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Wie Städte durch Wasser-Wiederverwendung klimaresilienter werden – Vorbild Mannheim

04.08.2025

Wiederverwertung von Grauwasser und intelligenter Umgang mit Regen schont wertvolle Ressource Wasser

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Neues Wohnquartier Aubuckel im Stadtteil Mannheim Feudenheim © Annette Rudolph-Cleff/TU Darmstadt

Osnabrück/Mannheim – Was  heute  im neu eröffneten Wohnquartier „Aubuckel“ in Mannheim-Feudenheim gefeiert wird, könnte als Modellprojekt Schule machen: Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Vorhaben „ReSource Mannheim“ zeigt, wie Städte mit innovativen Konzepten zur Wasserwiederverwendung dem Klimawandel begegnen und dabei wertvolle Ressourcen schonen können. Im Fokus: Die Wiederverwertung von Grauwasser und der intelligente Umgang mit Regen.
 

„Temperaturanstieg, Dürre, Starkregen – wir müssen städtische Planungen völlig neu denken“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Mehr Brauch- statt Frischwassernutzung ist das Gebot der Stunde.“
 

Im Aubuckel-Quartier wird vorgemacht, wie das funktionieren kann: Wasser aus Duschen, Waschbecken oder Waschmaschinen – sogenanntes Grauwasser – wird über eine moderne Ultrafiltrationsanlage aufbereitet und erneut in Haushalten verwendet. Es dient nicht nur der WC-Spülung, sondern kann sogar wieder in Waschmaschinen zum Einsatz kommen.

Zudem wird Regenwasser nicht mehr einfach abgeleitet, sondern gezielt gespeichert und genutzt. Ein zentrales Teichsystem fungiert als Wasserspeicher, Bewässerungsquelle für Grünanlagen, Kühlung an heißen Tagen – und als Hochwasserschutz. Bei Starkregen-Ereignissen puffert es große Wassermengen ab. Das Quartier funktioniert damit nach dem Prinzip der „Schwammstadt“: Regen wird wie von einem Schwamm aufgenommen und zurückgehalten, statt ungenutzt in der Kanalisation zu verschwinden.
 

40 Prozent weniger Frischwasser – das Ziel für alle Städte? 

Ein interdisziplinäres Team der TU Darmstadt hat das Wasserressourcen-Management im neuen Wohnquartier analysiert – mit beeindruckenden Ergebnissen: Der Frischwasserbedarf kann um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Für Bonde ist klar: „Das ist ein Meilenstein – und muss Vorbild für andere Städte werden.“

Besonders bemerkenswert: Das neue Quartier am Adolf-Damaschke-Ring umfasst drei Mehrfamilienhäuser mit rund 120 Wohneinheiten – davon 40 Prozent sozial gefördert. „Leuchtturmprojekte müssen bezahlbar sein“, betont Bonde. „Die sozial-ökologische Transformation darf niemanden ausschließen.“
 

Wassermanagement wird zur Sicherheitsfrage 

Doch es geht um mehr als technische Innovation und Nachhaltigkeit. Bonde spricht von einer sicherheitspolitischen Dimension: „Die Verfügbarkeit von Trinkwasser wird zunehmend zu einer strategischen Frage. Städte und Kommunen müssen ihre Wasserversorgung krisenfest gestalten – jetzt.“

Der Druck zu handeln steigt: 2024 war laut Deutschem Wetterdienst das bisher wärmste Jahr in Deutschland. Extremwetter nimmt zu – mit teils dramatischen Folgen: verdichtete Städte heizen sich stärker auf, versiegelte Flächen verhindern das Einsickern von Regen, Starkregen überlastet Kanalsysteme.

Dazu kommt ein schleichendes, aber gravierendes Problem: Das Grundwasser geht vielerorts zur Neige. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) im Auftrag des BUND wird in mehr als der Hälfte aller Landkreise mehr Grundwasser entnommen als sich natürlich regenerieren kann. Das gefährdet nicht nur Böden und Ökosysteme – fast 90 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser.

Bonde ist sich sicher: „Wir müssen unseren Grundwasserverbrauch drastisch reduzieren. Das Mannheimer Projekt zeigt, dass es geht – und wie.“
 

Ein Anfang – mit Potenzial für andere Regionen und Projekte 

Aubuckel in Mannheim ist mehr als ein modernes Wohnquartier – es ist ein Versprechen für eine klimaresiliente, sozial gerechte und wassersensitive Stadt der Zukunft. Nun liegt es an anderen Kommunen und weiteren Projekten diesem Beispiel zu folgen – noch bevor Wassermangel uns das Leben erschwert. 

Links

  • Beispiel Schwammstadt
  • TU Darmstadt
  • DBU

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