Wegweisendes Urteil in Frankreich: TotalEnergies muss Verantwortung für seine gesamte Klimabilanz übernehmen
Der Pariser Gerichtshof stellte fest, dass TotalEnergies seine Verpflichtungen aus dem französischen Sorgfaltspflichtgesetz von 2017 nicht ausreichend erfüllt habe. Besonders im Fokus standen die sogenannten Scope-3-Emissionen, also jene Emissionen, die bei der Verbrennung von Öl- und Gasprodukten entstehen und den größten Anteil der Klimawirkung fossiler Unternehmen ausmachen.
Nach Ansicht des Gerichts kann sich der Konzern nicht darauf berufen, dass die Emissionen erst durch die Nutzung der Produkte durch Verbraucher entstehen. Unternehmen müssten vielmehr die gesamten Klimarisiken ihrer Geschäftstätigkeit erfassen und Maßnahmen zu deren Verringerung entwickeln.
Für Klimaschutzorganisationen ist das Urteil ein wichtiger Präzedenzfall. Erstmals überhaupt wurde ein französischer multinationaler Konzern wegen mangelnder Umsetzung seiner gesetzlichen Klimasorgfaltspflichten zur Verantwortung gezogen.
Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die fossile Industrie haben: Sie stärkt die Position von Klimaklagen weltweit, in denen Unternehmen zunehmend aufgefordert werden, nicht nur direkte Emissionen aus ihrer Produktion, sondern auch die Klimafolgen ihrer gesamten Geschäftsmodelle zu berücksichtigen.