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Was österreichische Vertreter bei der Konferenz in Bonn sagen

03.06.2004

Internationale Lobby für Erneuerbare Energie und Vorreiterrolle Österreichs bei Erneuerbaren gefordert.

Ölpreis als Motor für Umstieg

"Die aktuelle Ölpreis-Krise muss als Motor für den beschleunigten Umstieg auf Erneuerbare Energieträger genützt werden", fordert die Nationalratsabgeordnete der Grünen, Heidemarie Rest-Hinterseer, die an der Welt-Konferenz für Erneuerbare Energien in Bonn teilnimmt. WissenschaftlerInnen und AnalystInnen warnten bei der Konferenz in Bonn erneut vor einem mittelfristig weiteren dramatischen Anstieg des Rohölpreises. Grund dafür sei die Tatsache, dass das Maximum der weltweiten Ölförderung in den kommenden Jahren erreicht werden wird. Die stark steigende Öl-Nachfrage von Schwellenländern wie China oder Indien werde dazu führen, dass die Zeit des billigen Öls bald endgültig vorbei ist, so Rest-Hinterseer. Vor diesem Hintergrund sei Österreich gefordert innerhalb der EU eine Vorreiterrolle beim Ausbau der Erneuerbaren Energieträger einzunehmen. Dies würde auch der heimischen Exportwirtschaft nutzen, die bei Biomasse- und Solartechnologien bereits jetzt Weltspitze seien.
Obwohl Österreich bereits 23 Prozent der Primärenergie und 68 Prozent des erzeugten Stroms aus Erneuerbaren Quellen (Wasserkraft, Wind, Solar, Biomasse etc.) beziehe, sei es nicht auf die Öl-Krise vorbereitet. "Denn der Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung ist in Österreich aufgrund des starken Stromverbrauchswachstums seit Jahren rückläufig", warnt Rest-Hinterseer. Neben dem forcierten Ausbau von Ökostromanlagen müsse daher auch die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden. "Leider werden immer noch viel zu wenig Forschungsmittel für Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie aufgewendet," kritisiert Rest-Hinterseer.
Bei der Internationale Konferenz für erneuerbare Energien in Bonn soll ein gemeinsames Aktionsprogramm verabschiedet werden, in dem die Regierungen darlegen, mit welchen konkreten Programmen sie zu einer nachhaltigen Energiezukunft beitragen werden. Weiters soll es eine gemeinsame politische Erklärung geben, in der sich die anwesenden Regierungen ihrer Vision einer neuen Energiezukunft versichern. Das gemeinsame Ziel wird voraussichtlich lauten: Bis zum Jahr 2015 solle eine Milliarde Menschen mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Es wird eine Politikempfehlungen geben, wie auch Entwicklungsländer verstärkt erneuerbare Energien einsetzen können.

Forderung nach internationaler Lobby für Erneuerbare Energien

"Es gibt eine starke Lobby für Erdöl und eine für Atomenergie. Wir brauchen daher auch eine mächtige internationale Lobby für erneuerbare Energie. Angesichts der bereits global spürbaren Veränderungen des Klimas, von denen die Landwirtschaft unmittelbar und als erste betroffen ist, stellt ein Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ein Gebot der Stunde dar", erklärte der Obmann des Ausschusses für Energiefragen in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Martin Preineder, bei der Internationalen Konferenz für erneuerbare Energie.
Im Rahmen des auf der Konferenz organisierten internationalen Parlamentariertreffens hob Preineder - er ist Abgeordneter zum Nationalrat - in seiner Wortmeldung zum Thema "Parlamentarische Initiativen in Industrieländern" die Erfolge und LeistungenÖsterreichs im Bereich der erneuerbaren Energie hervor. "InÖsterreich stammen 21,4% der Primärenergie und 73% des Strombedarfes aus erneuerbaren Energieträgern", so der Abgeordnete. Preineder verwies auch darauf, dass das Ökostromziel von 4% des Strombedarfes bis 2008 als erreichbar gilt .
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03.06.2004 | Autor*in: holler
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