VCÖ–Untersuchung: In der EU–15 hat Lkw–Verkehr seit dem Jahr 1990 um 48 Prozent zugenommen!
VCÖ (Wien, 28. Oktober 2004) – Die starke Zunahme des Lkw–Verkehrs ist ein EU–weites Problem. Das zeigt eine heute veröffentlichte VCÖ–Untersuchung auf Basis von Daten der EU–Kommission. Der Lkw–Verkehr hat seit dem Jahr 1990 in den EU–15 um 48 Prozent zugenommen, die Bahn hat 4 % verloren. „Die fehlende Kostenwahrheit tritt Lkw–Lawinen los„, betonte VCÖ–Experte DI Rauh heute bei seinem Vortrag bei der in Wien stattfindenden internationalen Konferenz zum „Güterverkehr in sensiblen Gebieten„. Der VCÖ fordert eine flächendeckende Lkw–Maut in der EU, mehr Investitionen in die Bahn und mehr Geld für die Gemeinden aus der Mineralölsteuer.
„Österreich steht mit dem Problem des stark zunehmenden Lkw–Verkehrs in der EU nicht alleine da, ist aber als Alpenland von der Lärm– und Abgasbelastung durch die Lkw stärker betroffen„, stellt DI Wolfgang Rauh vom VCÖ–Forschungsinstitut fest. Die VCÖ–Untersuchung zeigt, dass der Lkw–Verkehr in den EU–15 seit dem Jahr 1990 um 48 Prozent zugenommen hat, gegenüber 1980 hat sich der Transport auf der Straße sogar verdoppelt, dagegen hat die Bahn 19 Prozent verloren.
„Österreich steht mit dem Problem des stark zunehmenden Lkw–Verkehrs in der EU nicht alleine da, ist aber als Alpenland von der Lärm– und Abgasbelastung durch die Lkw stärker betroffen„, stellt DI Wolfgang Rauh vom VCÖ–Forschungsinstitut fest. Die VCÖ–Untersuchung zeigt, dass der Lkw–Verkehr in den EU–15 seit dem Jahr 1990 um 48 Prozent zugenommen hat, gegenüber 1980 hat sich der Transport auf der Straße sogar verdoppelt, dagegen hat die Bahn 19 Prozent verloren.
Das Verhältnis Straße – Schiene beträgt nun 85:15
Der VCÖ fordert auf EU–Ebene eine flächendeckende Lkw–Maut nach Schweizer Vorbild. Zudem soll mehr Geld in die Modernisierung der Bahn investiert werden. Auch sind EU–weit die Lkw–Kontrollen auszuweiten.
In Österreich fordert der VCÖ mehr Geld aus den Einnahmen der Mineralölsteuer für die Gemeinden. „Die Gemeinden erhalten nur elf Prozent der Kosten für die Gemeindestraßen ersetzt, die restlichen 89 Prozent belasten das allgemeine Gemeindebudget. Die Folge ist, dass die Einnahmen aus der Mineralölsteuer in den Bau neuer Autobahnen fließen, was wiederum mehr Lkw–Verkehr verursacht. Und die Steuerbelastung für die Allgemeinheit steigt, wie das Ergebnis der aktuellen Finanzausgleichsverhandlungen zeigt„, kritisiert VCÖ–Experte Rauh.
VCÖ: Lkw–Verkehr in der gesamten EU–15 nimmt stark zu (Gütertransport in Milliarden Tonnenkilometer )
Lkw–Transport – Schienentransport (Verhältnis Lkw–Bahn)
Jahr 1970: 487 – 282 (63:37)
Jahr 1980: 717 – 290 (71:29)
Jahr 1990: 974 – 256 (79:21)
Jahr 2000: 1.348 – 249 (84:16)
Jahr 2003: 1.438 – 246 (85:15)
Quelle: EU–Kommission, VCÖ 2004
In Österreich fordert der VCÖ mehr Geld aus den Einnahmen der Mineralölsteuer für die Gemeinden. „Die Gemeinden erhalten nur elf Prozent der Kosten für die Gemeindestraßen ersetzt, die restlichen 89 Prozent belasten das allgemeine Gemeindebudget. Die Folge ist, dass die Einnahmen aus der Mineralölsteuer in den Bau neuer Autobahnen fließen, was wiederum mehr Lkw–Verkehr verursacht. Und die Steuerbelastung für die Allgemeinheit steigt, wie das Ergebnis der aktuellen Finanzausgleichsverhandlungen zeigt„, kritisiert VCÖ–Experte Rauh.
VCÖ: Lkw–Verkehr in der gesamten EU–15 nimmt stark zu (Gütertransport in Milliarden Tonnenkilometer )
Lkw–Transport – Schienentransport (Verhältnis Lkw–Bahn)
Jahr 1970: 487 – 282 (63:37)
Jahr 1980: 717 – 290 (71:29)
Jahr 1990: 974 – 256 (79:21)
Jahr 2000: 1.348 – 249 (84:16)
Jahr 2003: 1.438 – 246 (85:15)
Quelle: EU–Kommission, VCÖ 2004
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