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Von Olivenabfällen zu grünen Lösungen

10.07.2025

Vier Millionen Euro für Bioraffinerie-Projekt OLinWASTE

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Forscherinnen und Forscher des EU Projekts OLINWASTE beim Kick-off Meeting in Rom © Barbara Petschacher/ acib GmbH
Wie können Abfälle aus der Olivenmühle in nachhaltige Biokunststoffe, saubere Energie und pflanzenfördernde Verbindungen umgewandelt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt von OLinWASTE, einem neuen europäischen Forschungsprojekt, das - mit österreichischer Beteiligung durch acib GmbH - Mitte Juni in Rom offiziell gestartet wurde. Im Rahmen des Projekts soll eine voll integrierte Bioraffinerie für Rückstände aus Olivenmühlen entwickelt werden.

Die EU ist der weltweit größte Erzeuger, Verbraucher und Exporteur von Olivenöl, auf den rund 67% der weltweiten Produktion entfallen. Hinter diesem Erfolg verbirgt sich eine wachsende ökologische und wirtschaftliche Herausforderung: die Bewältigung der großen Abfallmengen, die bei der Olivenölproduktion anfallen. Zu diesen Abfällen - bekannt als Olivenmühlenabfälle - gehören Trester, Kerne und Blätter, wobei allein in Europa jährlich bis zu 9,6 Millionen Tonnen anfallen. Die derzeitigen Entsorgungsmethoden sind kostspielig und können bis zu 10 % der gesamten Produktionskosten ausmachen.

Eine unsachgemäße Abfallbewirtschaftung kann aufgrund des hohen Gehalts an organischen Verbindungen und Schwermetallen zu Bodenverschlechterung, Wasserverschmutzung und Schädigung lokaler Ökosysteme führen. Angesichts des zunehmenden Drucks, den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren und die Nachhaltigkeit zu verbessern, zielt OLinWASTE darauf ab, innovative Lösungen zu entwickeln, um diese Abfälle in wertvolle Bioprodukte umzuwandeln und so ein kostspieliges Problem in eine profitable Chance zu verwandeln.

OLinWASTE entwickelt eine neuartige, umweltfreundliche Bioraffinerie, die ohne Emissionen auskommen will. Mithilfe grüner Chemie und mikrobieller Prozesse werden agroindustrielle Abfälle und Nebenprodukte in wertvolle Ressourcen umgewandelt - darunter pflanzliche Bioimmunostimulanzien, Biopestizide, Biodünger, Biokunststoffe und Bioenergie. Dabei sollen Treibhausgasemissionen reduziert, Abfallströme effizient genutzt und thermoelektrische Energie erzeugt werden. Das Projekt zielt auch darauf ab, die Emissionen, den Lärm und die Gerüche der Anlage so gering wie möglich zu halten. Zur Optimierung der Oliven-Abfallbehandlung wird ein digitales Zwillingssystem entwickelt, in das maschinelles Lernen integriert wird. Das ermöglicht die Simulation des Betriebs in Echtzeit und trägt dazu bei, die Effizienz und die CO2-Bilanz zu verbessern. Durch begleitende Bewertung der Umweltauswirkungen und der Wirtschaftlichkeit der Prozesse wird sichergestellt, dass das Konzept dauerhaft nachhaltig ist.

Das von Vincenzo Lionetti von der Sapienza-Universität Rom koordinierte Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Horizon Europe, mit 4 Millionen Euro gefördert und hat eine Laufzeit von 4 Jahren.

"acib hat in diesem Projekt mehrere Aufgaben. Zum einen besteht unser wissenschaftlicher Auftrag darin Wirkstoffe aus Rückständen der Olivenölproduktion auf positive Auswirkungen auf das Bodenmikrobiom und Pflanzenwachstum zu testen, zum anderen wollen wir durch Fermentation der Rückstände das gut abbaubare Bioplastik PHA produzieren. Außerden ist acib auch für die Kommunikation der Projektergebnisse verantwortlich und sorgt damit für mehr Sichtbarkeit der Biotechnologie", sagt Barbara Petschacher, Kommunikationsbeauftragte und Nachhaltigkeitsmanagerin bei acib GmbH.

Insgesamt neun Partner aus sechs europäischen Ländern sind beteiligt: Italien, Schweden, Spanien, Österreich, das Vereinigte Königreich und Finnland. Das Konsortium besteht aus 4 europäischen Universitäten, darunter die Sapienza, die Universität Padua, die Cranfield University, Universidad De Burgos, die University of Surrey, drei Forschungszentren, das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB), die Research Institutes of Sweden (RISE) und Rise Processum (RISEP), eine Agrolio-Agroenergy-Bioraffinerie und ein Open Innovation Cluster CLIC Innovation Oy.

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