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Verbraucher haben Recht auf vollständigen Herkunftsnachweis ihrer Energie

29.08.2004

Der deutsche Stromanbieter Greenpeace energy eG fordert einen lückenlosen Herkunftsnachweis für Strom

Der Stromanbieter Greenpeace energy eG fordert bei der anstehenden Pflicht eines Herkunftsnachweises für Strom die Nennung aller Stromquellen. Eine einfache Unterteilung in "Atomenergie", "Fossile Energie" und "Erneuerbare Energien" reicht nicht aus. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns EWE, hatte sich am Mittwoch gegen eine Deklarationspflicht aller Stromquellen gegenüber den einzelnen Kunden ausgesprochen.
"Transparenz lässt sich nur durch maximale Qualität der Information erreichen - nur so erfährt der jeweilige Kunde, wie umweltverträglich der Strom ist, den er geliefert bekommt und für den er bezahlt", sagt Unternehmenssprecher Jan Haase. "Die Verbraucher müssen verlässliche und vergleichbare Entscheidungsgrundlagen für die Wahl ihres Stromanbieters bekommen. Darauf haben Sie ein Anrecht."
Nach dem zur Zeit diskutierten Entwurf eines neuen Energiewirtschaftsgesetzes werden alle Stromanbieter zur Stromkennzeichnung verpflichtet. Mit der vorgesehenen Regelung erfüllt das zukünftige Gesetz entsprechende Auflagen der EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003. Der Nutzen für die Verbraucher hängt jedoch wesentlich von der Umsetzung der Stromkennzeichnung ab.
Greenpeace energy fordert, folgende Merkmale einer Stromkennzeichnung im neuen Energiewirtschaftsgesetz verbindlich festzuschreiben: Nennung aller wesentlichen Stromquellen: Atomenergie, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Wasser, Wind, Sonne, Biomasse (letztere vier, soweit nicht nach EEG vergütet). Angegeben werden soll außerdem der Anteil, der nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet wird.
Weiter geforderte Angaben: Leserfreundliche und bei allen Stromanbieter einheitliche Darstellung des "Herkunfts-Labels". Angaben zur Umweltbelastung durch Atom- und Kohlekraft, dargestellt in Kilogramm CO2 und Becquerel (Strahlung des radioaktiven Abfalls). Hinweise auf den Bezug von Informationen zum Stromsparen und Effizienzsteigerung. Angaben zum Herkunftsland des Stroms.
Greenpeace energy veröffentlicht seinen Strommix seit Beginn der bundesweiten Lieferung im Jahre 2000. Seit diesem Sommer erhalten die über 22.000 Haushalts- und Gewerbekunden auf ihrer Stromrechnung zusätzlich einen Stromherkunftsnachweis, der den Forderungen entspricht.
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29.08.2004 | Autor*in: willfurth
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