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Weniger Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen: Trendwende im ersten Quartal 2026

27.04.2026

Im ersten Quartal 2026 ist der Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen erstmals seit Jahren spürbar zurückgegangen.

Autobahn.jpg.jpg
© Schwoaze auf Pixabay

Laut einer aktuellen Analyse der VCÖ auf Basis von Daten der ASFINAG wurden an mehr als der Hälfte der Messstellen weniger Pkw gezählt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
 

Konkret verzeichneten 127 von 248 Zählstellen – das entspricht 51 Prozent – einen Rückgang. An Werktagen fiel dieser Trend mit 132 betroffenen Messstellen (53 Prozent) sogar noch deutlicher aus. Besonders in den Ballungsräumen rund um Wien, St. Pölten, Graz und Linz nahm die Verkehrsbelastung ab.
 

Rückgänge auf zentralen Autobahnen

Mehrere wichtige Verkehrsachsen waren von dieser Entwicklung betroffen, darunter die stark frequentierten Autobahnen A23, A22, A21 sowie die A2, A7, A8 und A9. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang auf der Südautobahn (A2) zwischen Graz und Klagenfurt, wo sich laut VCÖ bereits die entlastende Wirkung der neuen Koralmbahn zeigt.

Trotz des Rückgangs bleibt die A23 Südosttangente die meistbefahrene Straße Österreichs: Bei der Zählstelle Baumgasse wurden im Schnitt 175.900 Pkw pro Tag registriert – ein Minus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der A2 bei Biedermannsdorf lag das tägliche Verkehrsaufkommen bei rund 138.700 Fahrzeugen, auf der A22 bei der Brigittenauer Brücke bei etwa 108.900.
 

Gründe für den Rückgang 

Als zentralen Faktor nennt der VCÖ die gestiegenen Spritpreise, die insbesondere Pendlerinnen und Pendler zum Umdenken bewegen. Vor allem dort, wo attraktive Alternativen bestehen – etwa im öffentlichen Verkehr in Ballungsräumen – zeigt sich ein stärkerer Rückgang.
 

Gleichzeitig sieht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk noch erhebliches ungenutztes Potenzial, insbesondere im Pendelverkehr. Unternehmen könnten hier eine Schlüsselrolle spielen, indem sie gezielt Mobilitätsmanagement fördern.
 

Unternehmen als Hebel für Verkehrswende 

Konkret empfiehlt der VCÖ Maßnahmen wie Öffi-Jobtickets, Leasingräder oder digitale Plattformen zur Bildung von Fahrgemeinschaften. Solche Angebote würden nicht nur die Kosten für Beschäftigte senken, sondern auch Staus reduzieren und Anrainer entlasten.

„Gerade im Pendelverkehr wird das Potenzial zur Reduktion des Spritverbrauchs bei weitem nicht ausgeschöpft“, betont Schenk.
 

Forderung nach besserer Infrastruktur 

Angesichts möglicher Engpässe bei der Treibstoffversorgung fordert der VCÖ zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs im Verkehr. Neben effizienterem Fahren und niedrigeren Tempolimits zählt dazu vor allem der Ausbau alternativer Mobilitätsangebote.
 

Im Fokus stehen dabei:

  • Schnellbuslinien für den Stadt-Umland-Verkehr
  • Eigene Fahrspuren für Busse und Fahrgemeinschaften
  • Mitbenutzung von Pannenstreifen bei Staugefahr
  • Ausbau von Rad-Highways für längere Pendelstrecken

Als Vorbild nennt der VCÖ den Ballungsraum Kopenhagen, wo gut ausgebaute Radschnellwege bereits viele Autofahrten ersetzen.

 

Die aktuellen Zahlen deuten auf eine mögliche Trendwende im österreichischen Straßenverkehr hin. Ob daraus eine nachhaltige Entwicklung wird, hängt laut VCÖ maßgeblich davon ab, wie konsequent Politik, Unternehmen und Infrastrukturbetreiber alternative Mobilitätsformen weiter ausbauen.

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27.04.2026
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