Umweltdachverband fordert: Industrie muss Klimaschutzziele einhalten!
"Der vorliegende Entwurf zum Emissionszertifikategesetz sagt leider nichts darüber aus, wieviel die Industrie und die Energiewirtschaft vom Treibhausgas Nr. 1 - dem Kohlendioxid - einsparen müssen. Dabei wurde in der österreichischen Klimastrategie ein für beide Sektoren bereits leicht erreichbares Ziel vereinbart. Werden die - neben dem Hauptverursacher Verkehr - größten Emittenten aus ihrer Klimaschutzverantwortung entlassen, ist das ein ganz schlechtes Zeichen für den Klimaschutz", sagt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.
Industrie torpediert Klimaschutzziele
Die Berechnungen der Industriellenvereinigung, dass den teilnehmenden Unternehmen durch den Emissionshandel in der ersten Handelsphase eine Gesamtbelastung bis zu 400 Millionen Euro erwächst, entbehren jeder Grundlage - seriöse Schätzungen gehen in den Sektoren Industrie und Energiewirtschaft von einer jährlichen Belastung von maximal 5 Millionen Euro aus. "Das Spiel der Industriellenvereinigung ist leicht zu durchschauen. Mit ihrem unseriösen Zahlenspiel malt Sie den Teufel an die Wand, um ihre Verpflichtungen möglichst weit - zu Lasten anderer Sektoren - reduzieren zu können", sagt Heilingbrunner. In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, dass die Energiekosten der Industrie im Zuge der Strommarktliberalisierung um bis zu 40% gesunken sind. Rechnet man die bestehende Deckelung bei der Energiesteuer mit ein, so haben die heimischen Unternehmen in den letzten Jahren mit ca. 500-600 Millionen Euro von der Liberalisierung massiv profitiert. Das steht im krassen Gegensatz zu den privaten Haushalten. "Der Umweltdachverband appelliert deshalb an den Umweltminister, sich nicht von falschen Behauptungen täuschen zu lassen. Die Industrie muss ihre Zusagen zur österreichischen Klimastrategie auf Punkt und Beistrich erfüllen", sagt Heilingbrunner auch im Hinblick auf die derzeit in Mailand stattfindende Weltklimakonferenz.
FAKTEN ZUR AUSGANGSLAGE
1. Die Europäische Union hat sich in Kyoto zu einer Reduktion der Treibhausgase um 8% verpflichtet. Die Reduktionsziele der EU- Mitgliedstaaten wurden im Juni 1998 ("Burden sharing agreement") vereinbart. Österreich hat sich verpflichtet, seine Emissionen um 13% bis zum Jahr 2010 (2008-2012), unter den Referenzwert aus dem Jahr 1990 abzusenken (auf 67 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente).
2. Derzeit liegt das Niveau der Treibhausgasemissionen mit 86 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten um 19 Mio. Tonnen über dem vereinbarten Ziel.
3. Die Industrie und die Energiewirtschaft - als Teilnehmer des Emissionshandels - haben sich in der österreichischen Klimastrategie bereit erklärt, bis zum Berichtszeitraum (2008- 2012) 3,25 Mio. Tonnen CO2 einzusparen.
4. Die mit der Industrie und der Energiewirtschaft vereinbarte Einsparung von 3,25 Mio. Tonnen CO2 sind nur 17% der zur Erreichung des Kyotoziels notwendig gewordenen Einsparung. Und das, obwohl diese beiden Sektoren für ca. 36% derösterreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind - die Vorleistungen der Industrie sind also mehr als genug berücksichtigt geworden!
5. Erste Erfahrungen mit Emissionshandel in anderen Ländern zeigen, dass ein Unternehmen für jede nicht gedeckte Tonne CO2 im europäischen Markt ca. 10 Euro zu bezahlen haben wird. Der relativ geringe Betrag ist ein guter Indikator dafür, dass die Belastungen durch den Emissionshandel in Europa generell als gering eingeschätzt werden. Heimische Experten gehen davon aus, dass die finanzielle Belastung für die Industrie im Promille- Bereich ihrer Wertschöpfung liegen wird.
Mehr Information:
Umweltdachverband -
Dr. Ernst Partl, Energiesprecher, Tel. 01/40 113-23, [ernst.partl@umweltdachverband.at]
2. Derzeit liegt das Niveau der Treibhausgasemissionen mit 86 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten um 19 Mio. Tonnen über dem vereinbarten Ziel.
3. Die Industrie und die Energiewirtschaft - als Teilnehmer des Emissionshandels - haben sich in der österreichischen Klimastrategie bereit erklärt, bis zum Berichtszeitraum (2008- 2012) 3,25 Mio. Tonnen CO2 einzusparen.
4. Die mit der Industrie und der Energiewirtschaft vereinbarte Einsparung von 3,25 Mio. Tonnen CO2 sind nur 17% der zur Erreichung des Kyotoziels notwendig gewordenen Einsparung. Und das, obwohl diese beiden Sektoren für ca. 36% derösterreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind - die Vorleistungen der Industrie sind also mehr als genug berücksichtigt geworden!
5. Erste Erfahrungen mit Emissionshandel in anderen Ländern zeigen, dass ein Unternehmen für jede nicht gedeckte Tonne CO2 im europäischen Markt ca. 10 Euro zu bezahlen haben wird. Der relativ geringe Betrag ist ein guter Indikator dafür, dass die Belastungen durch den Emissionshandel in Europa generell als gering eingeschätzt werden. Heimische Experten gehen davon aus, dass die finanzielle Belastung für die Industrie im Promille- Bereich ihrer Wertschöpfung liegen wird.
Mehr Information:
Umweltdachverband -
Dr. Ernst Partl, Energiesprecher, Tel. 01/40 113-23, [ernst.partl@umweltdachverband.at]
oekonews-Anmerkung
Erfreulich, dass das Ökostromgesetz jetzt Rückendeckung durch den Umweltdachverband, und somit dutzende Umweltschutzorganisationen bekommt. Dass das Ökostromgesetz in Österreich von der Wirtschaft und der Arbeiterkammer permanent torpediert wird, ist in der Tat sehr enttäuschend, und wirft Fragen auf. Immer mehr Studien sprechen die gleiche Sprache: Erneuerbare Energie schaffen Arbeitsplätze, die wir heute mehr als je zuvor dringend benötigen. Welche Interessensgruppen stecken also hinter den Angriffen ??