Waldbrände in Europa: Digitale Lagebilder sollen im Krisenfall Leben retten
Eine immer wichtigere Rolle im Krisenmanagement spielen dabei moderne Geoinformationssysteme (GIS). Sie verknüpfen Satellitenbilder, Wetter- und Winddaten, Informationen zur Vegetation, Topografie und bestehender Infrastruktur zu digitalen, laufend aktualisierten Lagebildern. Einsatzkräfte und Behörden können dadurch Brandentwicklungen besser einschätzen, gefährdete Gebiete identifizieren und ihre Maßnahmen gezielter koordinieren.
„Im Krisenfall gibt es keine Zeit, Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenzusuchen“, sagt Renate Messner, Geschäftsführerin von SynerGIS. Ein gemeinsames Lagebild schaffe die Grundlage, um rasch und fundiert zu entscheiden.
Technologien des GIS-Spezialisten Esri werden weltweit eingesetzt, um Waldbrände mithilfe von Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz frühzeitig zu erkennen und ihre Ausbreitung nahezu in Echtzeit zu verfolgen. Auch nach einem Brand können die Systeme Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und Landschaft dokumentieren und damit den Wiederaufbau unterstützen.
Die Bedeutung räumlicher Daten reicht laut SynerGIS jedoch weit über den Katastrophenschutz hinaus. Energieversorger können damit Netze analysieren, Städte ihre Klimaanpassung planen und Infrastrukturbetreiber Risiken frühzeitig erkennen.
Räumliche Intelligenz entwickelt sich damit zu einer zentralen Entscheidungsgrundlage, gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse und wachsender Risiken.