Umweltbewußt nach Afrika
Wenn Anfang des Jahres die kurzen Tage kalt und dunkel werden und vielen Mittel–Europäern die Laune verderben, wächst der Wunsch nach Sonne, Wärme, Meer & Abenteuer. Als Umweltinteressierter Mensch, der um die Auswirkungen des Flugverkehrs Bescheid weiß, wünscht man sich schnell, im nächsten Leben ohne Ideale wiedergeboren zu werden :–) Doch HALT! Da gibt es einen Kontinent südlich von Europa, der alle diese Wünsche ermöglicht: Afrika! Besonders Marokko ist "öffentlich" gut erreichbar, allerdings sollte einem der Urlaub 4 Wochen, also fast den gesamten Jahresurlaub eines Angestellten, wert sein. Rund 40 Stunden dauert die Anreise über die Schweiz & Südfrankreich ins schöne Andalusien, genauer gesagt nach Algeciras in Süd–Spanien. Ein sehenswerter Zwischenstopp ergibt sich in Cordoba. Orangen–Baum–Alleen säumen den Weg zur Altstadt und zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Ab Algeciras setzt stündlich eine Fähre nach Tanger, der berüchtigsten Küstenstadt Marokkos. Ab Tanger gibt es gute Bahnverbindungen bis Mittel–Marokko. In den Süden gelangt man nur noch mit Bussen, die allerdings auch recht zuverlässig & günstig verkehren. Durch das Atlas–Gebirge sind die umliegenden Städte allerdings zumindest in der Nacht sehr kalt, und so manche Busfahrt verschiebt sich wegen Schneefällen oft um Tage…
Wärme–Süchtige sind daher in Küstennähe (Essaouirra, Agadir, Rabat) besser aufgehoben.
Wärme–Süchtige sind daher in Küstennähe (Essaouirra, Agadir, Rabat) besser aufgehoben.
Marokko & Umweltschutz…
Die vielen unberührten Naturerlebnisse schwinden aufgrund eines im gesamten Land ungelösten Müllproblems. Überall im Land ist es Sitte, den Müll einfach liegenzulassen. Plastik–Sackerl "kleben" an kleinen Büschen wie Früchte. Mistkübel sind eine Rarität. Mopeds gibt es wie Sand am Meer. Leider ist es üblich, daß sich diese selbst durch die menschengefüllten Bazare hindurchkämpfen. Es gibt jedoch schon eine wachsende Bewegung, die versucht zumindest die Altstädte vom motorisierten Individualverkehr zu befreien oder zumindest auf die notwendigsten Fahrten (Warentransporte) zu beschränken, da auch die historische Architektur durch die Abgase beschädigt wird. Viele dieser Probleme sind dringenderen sozialen Problemen untergeordnet. Marokkos Regierung weiß jedoch um die Einnahmen aus dem Tourismus Bescheid und wird wohl der Umweltbewußtseinsbildung künftig mehr Aufmerksamkeit widmen, und den selten wiederkehrenden (3%) Touristenanteil versuchen damit zu erhöhen.
Aber auch Europa kann vom traditionellen Marokko im Umweltbereich lernen. So ist die ursprüngliche Architektur aus regionalen Naturbaustoffen errichtet. Stampflehm, der aus Lehm, Stroh und Holz gewonnen wird, war ursprünglich der einzige Baustoff. Ganze Dörfer und viele Burgen (Kashbas) sind noch heute daraus erbaut. Dieses Material bietet einige Vorteile:
** optisch sind ganze Dörfer harmonisch in die umgebende Landschaft integriert, da die Farbe des Baustoffs der umgebenden Landschaft entspricht (Ait Ben Haddou ist hier wohl das eindruchsvollste Beispiel)
** Lehm hat gute Isolations–Eigenschaften: Im Winter ist es in einem Lehmgebäude recht warm, im Sommer kühl
** Lehm ist ein regionaler Baustoff; Transportwege sind daher kurz und der Rohstoff billig
** Lehm ist, da ein Naturbaustoff, 100% umweltverträglich und somit ein "gesunder" Baustoff – ohne böse Überraschungen
** Aus Umweltsicht ein Vorteil ist, daß Lehmgebäude ohne regelmäßige Sanierungen restlos wieder verschwinden, im Gegensatz zur Beton–Architektur, die auf Jahrzehnte hin die Landschaft versiegelt. Unnötig zu erwähnen, ist klar, dass dieser "Vorteil" auch als Nachteil gesehen werden kann.
Hier gibt‚s weitere Bild–Eindrücke dieser Reise.
Aber auch Europa kann vom traditionellen Marokko im Umweltbereich lernen. So ist die ursprüngliche Architektur aus regionalen Naturbaustoffen errichtet. Stampflehm, der aus Lehm, Stroh und Holz gewonnen wird, war ursprünglich der einzige Baustoff. Ganze Dörfer und viele Burgen (Kashbas) sind noch heute daraus erbaut. Dieses Material bietet einige Vorteile:
** optisch sind ganze Dörfer harmonisch in die umgebende Landschaft integriert, da die Farbe des Baustoffs der umgebenden Landschaft entspricht (Ait Ben Haddou ist hier wohl das eindruchsvollste Beispiel)
** Lehm hat gute Isolations–Eigenschaften: Im Winter ist es in einem Lehmgebäude recht warm, im Sommer kühl
** Lehm ist ein regionaler Baustoff; Transportwege sind daher kurz und der Rohstoff billig
** Lehm ist, da ein Naturbaustoff, 100% umweltverträglich und somit ein "gesunder" Baustoff – ohne böse Überraschungen
** Aus Umweltsicht ein Vorteil ist, daß Lehmgebäude ohne regelmäßige Sanierungen restlos wieder verschwinden, im Gegensatz zur Beton–Architektur, die auf Jahrzehnte hin die Landschaft versiegelt. Unnötig zu erwähnen, ist klar, dass dieser "Vorteil" auch als Nachteil gesehen werden kann.
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