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Verkehrspolitik im Fokus: Grüne diskutieren in Gänserndorf über Straßenbau und Öffentlichen Verkehr

10.05.2026

Mehr Öffentlicher Verkehr wäre dringende Notwendigkeit

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Andy Vanek (Moderation), Margot Linke, Mathias Gartner, NRin Elisabeth Götze, Thomas Stiller, Beate Kainz, Thomas Nadj, Harald Hirsch © Grüne Gänserndorf

Bei einem Infoabend der Grünen stand die Zukunft der Mobilität in der Region im Mittelpunkt. Kritisiert wurden vor allem große Straßenbauprojekte wie S8 und S1 – gefordert wurde stattdessen ein stärkerer Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. 

 

Vergangene Woche luden die Grünen zu einem Diskussionsabend rund um das Thema Verkehr nach Gänserndorf. Veranstaltungsort war das Restaurant „Sinnis Amtsstube“ in der Gänserndorfer Hauptstraße.  Die Besucher:innen diskutierten dort mit Expert:innen über Verkehrsbelastung, Infrastrukturprojekte und mögliche Alternativen für die Region.
 

Im Zentrum des Abends standen aktuelle Entwicklungen rund um die geplanten Schnellstraßenprojekte S8 und S1. Nationalratsabgeordnete Elisabeth Götze präsentierte Daten und Fakten zum bestehenden Verkehrsaufkommen und sprach über die Auswirkungen geplanter Straßenbauprojekte. Viele der geschilderten Probleme waren den Anwesenden aus dem Alltag bekannt. 

Besonders intensiv diskutiert wurde der aktuelle Stand der Verfahren zur Marchfeld-Schnellstraße S8. Das ursprünglich eingereichte Projekt wurde inzwischen in drei Abschnitte aufgeteilt. Zwar müssen diese getrennt genehmigt werden, umgesetzt werden könnten sie letztlich aber nur gemeinsam.
 

Ähnlich stellt sich die Situation bei der S1 dar. Obwohl bereits zahlreiche Vorbereitungen laufen, fehlen auch dort noch wesentliche Genehmigungen. Für die Grünen ist klar: Sollten diese Straßen tatsächlich realisiert werden, würde das vor allem zusätzlichen Autoverkehr fördern.
 

„Gut ausgebaute Straßen ziehen Verkehr an“, lautete ein zentrales Argument des Abends. Zwar könnten Autofahrer:innen dadurch unter Umständen einige Minuten schneller nach Wien gelangen, letztlich würden sie dort jedoch erneut im Stau stehen – auf ohnehin bereits überlasteten Straßen.
 

Deutlich stärker betont wurde daher die Notwendigkeit, bestehende öffentliche Verkehrsverbindungen auszubauen und besser zu nutzen. Als Beispiel nannten die Teilnehmer:innen die Bahnstrecke zwischen Gänserndorf und Stadlau. Diese werde derzeit vor allem als Ausweichroute der ÖBB genutzt, obwohl sie großes Potenzial für den täglichen Pendelverkehr hätte.
 

Leider werde seit Jahren der Bedarf der Pendler:innen entlang dieser Strecke ignoriert, so die Kritik. Statt Milliarden in neue Straßenprojekte zu investieren, brauche es endlich konsequente Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr.
 

Die Verantwortung dafür liege letztlich bei der Politik. Gefordert wurde ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrspolitik – weg vom weiteren Ausbau des Individualverkehrs und hin zu nachhaltigen Mobilitätslösungen, die langfristig sowohl Umwelt als auch Infrastruktur entlasten könnten.

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