VCÖ: Parktarife stärker staffeln statt Öffi-Fahren verteuern
Diese Erhöhung sorgt für Kritik: Laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fällt sie mit 102 Euro fast dreimal so hoch aus wie die Mehrkosten beim Parkpickerl, das nur um 36 Euro teurer wird. Damit stehe die Stadt in Gefahr, ihre eigenen Klimaziele zu unterlaufen.
„Wenn das Autofahren im Verhältnis günstiger wird als die Öffis, verfehlt die Stadt nicht nur ihr Ziel, den Öffi-Anteil zu steigern – es droht sogar eine Verlagerung zurück zum Auto“, warnt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Angesichts sinkender Spritpreise verstärke sich dieser Effekt. Schon 2024 konnte man mit einem durchschnittlichen Nettogehalt um ein Drittel mehr tanken als 2012.
International zeigt sich, dass Wien beim Parken nach wie vor vergleichsweise billig ist: Während eine Stunde im Zentrum von Amsterdam 7,80 Euro kostet, liegt der Tarif in Wien deutlich darunter. Der VCÖ fordert daher eine umfassende Reform der Parkraumbewirtschaftung - mit gestaffelten Gebühren nach Stadtlage, Fahrzeuggröße und Emissionen. Andere Städte machen es vor: In Landau in Rheinland-Pfalz zahlen Anrainer je nach Lage zwischen 180 und 300 Euro pro Jahr, in Aachen richtet sich der Preis nach der Fahrzeugfläche, in Basel nach der Länge. Paris hat die Tarife für schwere Fahrzeuge deutlich angehoben – bis zu 18 Euro pro Stunde außerhalb der eigenen Parkzone.
Auch in Wien sei die Struktur der Parkzonen problematisch, kritisiert der VCÖ. So umfasst etwa die Donaustadt eine Fläche, die zweieinhalb Mal so groß ist wie die Bezirke 1 bis 9 zusammen, doch gilt das Parkpickerl jeweils für den gesamten Bezirk. „Zu große Gültigkeitsbereiche führen zu mehr innerbezirklichem Verkehr – genau das Gegenteil dessen, was die Stadt anstrebt“, so Schwendinger.
Die Dimension des Problems ist erheblich: Rund 480.000 öffentliche Pkw-Abstellplätze gibt es in Wien – eine Fläche so groß wie die Bezirke Neubau, Josefstadt und Innere Stadt zusammen. Für den VCÖ ist klar: Wer den Autoverkehr von heute 25 Prozent bis 2030 auf 15 Prozent reduzieren will, muss Platz neu verteilen - weg vom Parken, hin zu Bäumen, Grünflächen und sicheren Wegen für Fußgängerinnen und Radfahrer.