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Weniger Einschlag bringt Hoffnung für den Regenwald

24.07.2007

Greenpeace zieht nach einem Jahr Bilanz

ja © http://www.bmu.de/de/txt/presse/bildarchiv/alle_bilder/
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Ein Jahr nach der Verkündung eines Moratoriums auf Urwald–Soja aus dem Amazonas–Regenwald zieht Greenpeace heute in Sao Paulo erstmals positive Bilanz. Vor zwölf Monaten hatten sich die weltweit führenden Agrarfirmen und Soja–Händler verpflichtet, den Soja–Anbau in den brasilianischen Urwald–Regionen nicht weiter auszuweiten. Das Moratorium läuft bis Sommer 2008. Die mit Soja bepflanzten Flächen im Amazonas–Regenwald haben seit der Verkündung des Moratoriums leicht abgenommen. Die Abholzung etwa zum Anlegen neuer Felder für die eiweißreichen Bohnen ist in der Region Mato Grosso um 40 Prozent zurückgegangen. Greenpeace sieht darin einen ersten kleinen Erfolg der internationalen Kampagne zum Erhalt des Regenwaldes. Europäische Lebensmittelhersteller und Einzelhandelsketten haben in Sao Paulo die Unterstützung des Moratoriums zum Schutz des Urwaldes am Amazonas weiter zugesichert.
„Es macht Hoffnung, dass die Fläche der Sojafelder im Regenwald kleiner geworden ist. Die Urwaldzerstörung ist gebremst„, sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. „Der Urwald wird durch den unstillbaren Soja–Hunger der Massentierhalter dieser Welt bedroht. Das muss aufhören. Zum Schutz des weltweiten Klimas und der Artenvielfalt im größten Regenwald der Erde ist dies absolut entscheidend.„
In Mato Grosso wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr 400.000 Hektar, sondern noch 239.000 Hektar vernichtet. „Das klingt zwar zynisch, aber ist ein Fortschritt – eine Fläche sechsmal so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald blieb verschont„, so Oliver Salge. Hier wurden Satellitenbilder ausgewertet. Ein anderes Beispiel ist die Gegend um die Stadt Santarem im brasilianischen Bundesstaat Para. Dort hat sich die Fläche der Soja–Felder um 41 Prozent verringert, immerhin eine Verkleinerung um 30.000 Hektar. Dies entspricht etwa 40.000 Fußballfeldern. Zum einen wurde nicht mehr großflächig neu eingeschlagen, zum anderen wurden bestehende Felder nicht mehr mit Soja bepflanzt.
Greenpeace hatte besonders in Santarem für den Schutz des Urwaldes gestritten und die Soja–Verladestation des weltweit größten Soja–Händlers Cargill in Santarem zeitweise besetzt. Soja wird als Tierfutter für die Massentierhaltung in den USA, Europa und zunehmend in Asien vor allem bei Schweinen und Hühnern eingesetzt.
Vor einem Jahr haben die weltweit führenden Agrarfirmen und Soja–Händler Cargill, Bunge, ADM und A.Maggi einem zweijährigen Moratorium für brasilianische Urwald–Soja zugestimmt. Die Unternehmen sagten zu, auf den Kauf von Soja von neu angelegten Feldern zu verzichten. Der Entscheidung der Agrar–Riesen war eine internationale Greenpeace–Kampagne voraus gegangen. Die Umweltorganisation hatte zum Schutz Amazoniens auch von führenden Lebensmittelverarbeitern in Europa wie McDonald‚s gefordert, den zerstörerischen meist illegalen Anbau von Soja mitten im Regenwald und der Beschäftigung von Arbeitern unter menschenunwürdigen Bedingungen ein Ende zu setzen. Diese (u.a. Alpro, Asda, Carrefour, El Corte Ingles, Lidl, Marks&Spencer, Ritter–Sport, Tegut) schlossen sich der Greenpeace–Forderung nach einem Soja–Moratorium an und forderten eine Änderung des Soja–Anbaus am Amazonas.

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24.07.2007 | Autor*in: pawek
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