Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse(current)1
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Biomasse

Wie können Reststoffe aus der Land– und Forstwirtschaft weiter genutzt werden?

03.01.2017

Kaskadennutzung: EU–Projekt AgriForValor liefert gute Beispiele

ja © Michael Sigmund
ja © Michael Sigmund
25 gute Beispiele für die marktfähige Verwertung der Reststoffe und 48 gute Beispiele aus der Forschung werden gezeigt.
Unter Federführung des Steinbeis–Europa–Zentrums verfolgt das EU–Projekt AGRIFORVALOR das Ziel, Reststoffe – definiert als Nebenströme, Rückstände oder Abfallprodukte aus der land– und forstwirtschaftlichen Produktion – in einer Kaskadennutzung weiter zu verwerten. Damit soll der Aufbau einer neuen Bioökonomie – Bioökonomie 2.0, die nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht, in Europa vorangebracht werden.
Um dies zu erreichen, sollen Innovationspartnerschaften die Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen. Die 16 Projektpartner bestehen aus Vertretern von Praktikern aus der Land– und Forstwirtschaft, Experten aus Forschung und Lehre sowie KMU der Bioindustrie.
In drei „Biomasse–Innovation Design Hubs„ in Andalusien (Spanien), Ungarn und Irland begleiten und unterstützen Hubmanager Maßnahmen zur Verwertung bestimmter Reststoffe in Form von z.B. bedarfsorientierten Trainings und zur Umsetzung neuer Geschäftsideen in Form von z.B. individuellen Mentoring & Coachings. AGRIFORVALOR liefert als Katalysator und Moderator neue kommerzielle Möglichkeiten für die Land– und Forstwirtschaft auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene.
In den ersten Monaten beschäftigten sich die Projektpartner der Universität Gent (Belgien) und der Universität Stichting Dienst Landbouwkundig Onderzoek (Niederlande) mit Hilfe der Hubmanger und Partnern aus den verschiedenen Pilotregionen mit der Recherche nach Forschungs– und Entwicklungsergebnissen von angewandten Techniken bzw. Prozessen, die eine neue Art der Weiterverarbeitung und Verwertung von Reststoffen der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Produktion ermöglichen. Neben Forschungs– und Entwicklungsergebnissen aus den Pilotregionen wurden auch EU–weite Ergebnisse untersucht. Parallel dazu wurden gute Praktiken in den Pilotregionen aber auch in der EU gesucht, die beschreiben, wie bereits erfolgreich mit Reststoffen Geld verdient werden kann.
Die Ergebnisse wurden nun in einer interaktiven Datenbank – dem so genannten „Side–stream Valley Tool„ – auf der Projektwebseite veröffentlicht. Die Datenbank ermöglicht eine Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Projekten bzw. federführenden Organisationen.
Ergebnisse: Die Projektpartner haben 48 gute Beispiele aus der Forschung zusammengestellt. Diese Beispiele stammen aus den Gebieten/Hubs in Ungarn, Spanien, Irland und weiteren europäischen und nicht–europäischen Ländern. Dabei konzentrierten sich die Forschungsarbeiten auf die Themen Lebensmittel, Futtermittel, Düngemittel, Kraftstoffe sowie Feinchemikalien/ funktionelle Materialien.
Die Mehrzahl der Forschungsergebnisse widmen sich der Kaskadennutzung von Biomasse Reststoffen:
1) Verwendung als Düngemittel und Lebensmittel / Futtermittel
2) Verwendung als Lebensmittel und Funktionelle Materialien (z.B. als Biopolymer)
3) Verwendung als Lebensmittel und Feinchemikalie (z.B. Hydroxytyrosol)
4) Verwendung als (Fein–) Chemikalie und funktionelle Materialien für die Herstellung von Geräten und Formen
5)Verwendung zur Energieerzeugung und als Düngemittel
6) Verwendung als Feinchemikalie und Düngemittel
Auffallend war, dass sich die Hälfte der auf landwirtschaftliche Reststoffe basierenden Forschungsergebnisse (15 von 30) zur Herstellung von Lebens–/Futtermitteln (z.B. Zucker, Fasern, Proteine, Farbstoffe) bezogen.
Die Forschungsergebnisse im Bereich der kombinierten Nutzung landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Reststoffe lagen hauptsächlich im Bereich der Energieanwendung (Biogas, Wärme, Dampf, Bio–Öl) (7 von 10).
Im Bereich der rein forstwirtschaftlichen reststoff–bezogenen Forschung wurden Techniken identifiziert, die sich mehrheitlich mit der Verwendung als funktionelle Materialien / Feinchemikalien befassen (wie Isolationsmaterial, Aktivkohle, Ethanol, Lignin und Glucose) (4 von 9).
