E-Pkw)
Bezirk Wolfsberg: 16,5 Prozent
Bezirk Mödling: 16,4 Prozent  
Bezirk Waidhofen an der Thaya: 16,2 Prozent  
Bezirk Murau: 15,9 Prozent
Villach: 15,6 Prozent
Pol. Exp. Bad Aussee: 15,2 Prozent
Bezirk Tamsweg: 15,0 Prozent
Bezirk Voitsberg: 14,4 Prozent
Bezirk Murtal: 14,2 Prozent
Wien-Liesing: 13,9 Prozent
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 13,6 Prozent
Wien-Simmering: 13,5 Prozent
Waidhofen an der Ybbs: 13,5 Prozent
Stadt Leoben: 13,4 Prozent
Schwechat: 12,7 Prozent
Bezirk Leoben Umgebung: 12,5 Prozent
Bezirk Reutte: 7,2 Prozent
Bezirk Liezen: 5,9 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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18.02.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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