Vatikan setzt auf Sonnenenergie: Agrovoltaik-Anlage soll den Papststaat klimaneutral machen
Die Anlage entsteht auf dem exterritorialen Gelände von Radio Vatikan nahe dem Braccianer See. Langfristig soll sie nicht nur die dortige Sendeinfrastruktur mit Strom versorgen, sondern den gesamten Energiebedarf des Vatikanstaates decken. Über den aktuellen Baufortschritt machte der Vatikan allerdings keine Angaben.
Das Projekt setzt auf Agrovoltaik – eine Technologie, die Photovoltaik und Landwirtschaft miteinander verbindet. Dabei werden Solarmodule auf erhöhten Trägerkonstruktionen installiert, sodass darunter weiterhin Gemüse, Getreide oder andere Nutzpflanzen angebaut werden können. Auf diese Weise soll erneuerbare Energie erzeugt werden, ohne wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu verlieren.
Die Initiative geht auf Papst Franziskus zurück. Mit seinem Motu Proprio „Fratello Sole“ („Bruder Sonne“) rief er das Vorhaben im Juni 2024 offiziell ins Leben. Bereits in seiner Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si’ aus dem Jahr 2015 hatte Franziskus einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien gefordert und auf deren bislang unzureichende Nutzung hingewiesen.
Auch Papst Leo XIV. setzt die Klimapolitik seines Vorgängers fort. Im Juni besuchte er das Gelände in Santa Maria di Galeria und unterstrich damit die Bedeutung des Projekts für die Zukunft des kleinsten Staates der Welt.
Das Areal, auf dem die Agrovoltaik-Anlage errichtet wird, ist rund zehnmal größer als der Vatikanstaat selbst. Es gehört seit 1951 als exterritoriales Gebiet zum Heiligen Stuhl und beherbergt seit 1957 die Sendeanlagen sowie die technische Schaltzentrale von Radio Vatikan.
Für Planung und Umsetzung des Projekts sind die vatikanische Güterverwaltung APSA sowie das Governatorat der Vatikanstadt verantwortlich. Mit der neuen Anlage könnte der Vatikan in den kommenden Jahren zu einem Vorreiter für nachhaltige Energieversorgung unter den Staaten der Welt werden.
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