Es ist festzustellen, dass die Forschung von Reststoffen in letzter Zeit einen verstärkten Fokus auf Techniken legt, die einen niedrigen Technologischen Reifegrad (TRL<6) haben, dafür aber eine höhere Werthaltigkeit im Sinne der Kaskadennutzung versprechen (z.B. Nutzung als Biopolymere) als Ersatz zu fossilen Ausgangsstoffen. Forschungen mit relativ hohem Reifegrad (TRL>6) zielen hauptsächlich auf die Nutzung von Reststoffen als Energiequelle ab, insbesondere als Biogas aber auch als Bio–Kraftstoffe.
Ungarn
Der ungarische Forschungsschwerpunkt für Biomasse–Reststoffe liegt auf der Auf– und Wiederverwertung von landwirtschaftlichen Abfällen wie Pflanzenreste (aus Mais, Weizen, Raps, Zuckerrüben) und Tierdung (z.B. von Geflügel und Kaninchen). Die Biomasse–Reststoffe werden in erster Linie zur Herstellung von Brennstoffen (z. B. Biogas und Bio–Öl) verwendet. Als Nebenprodukte fallen hauptsächlich Düngemittel und funktionelle Materialien oder Feinchemikalien an.
Andalusien (Spanien)
Die meisten Forschungsergebnisse befassen sich mit der Verwertung von Oliven–Reststoffen (aus Olivenkernen, Olivenblättern, Olivenbaumschnitt) und der Verwendung von Ernterückständen (z.B. aus Gemüse, Zuckerrüben, Hülsenfrüchten) und Tierdung. Oliven–Reststoffe finden Verwertung für Lebensmittel, Futtermittel, Düngemittel, Kraftstoffe sowie Feinchemikalien/ funktionelle Materialien. Aus den Ernterückständen lassen sich Brennstoff, Dünger, funktionelle Materialien und Feinchemikalien herstellen. Die Verwertung von Tierdung (z.B. von Kühen und Schweinen) und landwirtschaftlichen Industrieabwässern ist als Treibstoffe und Düngemittel möglich.
Irland
In Irland liegt der Schwerpunkt auf der Erforschung von forstwirtschaftlichen Reststoffen. Reststoffe aus der holzverarbeitenden Industrie (z. B. Sägemehl, Holzabfälle, Holzspäne) werden hauptsächlich für die Treibstoffproduktion verwendet. Fortwirtschaftliche Reststoffe (z.B. Hackschnitzel, Holzreste und Miscanthus) werden hinsichtlich ihrer höheren Werthaltigkeit in Form der Verwendung als funktionelle Materialien und Feinchemikalien erforscht. Auch Techniken zur Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe werden erforscht. Dieses erfolgt jedoch meistens in Kombination mit der Forschung zu forstwirtschaftlichen Reststoffen.
Gute Beispiele für die marktfähige Verwertung
Die Projektpartner haben zudem 25 gute Beispiele für die marktfähige Verwertung der Reststoffe identifiziert und untersucht; elf davon mit landwirtschaftlichen Reststoffen, zwei mit landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Reststoffen und zwölf von rein forstwirtschaftlichen Reststoffen. Die Mehrzahl der guten Beispiele liegt im Bereich der Energieanwendung, einige Beispiele liegen im Bereich der Verwendung als funktionelle Materialien, als Bestandteile für Lebensmittel oder als Düngemittel.
Kontakt am Steinbeis–Europa–Zentrum:
Hartmut Welck, Welck@steinbeis–europa.de
Weitere Informationen:
www.agriforvalor.eu– weitere Informationen
  • Drucken
  • Empfehlen
03.01.2017 | Gastautor*In: Anette Mack
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Präventives Heizwerkmonitoring für NÖ Biomasseanlagen

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

biogas16: Die Jahrestagung der österreichischen Biogasbranche

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Dienstag, 21. April 2026, 68.858 Artikel Online

Weitere Themen

  • Heizen mit Holz sichert die Wärmeversorgung
  • Biomasse-Logistik entscheidet über Mobilisierung
  • Der Funken ist entfacht - Erstes Feuer im neuen Biomasseheizwerk Himberg entzündet
  • Heizen mit Holz wird immer sauberer
  • Fossiler Preisschock: Pellet-Haushalte sparen gegenüber Heizöl ein ganzes Monatsgehalt
  • Pelletverbände fordern Kurswechsel in der Wärmepolitik
  • Wien Energie übernimmt ella und baut E-Ladenetz deutlich aus
  • Pellets im Zentrum der Wärmewende: Internationale Branche trifft sich in Wels
  • Preisvergleich zeigt: Pellets-Heizer auch in diesem Winter die Gewinner
  • Villach setzt Maßstäbe in der Wärmewende
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
2.315 Artikel | Seite 1 von 232

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
ja © Michael Sigmund

ja © Michael Sigmund