Wien als europäisches Klimavorbild
Während vielerorts über das Erreichen der europäischen Klimaziele noch heftig diskutiert wird, zeigt Wien, wie konsequente Klimapolitik funktionieren kann – und wie sie direkt zur Lebensqualität der Menschen beiträgt. Beim Eurocities Environment Forum, das derzeit im schwedischen Malmö tagt, nimmt die österreichische Hauptstadt gemeinsam mit Bologna eine führende Rolle ein: Bologna hat den Vorsitz, Wien bekleidet den stellvertretenden Vorsitz des Umweltforums im größten Städtenetzwerk Europas und gilt dabei als Vorbild für wirksame und sozial verträgliche Klimaschutzpolitik.
„Wien steht nicht nur klar zum Ziel der Klimaneutralität bis 2040, wir haben auch bereits entscheidende Schritte gesetzt, um dieses Ziel zu erreichen“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky in Malmö. „Von der Smart City-Strategie über den Wiener Klimafahrplan bis hin zum ersten Klimagesetz Österreichs, das wir im März 2025 beschlossen haben – Wien handelt, statt nur zu reden.“
Dass die Maßnahmen Wirkung zeigen, belegen die Zahlen: Zwischen 2005 und 2023 konnte Wien seine Treibhausgasemissionen um 31 % senken – allein von 2022 auf 2023 betrug der Rückgang beachtliche 11 %. Möglich machten dies vor allem der Umbau des Energiesystems, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung klimafreundlicher Mobilität und das Verbot von Gasthermen in Neubauten.
Auch beim Thema Ressourcenschonung setzt Wien neue Akzente: Mit der Strategie „Zirkuläres Wien – eine runde Sache“ wurde im Oktober ein umfassender Fahrplan für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft vorgestellt. 33 konkrete Hebel sollen dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Verschwendung zu vermeiden – vom sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln über nachhaltigen Konsum bis hin zur Wiederverwendung von Materialien und dem Schutz wertvoller Böden.
Wien beweist zudem, dass auch eine wachsende Millionenstadt Raum für Natur schaffen kann: In Breitenlee entsteht derzeit ein neues Europaschutzgebiet auf rund 90 Hektar Fläche – ein Projekt, das europaweit Beachtung findet. „Wir zeigen, dass Klima- und Umweltschutz mit einer florierenden Stadtentwicklung vereinbar sind“, so Czernohorszky. „Nicht zufällig zählt Wien seit Jahren zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität weltweit.“
Eurocities, das größte Netzwerk europäischer Großstädte, vereint über 200 Städte aus 38 Ländern und repräsentiert rund 130 Millionen Menschen. Es dient als zentrale Plattform, um die Interessen der Städte auf EU-Ebene zu vertreten und ihre Rolle im europäischen Gesetzgebungsprozess zu stärken.
Mit dem Vize-Vorsitz im Umweltforum kann Wien entscheidend mitgestalten, wie Europas Städte auf die Klimakrise reagieren, ob in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, grüne Infrastruktur, Luftqualität oder Klimaanpassung.
Damit sendet die Stadt ein starkes Signal: Wien ist nicht nur Vorreiterin in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch Motor für ein klimafreundliches, lebenswertes Europa.
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