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Unkontrollierte Klimagefahr: Neue Aufnahmen decken erhebliche Methan-Emissionen an Gasinfrastruktur in Niedersachsen auf

28.06.2025

Aufnahmen der Deutschen Umwelthilfe und Clean Air Taskforce enthüllen regelmäßige und teils sehr hohe Methan-Emissionen an fossiler Gasinfrastruktur wie Produktionsstätten, Pipelines und Speichern

pexels-pixabay-327041.jpg
Erdgas © pexels.com pixabay.com
  • Bei 17 von 26 besuchten Standorten belegt Spezialkamera teils sehr hohe unkontrollierte Emissionen von klima- und gesundheitsschädlichem Methan durch Leckagen und routinemäßiges Ausblasen
  • Umweltorganisationen fordern konsequente Umsetzung der Methanverordnung und sofortige Behebung der dokumentierten Emissionsquellen

Berlin -  Eine neue Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Clean Air Taskforce (CATF) belegt massive Methan-Emissionen an Gasinfrastruktur in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. An 17 von 26 besuchten Standorten tritt regelmäßig und in teils großen Mengen Methan aus. Die Aufnahmen mit einer speziellen Kamera belegen Methan-Emissionen aus allen Teilen der Lieferkette, von Gasproduktionsstätten über Pipelineinfrastruktur bis zu Speichern. Methan ist nicht nur extrem klimaschädlich, es führt auch zur Entstehung von Ozonlöchern und wird mit Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der DUH und CATF die Dringlichkeit einer zügigen und ambitionierten Umsetzung der EU-Methanverordnung. Die Verordnung ersetzt das bisher gültige System der Selbstverwaltung der Gasindustrie. Gegen eine Abschwächung der Methanverordnung, wie sie auf EU-Ebene derzeit besprochen wird, sprechen sich beide Organisationen entschieden aus.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Was in Niedersachsen passiert, ist genauso übertragbar auf die gesamte Gasinfrastruktur in Deutschland: Die Gasindustrie hat ihre eigenen Emissionen nicht im Griff – das zeigen unsere Aufnahmen. Das extrem schädliche Treibhausgas gefährdet unsere Klimaziele und die Gesundheit der Bevölkerung. Genau deswegen brauchen wir eine starke Methanverordnung, die endlich einen verbindlichen Ordnungsrahmen für die Gasindustrie setzt. Eine Abschwächung der Methanverordnung jetzt schon diskutieren zu wollen, bevor sie überhaupt in allen Bestandteilen in Kraft getreten ist, ist ein verheerendes Signal an Betreibende und Regulierungsbehörden. Die Bundesregierung muss jetzt alle Hebel auf europäischer Ebene in Bewegung setzen, um diese zentrale Errungenschaft des Green Deal zu schützen.“

Die Untersuchung dokumentiert neben unkontrolliert austretenden Methan-Emissionen zudem routinemäßiges Ausblasen von fossilem Gas. Die Methanverordnung verbietet diese klimaschädliche Praxis. Zudem verpflichtet die EU-Methanverordnung die Betreibenden zur regelmäßigen Leckagen-Suche sowie zur Reparatur gefundener Emissionsquellen innerhalb von 5 bis 30 Tagen. Ein neues Rechtsgutachten der DUH zeigt weitreichende Möglichkeiten der Zivilgesellschaft auf, solche Verstöße durch Beschwerden bei den Behörden zu ahnden. Die DUH kündigt an, die Umsetzung der neuen Vorgaben scharf zu beobachten und bei Verstößen juristische Schritte einzuleiten.

Théophile Humann-Guilleminot, Senior Campaign Manager, Methane Pollution Prevention bei Clean Air Task Force (CATF): „Das durchgängige Gas-Ausblasen, das wir unter anderem bei der Kompressorstation Wardenburg dokumentiert haben, ist genau die Art von großflächigem Methanausstoß, den die EU-Methanverordnung eigentlich verhindern soll. Und dennoch geschah er: routinemäßig und unkontrolliert. Wir verfügen zwar über die Instrumente und Regeln, um diese Emissionen zu reduzieren, doch ohne strikte Umsetzung, Durchsetzung und Transparenz droht die Verordnung zu einem Papiertiger zu verkommen. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen über die EU-Methanverordnung nur wenige Monate nach ihrer Verabschiedung ist verantwortungslos. Sie birgt nicht nur die Gefahr, dass derartige Verstöße fortbestehen, sondern untergräbt unsere Ziele zur Methanreduzierung sowohl innerhalb der EU als auch bei unseren Importen fossiler Brennstoffe.“

Hintergrund:

Mit den Aufnahmen einer Spezialkamera können DUH und CATF den Austritt von Methan und das routinemäßige Ausblasen von Gas dokumentieren. Die Menge an austretendem Gas kann dabei jedoch nicht beziffert werden.

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