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Weltweit tiefster Banner-Protest fordert von Regierungen: “Hört auf die Wissenschaft!”

28.05.2026

Historische Greenpeace Aktion am Grund der Arktis

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Greenpeace Wissenschaftler bei der Tiefseeexpedition © Greenpeace

Hamburg/Europäisches Nordmeer — Greenpeace hat erstmals ein Protestbanner am Grund der Tiefsee platziert. In 2315 Metern Tiefe bei den vulkanischen Tiefseequellen „Loki’s Castle“ im Arktischen Ozean richtet sich die Botschaft an die Staats- und Regierungschefs der Welt: „Hört auf die Wissenschaft!“.  

 

„Dies ist der bislang tiefste Bannerprotest in der Geschichte der Menschheit – er gibt einem Ökosystem und seinen Bewohnern eine Stimme, die keine eigene haben. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben versprochen, 30 Prozent der Ozeane zu schützen; nun wird es höchste Zeit, dieses Versprechen tatsächlich umzusetzen”, sagt Sandra Schöttner, Tiefseebiologin und leitende Wissenschaftlerin an Bord der Greenpeace Deep Arctic Expedition. "Um dieses globale Ziel zu erreichen, müssen wir die industrielle Ausbeutung unerforschter und empfindlicher Ökosysteme in der Tiefsee stoppen.“

 

Tiefsee darf nicht zum Rohstofflager werden

 

Das Protestschild wurde mit dem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug – dem Tauchroboter Holly – auf 2315 Metern Tiefe bei den vulkanischen Tiefseequellen „Loki’s Castle“ platziert. Das einzigartige vulkanische Ökosystem gilt als möglicher Ursprung komplexen Lebens auf der Erde. Greenpeace warnt davor, dass die Tiefsee zum nächsten Schauplatz eines globalen Wettlaufs um Rohstoffe werden könnte.  Veiel Wissenschaftler:innen befürchten unumkehrbare Schäden für hochsensible Ökosysteme durch industriellen Tiefseebergbau. Das Gebiet war 2024 von der norwegischen Regierung für den Tiefseebergbau geöffnet worden, nach internationalen Protesten wurde das Vorhaben zunächst bis 2029 gestoppt.
 

„Es ist noch nicht zu spät zu handeln“, ergänzt Franziska Saalmann, Meeresschutz-Expertin von Greenpeace Deutschland. „Die Wissenschaft zeigt klar die Grenzen dessen auf, was unser Planet verkraften kann. Wenn wir die Tiefsee jetzt schützen und den Start von Tiefseebergbau verhindern, schützen wir auch die Stabilität unserer Ozeane – und damit unsere eigene Zukunft.“

 

Greenpeace fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, den UN-Ozeanvertrag umzusetzen, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen und ein sofortiges weltweites Moratorium für den Tiefseebergbau zu beschließen.

 

Die Deep Arctic Expedition bringt internationale Wissenschaftler:innen zusammen, um bislang kaum erforschte Tiefsee-Ökosysteme in der Arktis zu untersuchen. Im Fokus stehen gefährdete, seltene und unbekannte Arten entlang des Mittelatlantischen Rückens zwischen Norwegen und Grönland. Die Forschungsergebnisse sollen helfen, Meeresschutzgebiete auszuweisen. Der aktuelle Standort des Forschungsschiffs sowie Divestreams werden auf der Deep Arctic Expedition Landingpage übertragen; Tauchgänge werden im Expeditions-Kanal auf Whatsapp angekündigt.


 

Links

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