Vorzeigeprojekt Flächenrecycling: IZ NÖ-Süd gewinnt ERDREICH-Preis 2026
St. Pölten / Wiener Neudorf – Wenn es um die Versiegelung von Böden geht, steht die Industrie oft in der Kritik. Dass es auch anders geht – nämlich durch intelligentes Recycling von Bestandsflächen statt ungebremstem Neubau auf der „grünen Wiese“ – beweist das IZ NÖ-Süd. Das größte Gewerbegebiet Österreichs sicherte sich nun den ERDREICH-Preis in der Kategorie Flächenrecycling.
Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist diese Auszeichnung eine Bestätigung der niederösterreichischen Strategie: „Wirtschaftliche Dynamik und der achtsame Umgang mit natürlichen Ressourcen sind kein Widerspruch. Der ERDREICH-Preis zeigt, wie wir in Niederösterreich Ökonomie und Ökologie erfolgreich in Einklang halten.“
Das IZ NÖ-Süd fungiert dabei fast wie eine eigene Stadt: Auf 290 Hektar sind über 385 Unternehmen mit mehr als 12.300 Beschäftigten angesiedelt. Doch statt sich immer weiter in die Landschaft auszudehnen, setzt das Management auf Nachverdichtung und Revitalisierung.
Die Fachjury zeigte sich besonders von der Innovationskraft im IZ NÖ-Süd beeindruckt. Drei konkrete Maßnahmen standen im Rampenlicht:
Klimafitte Architektur: Das zentrale Verwaltungsgebäude wurde nicht einfach neu gebaut, sondern über einem historischen Luftschutz-Hochbunker saniert und erweitert. Das Ergebnis: Eine Auszeichnung mit dem klimaaktiv Gold Standard.
Aktive Brachflächen-Revitalisierung: ecoplus erwirbt gezielt Areale im Wirtschaftspark zurück, die nicht mehr zeitgemäß genutzt werden, saniert diese Altlasten und bereitet sie für moderne Betriebsansiedlungen auf.
Platzsparende Infrastruktur: Statt riesiger Asphaltparkplätze wurde ein achtstöckiges Parkhaus mit 380 Stellplätzen errichtet. Das spart wertvolle Bodenflächen, die stattdessen für produktive Betriebsansiedlungen oder Grünräume genutzt werden können.
Ein Modell für ganz Österreich
„Seit über 60 Jahren wird hier Flächenrecycling auf verschiedenen Ebenen umgesetzt“, erklärt ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki. Das IZ NÖ-Süd dient damit als Blaupause für die weiteren 15 Wirtschaftsparks, die ecoplus in Niederösterreich betreibt.
Auch für den ecoplus Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Hackl ist klar: Kontinuierliches Quartiersmanagement ist der Schlüssel. „Der Preis bestätigt, dass sich der Aufwand der Revitalisierung lohnt – für die Umwelt ebenso wie für die Standortqualität der Unternehmen.“
Größe: 290 Hektar (Größter Wirtschaftspark Österreichs)
Unternehmen: 385 Betriebe
Arbeitsplätze: > 12.300
Auszeichnung: ERDREICH-Preis 2026 (Kategorie Flächenrecycling)
Besonderheit: 76 maßgeschneiderte Mietobjekte mit Fokus auf flexible Weiternutzung.