Vom Pilotprojekt zum Standard: V2G Alliance Austria forciert Markthochlauf
Die Zeichen stehen auf Skalierung: Das Netzwerk der V2G Alliance Austria ist mittlerweile auf über 90 Mitglieder angewachsen. Beim jüngsten Treffen im Bauhof Neulengbach wurde deutlich, dass die Phase der reinen Theorie beendet ist. Der Fokus liegt nun auf der konkreten Umsetzung und dem breiten Markthochlauf von Vehicle-to-Grid (V2G).
Interoperabilität als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentraler Meilenstein des Treffens war die Präsentation des aktuellen Positionspapiers. Die darin enthaltenen Handlungsempfehlungen bilden das Fundament für die Zukunft des bidirektionalen Ladens in Österreich. Damit V2G in die Breite gehen kann, müssen vier Bereiche Hand in Hand gehen:
Technik: Sicherstellung von Interoperabilität und Kompatibilität.
Wirtschaft: Entwicklung attraktiver Geschäftsmodelle für Fahrzeughalter und Netzbetreiber.
Recht: Schaffung klarer regulatorischer Rahmenbedingungen.
Gesellschaft: Förderung der Akzeptanz durch einfache Handhabung und Vertrauen.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der technischen Standardisierung. Um „Lücken“ im System zu schließen, arbeitet die Allianz intensiv an der Implementierung der ISO 15118-20 sowie an praxistauglichen Grid-Code-Profilen. Nur wenn das Fahrzeug, die Ladestation und das Stromnetz dieselbe Sprache sprechen, kann die Vision der mobilen Stromspeicher Realität werden.
Innovation zum Anfassen: Der Marktplatz der Zukunft
Dass die Technologie bereits heute funktioniert, bewies der „Marktplatz der Innovationen“. Nach den internen Fachdialogen öffnete die Veranstaltung ihre Tore für die Öffentlichkeit. Namhafte Anbieter zeigten unter realen Bedingungen, wie bidirektionales Laden in der Praxis aussieht:
- MOON Power & EVEMS
- Infypower
- EV2Grid (Slitix Solar GmbH)
Die Besucher:innen konnten live erleben, wie Strom nicht nur in das Auto fließt, sondern bei Bedarf auch wieder zurückgegeben wird, um das lokale Netz zu stützen oder den Eigenverbrauch zu optimieren.
Die Allianz wächst: Ein Netzwerk für die Umsetzung
Die Stärke der V2G Alliance Austria liegt in ihrer Diversität. Mit über 90 Mitgliedern deckt sie die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Energiewirtschaft über die Forschung bis hin zur Automobilindustrie und der öffentlichen Hand.
„Man muss nicht gegen etwas sein, um für etwas zu brennen“, brachte Christian Clerici (vibe) die Aufbruchstimmung zum Abschluss auf den Punkt.
Dieser Spirit war in Neulengbach deutlich spürbar: Es geht nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“. Mit der baldigen Veröffentlichung des Berichts zu Use Cases und Geschäftsmodellen aus dem Projekt „V2G Network“ liefert die Allianz die nächste wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft.