„Was tut sich bei nationalen Zielen für erneuerbare Energien? Nicht viel!“
Die Energie-Denkfabrik Ember hat vor kurzem eine umfassende Analyse zu den weltweiten Erneuerbaren-Energiezielen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Fast zwei Jahre nach dem COP28-Abkommen, in dem 133 Länder sich verpflichteten, die globale Kapazität für erneuerbare Energien bis 2030 zu verdreifachen, fehlt es den meisten Mitgliedsstaaten an Entschlossenheit, diese ambitionierten Ziele auch politisch festzulegen!
Nationale Ziele – nur marginal erhöht
Nur 22 Länder (davon 15 innerhalb der EU) haben ihre Zielvorgaben angepasst – 16 davon haben ihre Ambitionen gesteigert, sechs jedoch sogar zurückgeschraubt. Außerhalb des europäischen Blocks haben lediglich sieben Staaten wie Australien, Brasilien, Mexiko, Südkorea, Vietnam, UK und Indonesien ihre Ziele modifiziert.
Aktuell summieren sich die nationalen Ziele weltweit auf rund 7,4 Terawatt (TW) bis 2030 – nur 2 % über den Werten, die beim COP28 abgegeben wurden. Dieses Niveau entspricht einer Verdopplung, aber keineswegs einer Verdreifachung gegenüber dem Stand von 2022, für die immerhin rund 11 TW notwendig wären.
Von den zwanzig größten Strommärkten haben nur elf ihre Ziele aktualisiert. Bedeutende Emittenten wie die USA, Russland, Kanada und die Türkei haben bisher überhaupt noch keine neuen Zielwerte veröffentlicht. China und Südafrika hingegen planen, ihre Vorgaben im Laufe des Jahres 2025 zu überarbeiten.
Ember betont, dass staatliche Zielvorgaben essenziell sind — nicht nur als Signal für Klimaschutz, sondern auch als Grundlage zur Planung der Stromnetze und zur Sicherung von Investitionen in saubere Technologien. Ohne klare nationale Ambitionen bleibt der Weg zum 1,5-Grad-Ziel in Gefahr.
Obwohl der COP28 historische Signale gesetzt hat, fehlt es den meisten Ländern an ambitionierter Nachjustierung. Die globale Antwort hinkt deutlich hinter den Anforderungen der Klimakrise her. Nun ist rasches, sichtbares und koordiniertes Handeln der Staaten gefragt – damit der Weg zur weltweiten klimaneutralen Stromversorgung kein Wunschdenken bleibt.