Weltweite Energiewende: Indien priorisiert den Umbau des Energiesystems
Die italienische Fondazione MAIRE hat gemeinsam mit Ipsos neue Ergebnisse zur globalen Energiewende veröffentlicht. Die Studie basiert mittlerweile auf mehr als 2.300 Interviews in 14 Ländern auf vier Kontinenten und untersucht Bewusstsein, Prioritäten und Qualifikationsbedarf im Zusammenhang mit den Klimazielen.
Indien nimmt dabei eine Spitzenposition ein: 63 Prozent der Befragten fühlen sich sehr gut über die Energiewende informiert, 71 Prozent bescheinigen ihrer Regierung ein starkes Engagement bei der Umsetzung von Dekarbonisierungsstrategien. Auch bei der Priorisierung liegt Indien mit 70 Prozent vorne – gleichauf mit der Türkei.
Neu in die Untersuchung aufgenommen wurden Katar und Argentinien – mit deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Katar weist ein sehr hohes allgemeines Bewusstsein auf (95 Prozent); 67 Prozent sehen die Energiewende als nationale Priorität. Das Land investiert stark in erneuerbare Energien, Bildung und technisches Know-how, sorgt sich jedoch um mögliche Arbeitsplatzverluste in traditionellen Sektoren.
Argentinien hingegen zeigt eine Diskrepanz zwischen grundsätzlichem Bewusstsein (97 Prozent) und konkreter Vertrautheit mit den Inhalten der Energiewende (36 Prozent). Nur 34 Prozent betrachten sie als nationale Priorität, und lediglich 23 Prozent bewerten das staatliche Engagement positiv. Wirtschaftliche Herausforderungen und begrenzte Investitionen in Ausbildung bremsen den Fortschritt.
Die Studie macht deutlich: Für eine erfolgreiche Energiewende sind sowohl technisches Fachwissen als auch soziale Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, kritisches Denken und Kreativität entscheidend. Besonders hoch ist der Weiterbildungsbedarf in China und Chile. In Kasachstan wird ein gravierender Mangel an qualifizierten Fachkräften festgestellt, während China und Indien ihre Vorbereitung vergleichsweise positiv einschätzen.
Laut MAIRE-Vorsitzendem Fabrizio Di Amato überwiegen die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile der Energiewende langfristig in allen untersuchten Ländern. Entscheidend für den Erfolg seien strategische Investitionen in Bildung, Innovation und Humankapital – denn gut ausgebildete Fachkräfte gelten weltweit als Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele.