Umfrage: Österreich klar für Energietransformation
Im Mittelpunkt der Ergebnisse stehen drei Themen: Leistbarkeit, Versorgungssicherheit und der Ausbau erneuerbarer Energien samt Netzinfrastruktur. Laut Branchenvertretern bestätigt die Befragung einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt für die Energietransformation – verbunden mit dem Wunsch nach klareren und schnelleren Prozessen.
Leistbarkeit rückt in den Vordergrund
Ein zentrales Ergebnis der Studie: Nach den Jahren der Energiekrise hat sich der Fokus in der Bevölkerung verschoben. Erstmals wird ein niedriger Strompreis häufiger als wichtigste Erwartung genannt als eine unterbrechungsfreie Versorgung.
Gleichzeitig bleibt die Versorgungssicherheit ein starkes Fundament des österreichischen Stromsystems. Laut Oesterreichs Energie waren Haushalte im Jahr 2024 im Durchschnitt nur rund 24 Minuten ungeplant ohne Strom. Dieses Niveau gelte es auch während der laufenden Transformation abzusichern.
„Leistbarkeit und Versorgungssicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, betont Michael Baminger, neuer Präsident von Oesterreichs Energie. Langfristig leistbare Energie sei nur mit einem stabilen Gesamtsystem möglich, bestehend aus Netzen, heimischer Erzeugung, Speichern und Flexibilität.
Breite Zustimmung für Ausbau von Netzen und erneuerbarer Energie
Die Umfrage zeigt auch eine deutliche Zustimmung für den weiteren Ausbau der Energieinfrastruktur. 57 Prozent der Befragten sprechen sich demnach für den Ausbau von Stromnetzen und Leitungen aus, 67 Prozent unterstützen eine höhere Stromproduktion im Inland.
Zugleich wächst die Wahrnehmung, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zu langsam vorangeht: 38 Prozent der Befragten sehen hier Nachholbedarf, während 45 Prozent das aktuelle Tempo als ausreichend bewerten.
Für die E-Wirtschaft ist das ein klares Signal. „Die Richtung ist eindeutig: Es geht nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie schnell“, so Baminger. Entscheidend seien nun beschleunigte Verfahren bei Planung, Genehmigung und Umsetzung.
Strom als Schlüsselenergie der Zukunft
Ein weiteres Ergebnis der Befragung unterstreicht den Stellenwert von Elektrizität im künftigen Energiesystem: 69 Prozent der Befragten sehen Strom als zentrale Energieform der Zukunft.
Für Oesterreichs Energie ist das ein Auftrag, Elektrifizierung und Infrastrukturentwicklung gemeinsam voranzutreiben, etwa in den Bereichen Industrie, Mobilität, Wärme und Digitalisierung. Voraussetzung dafür sei jedoch eine leistungsfähige Strominfrastruktur.
„Strom ist die Grundlage für ein modernes, wettbewerbsfähiges und unabhängigeres Österreich“, so Baminger. Ohne entsprechende Netze und Erzeugung könne diese Entwicklung nicht gelingen.
Beschleunigung als klares Ziel
Begrüßt wird von der E-Wirtschaft auch der jüngste politische Beschluss zum Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), der aus Sicht der Branche wichtige Grundlagen für schnellere Verfahren geschaffen habe.
Die Ergebnisse der Umfrage würden zeigen, dass dieser Kurs auch in der Bevölkerung Rückhalt finde. Gleichzeitig bleibe die Herausforderung, die Transformation in allen Bereichen konsequent umzusetzen – von der Energieerzeugung über Netze und Speicher bis hin zur Digitalisierung.
„Transformation als gemeinsames Projekt“
Abschließend betonen Branchenvertreter, dass die Energiewende nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure gelingen könne. Neben Politik und Wirtschaft seien auch Unternehmen und Haushalte gefordert, den Umbau des Energiesystems mitzutragen.
„Die Transformation des Energiesystems ist Teamarbeit“, so Baminger. Wenn Planung, Finanzierung und Umsetzung beschleunigt würden, könne Österreich langfristig zu einem starken, sicheren und deutlich unabhängigen Energiestandort werden.