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Umfrage zeigt hohe Zustimmung für erneuerbare Energien in Tirol

08.07.2026

Große Unterstützung insbesondere für Photovoltaik und Wasserkraft

ErneuerbareEnergien.jpg
© seagul pixabay.com

Innsbruck - Die Tiroler Bevölkerung steht hinter dem Ausbau erneuerbarer Energien. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Energieagentur Tirol. Besonders Technologien wie Photovoltaik auf Dächern und Wasserkraft stoßen auf sehr hohe Zustimmung. Hohe Zustimmungswerte gibt es nicht nur für den Ausbau erneuerbarer, heimischer Energieträger in Tirol allgemein, sondern auch in Skigebieten und in der eigenen Wohnumgebung. 
 

Damit ist die Grundlage für den Weg Richtung Energieautonomie gelegt. Bis zum Jahr 2050 will Tirol unabhängig von Importen fossiler Energieträger werden, Energie in hohem Maße einsparen und sich bilanziell mit heimischer, erneuerbarer Energie versorgen. Dafür braucht es vor allem die Unterstützung der Bevölkerung. „Die Umfrage zeigt, dass die Energiewende in Tirol fest verankert ist und von einer breiten Mehrheit getragen wird. Das ist eine wichtige Grundlage, um den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und Tirol unabhängig von fossilen Importen zu machen“, betont LHStv. und Energielandesrat Josef Geisler.
 

„Wir haben die Technologien und die Berechnungen, die zeigen, wie Tirol die Energieunabhängigkeit erreichen kann. Entscheidend ist nun, dass möglichst viele Menschen mitmachen. Gerade im Gebäude- und Verkehrssektor, wo ein Großteil des Energiebedarfs anfällt, braucht es die Unterstützung der Bevölkerung“, unterstreicht Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol. Laut Umfrage stehen die Zeichen dafür gut: Nur sechs Prozent der Befragten bewerten das Ziel TIROL 2050 energieautonom als „sehr negativ“ oder „negativ“. Auch beim Ausbau erneuerbarer Energieträger und Investitionen in die Dekarbonisierung des eigenen Gebäudes ist die Akzeptanz hoch.
 

Zustimmung für Wasserkraft gestiegen
 

Die höchste Zustimmung erhält die Nutzung der Sonnenenergie auf bereits bebauten Flächen: Photovoltaikanlagen auf Dächern werden von der Bevölkerung nahezu einhellig befürwortet. 95 Prozent befürworten den Ausbau von PV auf Dächern in Tirol, in der eigenen Wohnumgebung sind es sogar 96 Prozent. Auch Skigebiete sollen laut 79 Prozent der Befragten für PV-Projekte genutzt werden. Deutlich kritischer wird hingegen der Ausbau auf freien Flächen gesehen: Nur 37 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler befürworten PV-Anlagen auf Wiesen. „Umso wichtiger ist es, bestehende Flächen effizient zu nutzen und Nutzungskonflikte möglichst gering zu halten“, erklärt Ebenbichler.
 

Auch die Wasserkraft genießt große Akzeptanz: 89 Prozent sprechen sich für einen weiteren Ausbau in Tirol aus, in der Wohnumgebung sind es 85 Prozent. Damit ist die Zustimmung seit der letzten Umfrage im Jahr 2023 sogar um 8 Prozentpunkte gestiegen. „Die Wasserkraft ist das Rückgrat der Tiroler Energieversorgung und für das Gelingen der Energiewende entscheidend. Es freut uns, dass die Tirolerinnen und Tiroler den weiteren Ausbau mittragen und die saubere Stromproduktion für das Land möglich machen“, sagt Energielandesrat Josef Geisler. Auch die Windenergie – bislang in Tirol unbekanntes Terrain – wird in der Bevölkerung unterstützt: Landesweit befürworten 62 Prozent den Ausbau von Windenergie, 57 Prozent auch in der eigenen Wohnumgebung. Am größten ist die Zustimmung für Windkraftanlagen in Skigebieten. Dafür sprechen sich 65 Prozent aus. „Wir brauchen in Tirol alle verfügbaren Energieträger – auch die Windkraft“, bekennt sich LHStv. Josef Geisler zur Windkraft in Tirol. 
 

Investitionen in die eigene Unabhängigkeit
 

Zudem zeigt sich, dass viele Tirolerinnen und Tiroler in ihrem eigenen Alltag zur Energieautonomie beitragen wollen. Viele haben in den letzten Jahren bereits konkrete Schritte umgesetzt oder planen dies in den nächsten drei Jahren zu tun. Insbesondere Investitionen in Photovoltaik und klimafreundliche Heizsysteme stehen bei vielen Menschen in Tirol bevor. Auch der Umstieg auf Elektromobilität rückt näher: Rund 30 Prozent der Befragten gaben an, mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten drei Jahren ein E-Auto zu kaufen. 
 

Gemeinsam Richtung Energieautonomie
 

Die Energieversorgung der Zukunft zählt ökonomisch und ökologisch zu den zentralen Aufgaben für Tirol. Die Lösung liegt in einer sicheren, umweltverträglichen, langfristig zukunftsfähigen, leistbaren und kostenstabilen Energieversorgung aus den erneuerbaren Energieträgern Umweltwärme, Biomasse, Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Prognosen zeigen, dass sich Tirol mit diesen Energiequellen langfristig selbst versorgen kann und damit eine tragfähige Grundlage für Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung schafft. „Wir sind in Tirol auf einem guten Weg, aber wir haben auch noch ein gutes Stück vor uns. Aktuell können wir 60 Prozent unseres Energiebedarfs aus eigenen, heimischen Quellen decken. Das heißt, dass wir uns in Tirol rechnerisch bis zum 8. August selbst versorgen können. Österreichweit gesehen war das nur bis 6. Juni möglich“, so Geisler.
 

„Damit die Energiewende in Tirol bis 2050 gelingt, braucht es diesen umfassenden gesellschaftlichen Wandel. Tirol nimmt in vielen Bereichen bereits eine Vorreiterrolle ein. Entscheidend ist, dass Politik, Wirtschaft und Bevölkerung weiterhin gemeinsam an diesem Ziel arbeiten“, schließt Ebenbichler ab.

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