Weichenstellung für Österreichs Wasserzukunft
Der Bericht zeigt jene Themenfelder auf, die für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Flüssen, Seen und Grundwasser in den kommenden Jahren besonders relevant sind. Gleichzeitig markiert er den Start eines umfassenden Beteiligungsprozesses, bei dem auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, mitzuwirken.
„Österreich ist ein wasserreiches Land, doch der Klimawandel stellt auch uns vor neue Herausforderungen“, betont Umweltminister Norbert Totschnig. Mit den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen werde der Fokus auf eine nachhaltige und klimaangepasste Bewirtschaftung der Gewässer gelegt. „Wir laden alle ein, sich aktiv an der Gestaltung der Wasserzukunft Österreichs zu beteiligen.“
In den vergangenen Jahrzehnten konnte Österreich in der Wasserwirtschaft große Fortschritte erzielen. Eine sichere Trinkwasserversorgung, eine überwiegend gute Wasserqualität in Flüssen und Seen sowie ein kontinuierlich verbesserter Hochwasserschutz zählen zu den wichtigsten Errungenschaften.
Gleichzeitig rücken jedoch neue Problemfelder in den Vordergrund. Der Klimawandel beeinflusst sowohl die Verfügbarkeit von Wasser als auch die Qualität der Gewässer. Längere Trockenperioden, steigende Wassertemperaturen und veränderte Abflussmengen stellen bestehende Bewirtschaftungssysteme zunehmend auf die Probe.
Die aktuellen Wasserbewirtschaftungsfragen greifen diese Entwicklungen auf. Im Zentrum stehen dabei unter anderem die Sicherung der Trinkwasserversorgung auch in Trockenzeiten, die weitere Reduktion von Schadstoffeinträgen sowie der Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Flüssen und Seen unter veränderten klimatischen Bedingungen.
Grundlage des gesamten Prozesses ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die verbindliche chemische und ökologische Standards für alle Gewässer vorschreibt. Maßnahmen wie der Ausbau der Abwasserreinigung oder die Renaturierung von Gewässerlebensräumen haben bereits zu deutlichen Verbesserungen geführt. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf, um bestehende Belastungen wirksam zu reduzieren und die Wasserbewirtschaftung an neue klimatische Rahmenbedingungen anzupassen.
Mit der Veröffentlichung der wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen startet nun das öffentliche Beteiligungsverfahren. Bis 22. Juni 2026 können Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Länder, Gemeinden, Betriebe, Fachinstitutionen und Interessenvertretungen Stellungnahmen einbringen. Diese Rückmeldungen fließen in die Ausarbeitung des Entwurfs zum 4. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan ein, der Ende 2026 vorgelegt werden soll.
Ziel des Beteiligungsprozesses ist es, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln und frühzeitig die Weichen für eine nachhaltige und widerstandsfähige Wasserzukunft in Österreich zu stellen.
Stellungnahmen können per E-Mail an wasserrahmenrichtlinie@bmluk.gv.at oder postalisch an das
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Abteilung IV/2 Nationale und Internationale Wasserwirtschaft,
Stubenring 1, 1010 Wien
übermittelt werden.
Weitere Informationen finden sich auf der Website „Die Zukunft unserer Gewässer – Wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen 2025“ sowie im entsprechenden Bericht.