Vienna to Dakar: Mit dem Elektroauto nach Dakar – oder wie man ins Abenteuer stolpert
Ein Gedanke, der sich zuerst als ein wenig unrealistisch anfühlt – und später organisatorisch umgesetzt werden muss.
Der Plan. Und eine erste Bruchlandung.
Alles war nicht nur gedanklich durchgespielt. Silvia Brutschin, Organisatorin der RIVE MAROC, fuhr im Vorjahr mehrere Monate lang die Strecke ab, jedoch mit Solarpanellen zum Laden. Sie sondierte Lademöglichkeiten. legte die Strecke fest.
Route? Also Klar. Ladestrategie? Wird schon... Mehr als das wir mal länger an Steckdosen stehen, wird schon nicht passieren und Ajoub, grandioser Energietechniker aus Marokko, ist im Supportteam.
Abenteuerlust? Mehr als genug... aber da kommt noch etwas!!
Ein Mitfahrer, der mit dem OEKONEWS-Team bereits bei diversen Projekten zusammengearbeitet hat, war eigentlich gefunden. Tom, ein reiseerfahrener E-Mobilist, grandios im Social Mediabereich, jemand mit dem man Pferde stehlen kann, wie man so schön sagt. Nur musste er plötzlich zu Hause bleiben. Familie geht vor – absolut verständlich. Und damit war ich plötzlich allein mit der Idee, die schon als Team für ein Fahrzeug gewagt klang.
Doch das war erst der Anfang.
Das Auto. Vielleicht.Es stellte sich nämlich heraus, dass ich zwar vorhatte, mit einem Elektroauto nach Dakar zu fahren – nur hatte ich noch keines fix zugesagt bekommen. Der zuständige Leiter der Presseabteilung von Ford, der das Ganze absegnen wollte, lag im Krankenhaus. Keine schriftliche Bestätigung, also vorerst kein Auto.
Man könnte sagen: ungünstig.
Und dann kam doch noch, in letzter Sekunde, grünes Licht. Allerdings in einer Version, die man diplomatisch als „minimalistisch ausgestattet“ bezeichnen könnte. Hurra! Ein FORD MUSTANG MACH E in einer grandiosen Farbe und in voller Ausstattung, mit richtig viel Platz
Ein paar Dinge fehlten noch:
Kein Reserverad.
Keine endgültig geklärte Versicherung.
Ein paar Details, die man auf einer Reise Richtung Westafrika vielleicht nicht dem Zufall überlassen sollte. Aber die Zeit lief. Und manchmal ist Nicht-Starten riskanter als Losfahren.
Und der Ladeadapter: Hoffentlich kommt der noch. Wieder in letzter Sekunde organisiert! Die DiniTech GmbH schickte ein NRGkick Ladekabel zu mir. Für den Notfall hätten es zwar meine alten Kabel getan, aber ein neues sollte doch besser sein.
Und der Mitfahrer? Ein Aufruf auf Linkedin und Facebook sorgte für rege Nachfrage. Gleich mehrere von E-Autos überzeugte Menschen meldeten sich. Und nach einigen Telefonaten stand fest: Thomas Lacher traut sich Mitfahrer zu sein und hat tatsächlich gerade Zeit. Er kommt aus Deutschland, ist jobmäßig viel elektrisch gefahren. UND: Jemand, den ich noch nie zuvor gesehen hatte!
Spanien, wir kommen. Irgendwie.
Also fuhr ich los. Richtung Deutschland. Treffpunkt: Mühlheim an der Donau.
Plan: „Einsteigen, Gepäck an Bord nehmen,
wir fahren nach Dakar.“
Vertrauensbasis: Internet und Abenteuerlust.
Manchmal ist es wirklich komplett schräg, was einem so passiert, wenn man beschließt, mit dem Elektroauto nach Dakar zu fahren.
Wie oft fährt man mit dem E-Auto nach Dakar?
Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt: Wie oft macht man so etwas überhaupt?
Ich glaube: bisher hat das noch niemand aus Österreich gemacht. Zumindest kenne ich keinen.
Vielleicht hat es gute Gründe.
Vielleicht ist es logistischer Wahnsinn.
Vielleicht ist es genau deshalb eine gute Idee.
Denn Hand aufs Herz: Wie oft bekommt man schon die Gelegenheit zu sagen:
„Ach übrigens, ich fahre mit dem Elektroauto nach Dakar.“
Eben.
Und wenn schon alles in letzter Sekunde doch noch passiert – dann wenigstens mit Stil.
Ich habe ja schon unzählige emobile Abenteuer hinter mir, da wird das doch klappen.
Hoffen wir einfach weiterhin auf viel Glück!