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Umweltdachverband: Ring frei für Kostenwahrheit!

22.09.2004

Verursacherprinzip auch für den Verkehrsbereich

ja © Umweltdachverband – www.umweltdachverband.at
ja © Umweltdachverband – www.umweltdachverband.at
Heute ist Radeln am Ring angesagt! Denn anlässlich des 5. Autofreien Tages steht eine der wichtigsten Verkehrsadern in der Wiener Innenstadt vier Stunden lang im Zeichen von Genuss und Mobilität fernab von Autoabgasen und Straßenlärm. "Im Jahr des Klimaschutzes 2004 ist dies eine besonders wichtige Initiative, die auch die Verkehrszukunft Österreichs nachhaltig in den Blickpunkt rücken sollte", sagt Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes – derzeit selbst als Pedalritter am Ring unterwegs. Denn der Anstieg der Verkehrsemissionen in Österreich – 60% seit 1990 – ist besorgniserregend und für Menschen und Umwelt folgenschwer. Ihr Anteil am Klimawandel ist damit auf ein Viertel angewachsen – eine Trendwende ist nicht abzusehen. Was nicht verwundert, ist doch die Zahl der gefahrenen PKW–Kilometer in den letzten 15 Jahren um 68% angestiegen, jene der LKW–Kilometer sogar um satte 125%! "Die Alarmglocken läuten! Rasches Handeln aller politisch Verantwortlichen ist das Gebot der Stunde. Wir rufen jedoch auch jede/n Einzelne/n dazu auf, so klima:mobil wie möglich unterwegs zu sein", sagt Maier.

Verursacherprinzip muss auch im Verkehrsbereich gelten

"Im heimischen Verkehrsgeschehen sind Nachhaltigkeit, Kostenwahrheit und –gerechtigkeit gefragt. Es müssen endlich geeignete Maßnahmen getroffen werden, um jene externen Kosten, die der private Verkehr verursacht auch adäquat mit den Verursachern abzurechnen. Konkret geht es dabei um Umwelt–, Gesundheits–, und Klimaschäden", so Maier. Betroffen von den Folgeschäden des Verkehrs sind alle – am meisten jedoch die Kinder, die besonders unter dem Klimakiller Nummer 1 leiden! Eine Studie schätzt, dass in Österreich durch verkehrsbedingte Luftschadstoffe jährlich etwa 15.000 Asthmaanfälle bei Kindern unter 15 Jahren auftreten sowie 21.000 Episoden von Bronchitis. Weiters stellte die WHO fest, dass jährlich 2.400 Menschen in Österreich infolge der Abgasbelastung aus Verkehr sterben. "Wie dramatisch muss die Situation also noch werden, um ein Umdenken einzuläuten?", fragt Maier. Die durch den Verkehr verursachten Umwelt– und Gesundheitskosten steigen rapide – im Jahr 2000 lagen sie bei knapp 4,5 Milliarden Euro. Jede/r Österreicher/in muss damit Schäden – auch an der eigenen Gesundheit – im Ausmaß von jährlich rund 550 Euro pro Person mittragen. Kosten, die durch Unfälle, Staus oder für Investitionen in Infrastruktur und Verkehrssicherheit entstehen, sind bei dieser Summe aber noch gar nicht berücksichtigt. Die Einführung einer flächendeckenden schadstoff– und fahrleistungsabhängigen PKW–Maut ist daher unumgänglich und vielleicht auch der einzige Weg, um den Menschen den Wert genauso wie die Kosten von Umwelt und Gesundheit bewusst zu machen und damit zu einem vernünftigeren und sparsameren Umgang mit dem eigenen PKW zu motivieren.
Das Motto lautet daher: Faire und effiziente Preise für alle Verkehrsträger nach dem Verursacherprinzip! "Eine weitere Subventionierung des Straßenverkehrs in Österreich durch die Allgemeinheit ist kein Zukunftsmodell", so Maier abschließend.

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22.09.2004 | Autor*in: holler
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